Chrome OS ausprobiert: Wie Googles Computerzukunft aussieht

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Das Chrome OS ist da - in seiner vorläufig endgültigen Form. Das vollständig Cloud-basierte Betriebssystem arbeitet im Webbrowser und ist sofort nach dem Einschalten verfügbar. Außerdem soll es in den USA Notebooks mit Chrome OS und mit einer Daten-Flatrate geben.

Was war noch einmal Chrome OS?

Chrome OS ist Googles Betriebssystem, das vollständig im Browser arbeitet – genauer gesagt im Chrome-Browser (auf Windows oder Mac OS X) oder auf Wunsch auch als eigenständige Installation. Wird es im Browser verwendet, bietet Chrome OS Zugriff auf Ordner an und sorgt für das lokale Zwischenspeichern von Anwendungsdaten und Dokumenten, um sie auch offline verwenden zu können.

Wie verwendet man es?

Wer Chrome auf einem eigenständigen Rechner installiern will, wird zunächst einmal mit den Lizenzbedingungen konfrontiert. Danach loggt man sich mit auf sein Google-Konto ein. Wer schon einmal auf einem anderen Rechner Chrome OS eingesetzt hat, sieht nun die gleichen Apps, Dokumente und Voreinstellungen wie zuvor. Das dürfte die augenscheinlichste Änderung sein, die ein Anwender vorfindet, der auf einmal mit einem Cloud-basiertem Betriebsystem arbeitet. Chrome OS unterstützt mehrere Benutzerkonten und sogar einen Gast-Login.

Zwei Bereiche befinden sich noch in der Entwicklung. Zum einen ist die USB-Unterstützung noch nicht fertig. Google arbeitet nach eigener Aussage daran. Googles Druckdienst ist noch Beta, wird aber schon in Chrome OS unterstützt.

Wie funktioniert das mit den Apps?

Web-Apps können in einem Vollbildmodus gestartet werden. Dadurch sehen sie nicht mehr so aus, als würden sie im Browser bedient sondern erinnern mehr an „normale“ Programme. Chrome nutzt die Rechenleistung eurer Grafikkarte aus, was bei Spielen und anderen grafikintensiven Apps mehr Geschwindigkeit bringt. Durch WebGL-Unterstützung kann Chrome 3D-Animationen schnell berechnen.

Apps können über den Chrome Web Store auf Chrome OS installiert werden. Bei diesem Angebot hat Google viel Wert auf leichte Bedienbarkeit gesetzt und sich optisch am iTunes Store orientiert. Bislang haben sich Amazon, Electronic Arts und die New York Times mit Webanwendungen hervorgetan, die auf Chrome OS zugeschnitten sind.

Die NY Times-App ähnelt der für iOS und bietet zahlreiche Skins an, die zum Beispiel eine Website emulieren, oder große bunte Bilder laden, die über Tags navigiert werden können.

Das Spiel Poppit von EA ist derzeit das einzige, das für Chrome OS optimiert wurde. Das 2D-Spiel läuft flüssig, ist aber auch nicht sehr grafikintensiv. EA hat nach eigenen Angaben große Pläne für WebGL-basierte Spiele.

Was taugts?

Es ist nicht leicht, eine fundierte Meinung zu Chrome OS zu formulieren. Die Demos, die uns gezeigt wurden, zeigten nicht den gesamten Funktionsumfang. Deshalb bekam man nur einen ungefähren Eindruck anhand der vorgeführten Apps und des Installationsvorgangs. Zum anderen wurden die Demos auf einer OS-X-Version von Chrome vorgeführt. Wie performant das ist, lässt sich schwer sagen.

Soviel ist aber sicher: Die Chrome OS-Apps machen größtenteils noch einen unfertigen Eindruck, wobei Animationen und Übergänge gelegentlich noch etwas stockend und verzögert abliefen. Meistens sahen sie aber sehr gut aus und reagierten ausreichend flink. Wenn die Probleme aus dem Weg geräumt sind, kann man sich aber durchaus vorstellen, dass auch aufwändige Programme problemlos laufen. Übrigens sagten viele Entwickler, dass sie so große Schaltflächen in ihren Apps integriert haben, weil sie sich an Touchscreen-Bildschirmen orientierten.

Wann und wo kriege ich Chrome OS?

Die kurze Antwort lautet: noch gar nicht. Nicht während die Pilotphase läuft. Entwickler können das OS auf einem Referenznotebook ausprobieren, wenn sie einen Vertrag unterschreiben. Das Notebook CR-48 wird nicht zum Kauf angeboten. Übrigens funktioniert weder die Feststell- noch die Funktionstasten des Notebooks, das mit einem Intel Atom, Flashspeicher und einem UTMS-Modem ausgestattet wurde.

Google teilte mit, dass Samsung und Acer ab 2011 Chrome-Notebooks anbieten werden. Weitere Hersteller sollen folgen. In den USA sollen die Geräte mit einem UMTS-Modem und einem Mobilfunkvertrag verkauft werden, wobei dort Verizon Googles Partner ist. Im Gespräch ist eine Pseudo-Flatrate mit 100 MByte Übertragungsvolumen im Monat. Preise für die Notebooks wollte Google übrigens noch nicht verraten. [Andreas Donath]

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  1. jetzt fehlt nur noch das LTO-Datennetzwerk und das Cloud-Betriebssystem ist Perfekt für mobile zwecke.

    Allerdings Vertraue ich für aufwendige Games immer noch mehr meiner eigenen Rechenleistung als meiner Übertragungsrate

  2. Wer Chrome als Browser hat kann damit auch die Jolicloud testen ud abschätzen ob ne wolke überhaubt ne alleinstehende alternative zum normalen BS+Cloud Prinzip sind.

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