Auf Kino-Niveau: Video zeigt Blick in unseren Körper

Ohne Titel

Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an "The Inner Life of the Cell" (Das Innenleben einer Zelle), eine vor einigen Jahren erschienene Animation weißer Blutzellen, die eine Infektion attackieren. Die Molekular-Animation hat seither viel dazugelernt und weiß visuell zu beeindrucken - richtig zu beeindrucken.

Das jüngste Werk von Xvivo, der wissenschaftlichen Animations-Fabrik, die 2006 „The Inner Life of a Cell“ produzierte, heißt „Powering the Cell: Mitochondria“ (Kraftwerke der Zellen: Mitochondrien). In 720p sieht es wirklich schnuckelig aus.

Aber solche Animationen sind nicht nur dafür da, normale Menschen wie Dich und mich zu beeindrucken. Immer öfter werden sie von seriösen Wissenschaftlern genutzt, die sich ein plastisches Bild vom Geschehen in und um ihren Forschungsgegenstand verschaffen wollen:

„Alles was wir bislang hatten – Mikroskopie, Röntgenstrahlen – lieferte uns nur Momentaufnahmen“, sagt Tomas Kirchhausen, Professor für Zellbiologie an der Harvard Medical School und Kollege von Dr. Iwasa (einem Molekular-Animator). „Für mich sind Animationen ein Weg, um alle unsere Informationen auf eine logische Art und Weise miteinander zu verknüpfen. Durch Animationen kann ich sehen, was richtig ist und was keinen Sinn macht. Sie zwingen uns dazu, uns damit auseinanderzusetzen, was realistisch ist und was nicht“.

Die Animationen werden üblicherweise in einer Software wie Maya produziert, die mit Infos aus frei zugänglichen Datenbanken versorgt wird, die 3D-Koordinaten für jedes Atom von rund 63.000 Proteinen enthält. Während einige Wissenschaftler warnen, dass Animationen ein problematisches Maß an Vermutungen voraussetzen, sind andere begeistert von den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.

So oder so scheint es wahrscheinlich, dass sich wissenschaftliche Animationen in der Forschung etablieren werden. Ein Maßstäbe setzendes, digitales Buch namens „Life on Earth“ (Das Leben auf der Erde), wird derzeit unter anderem vom Harvard-Biologen E.O. Wilson erarbeitet und soll zahlreiche Animationen enthalten. Ich glaube, besser haben meine Zellen noch nie ausgesehen. [Kyle VanHemert / Tim Kaufmann]

[Via NYT]

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