Wem schadet Apples neues Abomodell im App Store?

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Apple ermöglicht nun jedem App-Anbieter im App-Store das gleiche Abomodell anzubieten, wie es die US-Publikation "The Daily" nutzt. Obwohl die Zeitungsmacher nicht gerade begeistert sind und schon den Untergang des Abendlandes prognostizieren, sind Apples Bedingungen fair: Althergebrachte Abomodelle dürfen weiter genutzt werden.

So sieht das neue Abomodell aus:

„Unsere Philosophie ist einfach – wenn Apple einen neuen Abonnenten für die App gewinnt, erhält Apple einen 30-prozentigen Anteil; wenn der Verleger einen bestehenden oder neuen Abonnenten für die App gewinnt, behält der Verleger 100 Prozent und Apple verdient nichts,“ sagte Steve Jobs, CEO von Apple. „Alles was wir fordern, ist, dass ein Verleger der ein Abonnement-Angebot außerhalb der App offeriert, dieses (oder ein besseres) Angebot auch innerhalb der App macht, so dass der Kunde auch einfach direkt mit nur einem Klick in der App abonnieren kann.

Wenn der Anwender also die New York Times, den Spiegel oder was weiß ich was über die Website des Verlags als E-Paper abonniert, bekommt der Verlag weiterhin 100 % des Geldes. Wenn der Verlag aber auch eine App anbietet, über die man das E-Paper abonnieren kann, das kriegt er nur 70 Prozent – den Rest bekommt Apple.

Und was macht die Konkurrenz? Android-Aboeinnahmen fließen zu 100 Prozent in die Taschen der Verleger. Wenn sie nun für die iPad-Ausgabe mehr verlangen, um die 30 Prozent zu kompensieren, die ihnen bei Apple nicht zufließen, werden sich die Kunden nicht gerade freuen. Andererseits wird auch niemand ein Android-Tablet kaufen, nur weil da sein Zeitungsabo billiger ist.

Aber eine Sache ist sehr wichtig: Was wird ein Abo überhaupt kosten? Wird es billiger sein als die Printausgabe? Gleich teuer? Oder sogar teurer? Was meint Ihr – wohin werden sich die Preise für die E-Paper-Abos hinbewegen? [Jesus Diaz / Andreas Donath]

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  1. > Apple ermöglicht nun jedem App-Anbieter
    > im App-Store das gleiche Abomodell anzubieten

    Statt „ermöglicht“ sollte man wohl eher „zwingt“ verwenden.
    Denn Apps für Abos darf es ja nur noch geben, wenn auch der In-App Kauf zum gleichen Preis möglich ist.

    > Apples Bedingungen fair: Althergebrachte
    > Abomodelle dürfen weiter genutzt werden.

    Stimmt auch nicht ganz.
    Eine kostenlose Digitalausgabe für Kunden die bereits das Printabo beziehen, darf es nicht geben, da Apple daran nix verdienen würde.


    Ich schätze, daß Apple da noch freiwillig zurückrudern wird, oder aber ansonsten die Kartellbehörden dagegen vorgehen werden.

    Alternativ wird es für iOS Geräte teurere Abo Preise geben, oder aber die Verlage auf HTML5 umsteigen und die Inhalte einfach nur noch Online im Webbrowser bzw. als PDF anbieten.

    1. >> Apples Bedingungen fair: Althergebrachte
      >> Abomodelle dürfen weiter genutzt werden.

      >Stimmt auch nicht ganz.
      >Eine kostenlose Digitalausgabe für Kunden die bereits das Printabo beziehen, darf es nicht geben, da Apple daran nix verdienen würde.

      Fair für die Verleger zumindest. Gibts denn sowas? Kostenlose digitale Ausgabe als Dreingabe?

      1. Ja, gibt es. Beispielsweise bei der Zeit, kostenlos zum regulären Abo. Es gibt jede Ausgabe als pdf zum Download. Und dazu noch einige Artikel als Audiodateien. DAS nenne ich mal Service!

  2. Wenn es so läuft wie bei den Büchern kostet die „Textdatei“ genau so viel wie das „echte“ Printmedium. Also für den Käufer entsteht kein Preisvorteil, eher im Gegenteil, da die Anschaffungskosten für das Endgerät ja eigentlich mitgerechnet werden würden. Für mich nicht nachvollziehbar, da ja Kosten für Vertrieb und Druck VOLLSTÄNDIG wegfallen. Naja… liegt vielleicht an dieser bescheuerten Festlegung von Buchpreisen hier in DE ;)

    Also bei Büchern wird es definitiv nicht zu einem „BOOM“ kommen, wenn das weiterhin so bleibt.

    1. Hey Stony,

      ich arbeite für einen großen Deutschen Verlag und bei uns bekommt man die E-Books 20% günstiger. Soweit ich weiß machen das auch einige andere Deutsche Verlage.

      LG Logge

  3. Ich denke, dass man sehr bald andere Formate haben wird als jetzt „nur“ den Spiegel mit animierten Grafiken.
    Das einzige was ein E-Paper mit einer Zeitung gemein hat ist doch im wesentlichen, dass man es schön auf der Toillette lesen kann.
    Am Frühstückstisch kommt mit nem Tablett einfach nicht der „Churchill-Effekt“ wenn man die Zeitung mit einem Schwung aufschlägt. Ausserdem hat man ein wenig Angst um sein Tablett wenn der Kaffe direkt daneben ist.

    Ich freu mich aber auf fundierte Analysen, die Hintergrundinformationen in einer Art Aufarbeiten wie „Mit offenen Karten“ oder Reden wie bei Ted.com

    Insofern kann man über den Preis erstmal nur sagen, dass der sich am Zeitungspreis orientieren wird.
    Denn wer ein iPad benutzt um Zeitungen zu lesen sollte genug Geld haben diese auch zu kaufen.

  4. Jetzt dürfen hier sogar die Apple-Presseagenturen veröffentlichen? Aber Spaß beiseite, Apple versucht hier ein Informationsmonopol zu erschaffen. Was passiert, neben der seltsamen Preisgestaltung, wenn ein Medium mal eine applekritische Berichterstattung an den Tag legt

  5. >> Wenn sie nun für die iPad-Ausgabe mehr verlangen, um die 30 Prozent zu kompensieren, die ihnen bei Apple nicht zufließen, werden sich die Kunden nicht gerade freuen. Andererseits wird auch niemand ein Android-Tablet kaufen, nur weil da sein Zeitungsabo billiger ist.

    Apple verbietet ausdrücklich, dass eine App im iTunes-Store teurer sein darf, als das selbst unter die Leute gebrachte Abo. Damit verhindern sie, dass die 30% auf den Kunden umgelegt werden. Recherche anyone?

  6. Apple sollte sich im Stillen freuen, dass die Anzahl verfügbarer Apps für viele Kunden ein Kaufanreiz ist. Dass sie jetzt noch 30% (in Worten: dreißig!!!) für ein Produkt einkassieren, wofür sie selbst keinen Finger krumm gemacht haben, ist schlichtweg dreist!

    1. Apple betreibt den iTunes-Store und übernimmt damit den Vertrieb sowie auch das Inkasso (was bei der heutigen Zahlungsmoral auch Mahnungen und Zahlungsausfälle beeinhaltet). Ob der Obulus dafür nun 30% eines App-Preises (hier subventionieren teure Apps die billigen) oder ein fester Betrag (hier werden billige Apps unattraktiv) sein sollte, sei mal dahingestellt.

      Generell kannst du einem Kaufmann nicht vorwerfen, mit seinem Geschäft und seinen Leistungen Geld verdienen zu wollen.

  7. ja jetzt wird man mich wahrscheinlich gleich als fanboy abstempeln, aber ich finde es nur fair, warum sollten anbieter apples ecosystem nutzen und dafür nichts zahlen. wenn die app zum bereitstellen der ausgaben kostenfrei ist dann verdient apple hier nichts. wenn dann auch nichts für das abo bezahlt wird, dann nutzt der anbieter apples vertriebsstruktur gratis, oder nicht?!
    korrigiert mich wenn ich da falsch liege….

    1. Apple sollte sich noch bei den Verlagen bedanken. Denn je mehr attraktive Apps es gibt, desto mehr Leute kaufen sich das IPad oder IPhone.

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