Doppel-Tablet für Studenten kostet 900 US-Dollar

Das Kno ist ein Tablet-PC mit zwei 14,1 Zoll großen Bildschirmen. Das Gerät soll rund 900 US-Dollar (650 Euro) kosten. Sein kleiner Bruder mit einem Bildschirm wird für rund 600 US-Dollar (430 Euro) angeboten und ist damit sogar teurer als Apples iPad.

Nachdem die Geräte für Studenten gedacht sind, ist der Preis schon recht hoch. Knos Chef erwartet allerdings, dass die Kundschaft sein Gerät nicht nur als normalen Tablet-PC zum Websurfen und Filmgucken verwendet sondern gleich als Buchersatz.

Das Kno läuft mit einem Tegra 2 und besitzt 16 GByte Speicherplatz. Es soll mit Linux laufen. Aber mal ganz ehrlich liebe Studenten: Das ganze Jahr über nur noch Spaghetti futtern um sich das Kno leisten zu können ist schon etwas fade oder? [Kat Hannaford / Andreas Donath]

[Via NY Times]

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  1. Ich weiß, der Artikel ist ursprünglich auf dem internationalen/amrikanischen Portal entstanden, aber ich greife die Frage gerne für Deutschland auf.

    In den USA haben die Studenten den Vorteil, dass das Gros der Textbooks, die sie für ihr Studium benötigen, auch in elektronischer Form verfügbar und – was viel wichtiger ist – deutlich preiswerter als das Printmedium sind. Durch diese Ersparnis rechnet sich die Anschaffung eines solchen Gerätes (nicht notwendigerweise dieses) schnell für den Studenten

    Zu Punkt 1 kann ich nur aus Sicht eines Jurastudenten Stellung nehmen, aber die Anzahl an elektronischen Publikationen hält sich noch in ziemlich überschaubaren Grenzen. Bislang habe ich keines der Standardwerke gefunden. Wirtschaftswissenschaftsstudenten haben eine deutlich größere Auswahl – darüber kommt man dann auch an einige fürs Jurastudium evtl. brauchbare Schriften -. wie die allerdings qualitativ aufgestellt ist, vermag ich nicht abzuschätzen.

    Zu Punkt 2: Was es gibt, wird künstlich aufgrund der deutschen Buchpreisbindung auf dem Niveau der preiswertesten Printausgabe gehalten – was bei Fachbüchern meist auch die einzige Ausgabe ist. Eine Ersparnis hat man dadurch nicht.

    Ich bin mittlerweile für mich auf eine elektronische Alternative umgestiegen. Und das heißt für mich, dass ich meine Unterlagen per OCR-Software einscannen muss. Und das ist eine Schweinearbeit, die eigentlich nicht sein muss. Denn was ich als Printmedium in die Hand gedrückt bekomme, existierte alles ursprünglich mal elektronisch.

    Für mich ist dieses festhalten an der alten Zeit unverständlich, abgesehen von den Copyrightgeschichten. Aber das liegt auch mit an den alten Vertriebsstrukturen. Wenn der Beckverlag mir Zugriff auf die Standadwerke im Studium geben würde, immer aktuell gehalten, plus Datenbank-Zugriff, würde ich eher diese Flatrate bezahlen, als mir die Sachen zu kopieren. Und die Vertriebswege hierfür gibt es schon, nur das Produkt nicht! Die zusätzlichen Vertriebskosten beliefen sich also auf das jeweilige Bereitstellen.

    1. „Was es gibt, wird künstlich aufgrund der deutschen Buchpreisbindung auf dem Niveau der preiswertesten Printausgabe gehalten – was bei Fachbüchern meist auch die einzige Ausgabe ist. Eine Ersparnis hat man dadurch nicht.“

      Falsch verstanden, was Buchpreisbindung bedeutet. Buchpreisbindung heißt lediglich, dass eine bestimmte Ausgabe solange im Preis gebunden bleibt, bis diese Bindung aufgehoben wird. Das heißt: Eine Harcoverausgabe kostet überall das gleiche, eine Taschenbuchausgabe kostet überall das gleiche und eine E-Book-Ausgabe kostet ebenfalls überall das gleiche. Die Preise der Ausgaben untereinander sind nicht gebunden, d.h. die aus Dummheit ewig gescholtene Buchpreisbindung sorgt nicht dafür, dass ein Taschenbuch sowiel kostet, wie ein E-Book, sondern die Preispolitik der Verlage, die sich, zurecht, wie ich finde, das Printgeschäft nicht versauen lassen wollen.

      Im Bereich E-Books hat die Buchpreisbindung jedoch Vorteile: Denn egal, an welchen Reader oder egal an welchen Anbieter des E-Books ich mich binde, das Buch kostet das gleiche. Das Risiko, auf den falschen Reader zu setzen, wird dadurch minimiert auf das Risiko, dass das Buch überhaupt nicht angeboten wird. Aber auch hier haben die Verlage das Interesse, dass ihre Bücher für möglichst viele Systeme angeboten werden.

      Aber auch fürs Studium halte ich elektronische Bücher für nur eingeschränkt nützlich – denn Notizen, Unterstreichungen, mehrfarbige Markierungen, schnelles Wiederfinden von Textstellen, ist bei E-Books und ihren Readern noch immer ein Problem. Zum Lesen wissenschaftlicher Aufsätze können solche Reader allerdings sehr nützlich sein.

      Den richtigen Weg hat hier m.E. Springer eingeschlagen, der es inzwischen ermöglicht, dass Studenten, die an einer Universität eingeschrieben sind, eine Printausgabe von Büchern, die die Bibliothek als digitale Ausgabe gekauft hat, für 24,95 Euro zu kaufen.

  2. Wieso wird bei Gizmodo eigentlich noch so umständlich mit Währungskursen von Dollar auf Euro umgerechnet?
    Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen doch, dass Dollarpreis = Europreis!

  3. Grundsätzlich ist das Design mit dem Doppeldisplay nicht so schlecht und der Preis könnte auch von vielen Studenten bezahlt werden. Dafür müsste man aber erst mal überlegen, was Studenten eigentlich brauchen. Texte darstellen kann so ziemlich jedes Gerät. Wirklich nützlich wäre ein Gerät, mit dem sich besser arbeiten lässt als mit Stift und Papier. Also eine volle Tastatur zum Blind schreiben (also ohne drauf schauen zu müssen) und dazu eine Lösung um Formeln und Skizzen aus allen wissenschaftlichen Bereichen sehr schnell und einfach einzugeben. Z.B. per Stylus mit digitalen Optimierungen.
    Die Hersteller denken vom falschen Ende her. Sie schaffen eine Lösung und suchen ein Problem dazu. Der richtige Weg geht genau anders rum.

    1. Also auf der Website macht das Teil nen ganz guten Eindruck, z.b. kann man wohl mit dem beigefügten Stift die Buchseiten annotieren bzw. auf der linken eine Buchseite anzeigen lassen und auf dem rechten Display einen Notizblock verwenden.

      Die Frage ist halt nur: Funktioniert das mit beliebigen Büchern oder nur mit gekauften? In welchen Formaten werden die Notizen/Mitschriften exportiert? Wie lassen sich Buchinhalte in die Notizen integrieren?

  4. Mit Win7 ist es preislich mit dem Sony P-Series (UMPC) vergleichbar. Bei 2x 14 Zoll frage ich mich: Welche Auflösung? Full-HD? Wenn das dann flüssig läuft, wär das kein schlechter Preis.

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