Johannesburg: Die SIM-Karten-Ernte wird aus Ampeln eingefahren

In Johannesburg haben Kriminelle eine günstige und anonyme Methode gefunden um Telefonanrufe mit ihrem Handy zu tätigen.

Sie fanden heraus, dass einige Ampeln durch SIM-Karten mit GPRS-Verbindungen die zuständige Wartungsbehörden über Fehlfunktionen informieren. Alternativ können diese SIM-Karten aber auch an den Ampeln „geerntet“ und in normalen Handys für kostenlose, unbegrenzte und anonyme Telefonanrufe missbraucht werden.

Das System wurde durch die Johannesburg Roads Agency entworfen und soll eine funktionierende Verkehrs-Infrastruktur auch ohne dauerhafte menschliche Überwachung garantieren. Durch die gestohlenen SIM-Karten hat das System allerdings das genaue Gegenteil bewirkt. In der südafrikanischen Hauptstadt häufen sich Staus und Unfälle.

Die JRA schätzt, dass durch die manipulierten Ampeln Schäden in Höhe von 8,8 Millionen Rand (ungefähr 900.000 €) verursacht wurden.

Interessanter Weise müssen die Diebe über Insiderwissen verfügen, was die Arbeitsweise der JRA angeht. Nicht jede Ampel in Johannesburg ist mit einer SIM-Karte ausgestattet und äußerlich unterscheiden sich Ampeln mit und ohne SIM-Karte in keinster Weise. Bis jetzt wurden nur Ampeln mit SIM-Karten zum Ziel der Diebe. Ein Sprecher der JRA ließ verlauten: „Sie wissen, welche Ampeln sie angreifen müssen. Sie verfügen auf jeden Fall über detaillierte Insiderinformationen.„. Mehr als zwei Drittel der 600 High-Tech-Ampeln sind bereits Ziel der Angriffe geworden. Die Reparatur der Ampeln kostet pro Gerät mehr als 2.000 €. Einige Ampeln wurden schon nach der Reparatur ein weiteres Mal angegriffen.

Der Sprecher der JRA kündigte an, dass die gestohlenen SIM-Karten gesperrt werden und mit dem Mobilfunkprovider und der örtlichen Polizei zusammengearbeitet wird, um den SIM-Klau einzudämmen. Zudem wurde eine interne Ermittlung angesetzt um herauszufinden, ob ein Mitarbeiter der JRA mit den Dieben zusammenarbeitet. [Klaus Deja / Dan Nosowitz]

[via Simsalaring, JoburgThe Guardian]

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  1. das ganze ließe sich doch eindämmen, wenn man die simkarte fest verbaut oder eine reine datenkarte benutzt.

    und ja, das gibt es auch in deutschland. Die Anzeigetafeln für Bus/Straßenbahn in größeren Städten sind teils auch mit SIM-Karten ausgestattet.

  2. Ohne jemanden hier auf falsche Ideen bringen zu wollen: man kann durchaus leicht feststellen, ob sich in der Umgebung ein funkendes Mobiltelefon befindet. Ganz ohne Insiderwissen. enstprechende ICs gibt’s schon für 3 Euro.
    Sollten Journalisten eines Tech-Blogs das nicht wissen?

    1. „Sollten Journalisten eines Tech-Blogs das nicht wissen?“

      Eigentlich schon, aber glaubst du wirklich das hier Journalisten die Beiträge verfassen?

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