Google Maps führt beinahe zum Krieg

Karte_Südamerika_Google_Maps

Google nimmt es manchmal nicht so genau mit den Grenzverläufen in manchen Ländern. Weil eine Staatsgrenze in Mittelamerika nicht korrekt eingezeichnet wurde, sind Militärs unerlaubt in ein anderes Land einmarschiert.

Costa Rica ist ein friedliebendes Land: Mitte des 20. Jahrhunderts schuf der damalige Präsident José Figueres Ferrer die Armee ab und liess diesen Schritt in der Verfassung verankern. Was wäre in den letzten Tagen passiert, wenn im zentralamerikanischen Staat die Militärs das Sagen hätten?

Denn jedes andere Land hätte die Aktion des nicaraguanischen Kommandanten Edén Pastora als Kriegserklärung aufgefasst. Dieser marschierte laut dem «Wall Street Journal» letzte Woche ins Nachbarland ein, baute die Flagge Costa Ricas ab und hisste die nicaraguanischen Landesfarben. Anschliessend deponierten die fremden Militärs Abfälle.

Drei Kilometer daneben

Laut «La Nación», der grössten Zeitung Costa Ricas, berief sich Pastoras Mannschaft auf den Kartendienst Google Maps. Das Problem: Dieses Material ist falsch, das hat mittlerweile selbst der Internetkonzern zugegeben. Die Korrektur erfolge so schnell wie möglich, wird Alberto Arébalos von Google in «La Nación» zitiert. Google Maps sei kein offizieller Dienst «und kein Land sollte diese Karten brauchen, um in ein Land einzufallen».

Die Daten für Google Maps stammen nicht von Google selber, sondern von Drittanbietern. Wie Googlewatchblog.de schreibt, wurden diese Daten vom Suchmaschinenkonzern falsch interpretiert und der Verlauf wich im Online-Kartendienst um knapp drei Kilometer von der richtigen Grenze ab.

«Lasst uns ruhig und standhaft sein»

Es ist nicht das erste Mal, dass Google Maps bei Regierungen für Empörung sorgt. Im Februar dieses Jahres bezeichnete ein Minister Kambodschas Google als «professionally irresponsible» (professionell unverantwortlich) nachdem herausgekommen war, dass der Grenzverlauf zu Thailand falsch eingezeichnet war.

Laut lateinamerikanischen Berichten ist die Empörung in Costa Rica gross. Die Präsidentin Laura Chinchilla hat bislang allerdings ruhig Blut bewahrt und ihre Bevölkerung aufgerufen, ruhig zu bleiben. Das Land wolle den Zwischenfall diplomatisch lösen. «Lasst uns ruhig und standhaft sein angesichts der Wut, welche diese Ereignisse in uns auslösen.»

Grenze schon länger umstritten

Wie lange Chinchilla die Volkeswut kontrollieren kann, ist allerdings unklar: Wie das Portal «Insidecostarica» herausgefunden haben will, ist in der Zwischenzeit Nicaragua offiziell an Google gelangt mit der Bitte, den Grenzverlauf auf Google Maps nicht zu berichtigen.

Und bereits letzte Woche sollen laut Angaben Chinchillas Truppen Nicaraguas auf die Insel Calero und damit auf das Gebiet Costa Ricas vorgerückt sein. Die Präsidentin warf Nicaracua einen «eklatanten Bruch» eines Grenzabkommens aus dem 19. Jahrhundert vor. Laut «La Nación» droht die Regierung Costa Ricas wegen der Grenzverstösse die UNO einzuschalten. [Reto Knobel (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)/mr] [Bild: 2.bp.blogspot.com]

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  1. Welche idiotischen Militärs verwenden denn bitte schön Google Maps als Kartengrundlage? Das haben die doch nur vorher genau gewusst, dass dort die Grenze falsch ist…

  2. Wieso wird sich in diesem Beitrag so vehement gegen die deutsche Sprache gewehrt?

    Nach einem langen ie kommt ein ‚ß‘ (s-z, scharfes s, wie auch immer) und kein ‚ss‘.

    Beispiele:

    liess – ließ
    Anschliessend – Anschließend

  3. Wieso so weit weg gehen ? Wenn so etwas des öfteren auch in Deutschland passiert ? Es kommt nämlich auch vor das sich die in Ausbildung befindlichen Unteroffiziere in Aachen nach Holland verlaufen. (Orientierungsmarsch) und keiner in Holland denk da an einen „Einmarsch“.

  4. Die Story erinnert mich irgendwie an „Der Morgen stirbt nie“,
    wenn private Medien mit falschen Navigationsdaten einen Krieg auslösen =D

    Was passiert wohl als nächstes in unserer spannenden Welt?

  5. „- Eden Pastora gehört nicht zu Armee, ist aber von der Regierung Nicaragua beauftrag worden, den nikaraguanische Fluss Río San Juan auszubaggern.
    – Pastora als ehemalige Guerrilla Kommandant kennt dieses Gebiet, wie kein andere Nicaraguaner oder Tico.
    In einem Interview begründete er seine Arbeit in den Streitgebiet, Harbor Head bzw. Isla Calero, in erste Linie, mit dem Verträge Jerez- Cana, wo genau den Grenzverlauf beschrieben wird, diese Verträge wurden von Internationalen Gerichtshof in ihren letzten Urteil in Juli 2009 bestätigt, die Daten von US Department bzw. die Karte von Google Maps wurden nach der Informationen dieser Verträge angefertigt, die Karte ist richtig, die Karten von NiC und CR müssen aktualisiert werden.

    Nach Fragen der Reporter nach dem beiden Karten von NIC und CR, gab Pastora als Antwort, daß beide Karte falsch wären und das er sich nicht danach beziehe oder nach andere Karte, die in Umlauf sind, da gab er noch zwei Karten als Beispiel, eine die das Ganze Fluß Rio San Juan als Fluß von Costa Rica bezeichnete und andere die z.B. dieses Gebiet (Harbor Head) auf Nicaragua zuordnete, das ist die so genannte Google Karte.

    Die Baggerarbeit in Fluß führt Pastora grundsätzlich nach der festgelegten Grenze in den Verträgen.“
    Mit Dank an RM

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