2500 Jahre altes Bierbraurezept entdeckt

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Ein Archäobotaniker hat herausgefunden, wie man 500 vor Christus Bier gebraut hat. Mit einem Graben im Garten, etwas Gerste und Bilsenkraut. Fragt mich nicht wo man das herkriegt. Auf jeden Fall kann man mit diesen Zutaten samt Wasser Bier brauen wie die Kelten.

Hans-Peter Stika von der Uni Hohenheim hat herausbekommen, wie die Kelten ihr Bier gebraut haben und hat das Rezept für uns.

Zunächst einmal hebt man einen länglichen Graben aus. In den kommt Wasser und Gerste. Das Ganze bleibt so lange im Graben, bis die Gerste anfängt zu keimen. Nun wird die Gerste mit Hilfe von Feuer getrocknet, das links und rechts im Graben angezündet wird. Das Rösten macht das Bier dunkel. Die Milchsäure in der Gerste schmeckt leicht bitter. Nun wird die Gerste vermatscht.

Nun fragt der Bierkenner natürlich: Wo ist nun der Hopfen. Tja. Der kam erst ungefähr 800 nach Christus in Mode. Vorher wurde das Bier mit einer Mischung gewürzt, die man Gruit nennt. Darin ist Scharfgarbe, Mohrrübensamen, Beifuß und das oben erwähnte Bilsenkraut. Das soll den Alkoholgehalt steigern – aber vielleicht lässt man es lieber weg. Es hat nämlich auch den Beinamen Schlafkraut und gilt heute als giftig.

Die Zutaten werden mit der zermatschten Gerste vermengt und erhitzt. Dazu kommt noch Hefe. Die Hefe holt man natürlich nicht in den Supermarkt. Hatten die Kelten ja auch nicht. Wilde Hefe findet man zum Beispiel auf Beeren und Nüssen. Einfach dazu geben. Vielleicht hat man das mit dem Erhitzen mit heißen Steinen gemacht, die man in die Brühe gelegt hat. Denn auf dem Feuer kocht die Suppe schnell und die Hefebakterien gehen kaputt.

Die Temperatur sollte zwischen 10 und 20 Grad Celsius liegen. Nach einiger Zeit entsteht unter anderem Alkohol und das Bier ist fertig. Die meiste Hefe lagert sich übrigens am Boden ab. Das kennt man ja vom Weizen. Das keltische Bier wird nicht gekühlt, sondern bei Raumtemperatur getrunken. [Esther Inglis-Arkell / Tim Kaufmann]

[Via Science News, Gruit Ale, Botanical.com, Wise Geek, io9]

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  1. 1. Grottenschlechte Anleitung! nicht mal ein Bierbraumeister könnte nach der Anleitung so ein Bier brauen.
    2. *würg* kann mir nicht vorstellen, dass das besonders gut schmeckt, da bleib ich lieber beim guten alten Gutmannweizen :)

  2. Naja, ich hab diesen Sommer ne Ausbildung zum Brauer und Mälzer begonnen und im prinzip kann man natürlich was damit anfangen ;). So schwer ist es jetzt auch nicht. Die Anleitung ist sogar detaillierter als man eig. braucht.

    1. es fehlen schon mal jegliche Zeitangabgen oder Mengenangaben, bzw in welchem Verhältniss die Zutaten zueinander stehen.
      Ich will sehen wie du mit der anleitung n bier braust und in den ersten 3 versuchen ein einigermaßen trinkbares zusammenbekommst.

  3. Bilsenkraut wächst wild, fast in ganz Europa.
    Botanikbestimmungsbuch!

    Aber wirklich ein bißchen Vorsicht, es war in vorchristlichen Gesellschaften das, was wir (s. Name, ein Druide ist ein Wissender in keltischen Kulturen) bei Operationen den Patienten gaben, damit sie keine Schmerzen hatten.
    Genau wie Reinlichkeit versus steriles Operationsfeld und sterile Verbände war es nicht so gut wie moderne Narkosemittel, aber unendlich viel besser als die reisenden Barbiere und die nach den Schriften des Hippokrates studierten Ärzte zu christlichen Zeiten.

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