Blogger dreht heimlich einen Film in Nordkorea

Steve Gong wollte das Alltagsleben in Nordkorea filmen - und er hat es geschafft. Weil die Nordkoreaner nicht gemerkt haben, dass seine stark modifizierte Canon 5D auch Videos aufnehmen kann.

Filmen in Nordkorea ist nach Angaben von Gong nicht gerade leicht. Man weiß nie, ob jemand von der Polizei die Speicherkarte konfisziert – oder gar die Kamera. Deshalb hat Gong seine Kamera gut getarnt. Zum Beispiel klebte er das Display ab.

Außerdem wurde ein Nikon-Objektiv mittels Adapter an die Canon-Kamera montiert. Dadurch verlor Gong die Autofokusfunktion. Er musste erst einmal lernen, mit der Hand zu fokussieren – und zwar ohne Sichtkontrolle durch den Sucher. Er übte deshalb wochenlang vor seiner Reise, seine Kamera scharf zu stellen, obwohl sie ihm um den Hals hing.

Gong reiste dann mit einer Touristengruppe durch Nordkorea und schaffte es tatsächlich, Videoaufnahmen vom Alltagsleben der Einwohner anzufertigen und außer Landes zu bringen. [Adrian Covert / Andreas Donath]

[Via Steve Gong, John Herrman]

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    1. >> Naja, er ist mit einer Touristengruppe gereist…

      Touristengruppe ist fast schon das falsche Wort. Expeditionstrupp träfe es da eher. Allein die Hürden, die man nehmen muss, um da einreisen zu dürfen, haben mit normalem „Tourismus“ schon nichts mehr gemein.

      PS Hört doch mal mit den Streitereien auf. Es gibt Leute, die leisten wirklich was – wie der Autor des Filmes – und Leute, die in Kommentarspalten aggressiv werden und sinnlose Streitereien anzetteln. Wozu wollt ihr euch zählen?

      Das Video ist wohl eher was für Leute, die sich für die Situation des Landes interessieren. Dem Mob explodiert da wohl zu wenig oder es fehlen Brüste.

  1. „Außerdem wurde ein Nikon-Objektiv mittels Adapter an die Canon-Kamera montiert“ ÄÄhm.. ja und Nikon Kameras können nicht Filmen oder was?

    1. Das Nikon Objektiv wurde verwendet, weil es nicht automatisch fokusiert. Das hätte man bemerkt, da der Motor im Inneren ständig versucht scharf zu stellen. Depp!

  2. Hat er jetzt die Kamera so getarnt das man sie nicht mehr als solche erkannt hat.
    Heute kann doch jede 50-60 Euro Foto Kamera HD Videos aufnehmen. Da brauche ich den Fokus nicht selber einstellen und eingeschaltet um den Hals gehängt merkt auch keiner das es gerade Filmt.

    1. naja, die 50-60 euro kameras fahren meistens das objektiv aus. und die liefern nicht die qualität einer nikon linse. wenn du mit einer mini knipse um den hals, mit ausgefahrenen objektiv durc die gegend rennst, ist das auffälliger als wenn du bei einer slr einfach den objektivdeckel weg lässt.

  3. Ich glaube der Punkt ist, das er nicht wollte, das sich das obejktiv beim Videodreh automatisch scharfstellt, sprich irgendwelchen Bewegungen vollführt die jemand sehen könnte.

    Es wundert mich aber, das man bei so ner profikamera den Autofokus nicht einfach deaktivieren kann…

    1. Auch wenn ich zu Nikon tendiere, muss ich doch Canon verteidigen: der Autofokus kann deaktiviert werden.
      Ich vermute jetzt einfach mal, dass er seine Kamera auf „analog“ trimmen wollte. Wofür er dabei aber ein Nikon-Objektiv braucht, erschließt sich mir nicht.
      Wahrscheinlich hat das Ganze einen anderen Sinn…?

      1. Mich würde auch interessieren, warum man ein Nikon Objektiv auf ne Canon Kamera packt. Technische Gründe wird das sicher nicht haben.

        Und: Man kann bei allen Objektiven an DSLRs den AF abschalten! Das wird nicht in der Kamera sondern om Objektiv selber gemacht.
        Es werden heute sogar noch Objektive ganz ohne AF hergestellt von Zeiss z.B.

        Aber: Warum besucht man nicht einfach die Webseite von den Typen und schreibt ihn eine Mail bzgl. dem Objektiv? Ich werde das jetzt mal machen.

  4. *ironie* wow, was für aufnahmen, wirklich spektakulär *ironie* ich glaube kaum dass man ihm diese aufnahmen abgenommen hätte, wenn… der kam sich dabei bestimmt vor wie james bond, oder so, vollidiot.

  5. also ich glaube eher der vollidiot bist du! hast du jemals solche bilder gesehen oder dich nur ein bisschen mit diesem land beschäftigt? ich glaube nicht, den sonst würdest du nicht so mist rauslassen…

  6. Extrem tolle Aufnahmen. Die U-Bahn sieht aus, wie die alten die jetzt noch in Berlin fahren. Wahrscheinlich ein DDR-Modell. Überhaupt sieht es überall aus wie in Ost-Berlin zur DDR-Zeit, nur viel aufgeräumter und spartanischer. Ich finde diesen kurzen Einblick in die Stadt und das Leben der Menschen sehr spannend, ehrlich gesagt hätte ich es mir sehr viel ärmlicher vorgestellt. Ganz großartig!!

  7. Stellvertretende Antwort:

    Diese Aufnahmen sind NICHTS neues.

    Ja, genau solche Aufnahmen und auch bessere gab es schon in ein paar Dokumentationen zu sehen.

    Es gibt mehrere Leute die schon verschiedenste Stunts ausprobiert haben um auf seltsamen wegen nach Nordkorea zu kommen, die coolsten davon waren die Eisenbahnfreaks die über Russland mit der Eisenbahn eingereist sind und das Einreise-Visa-System ausgetrickst haben – ins Hinterland haben die sich aber auch nicht getraut – dann gibt’s nämlich uffe Ömme.

    Die richtig krassen Sachen hat bisher noch NIEMAND vor die Linse bekommen (z.B. was mit Leuten passiert die aus Nordkorea nach China flüchten, dabei erwischt werden und dann über die Grenze an Nordkorea zurückgegeben werden – die kriegen nämlich Drahtseile durch’s Schlüsselbein und werden damit aneinandergekettet und wie eine Herde Vieh wieder zur Arbeit getrieben).

    Und weil es eben wirklich SO KRASS ist, gibt es auch keine Bilder davon, weil sich kein Fotograf oder Kameramann in diese Gefahr begeben würde.

    Sogar die Spinner vom Vice-Magazine haben verrücktere Bilder besorgt:
    http://www.youtube.com/watch?v=s6ixGYzbLz0
    Und immerhin „I am an Anarchist“ bei der Fake-Karaoke-Party gesungen :D

  8. Ihr seid doch alle auf der Falschen Fährte….

    1. Spannend wäre erstmal für den aufmerksamen Leser dieses Berichtes, dass er das mit einer 5D gedreht haben soll… hmm die erste 5D, die noch nicht den Titel 5D Mark2 trug konnte gar keine Filme aufzeichnen… aber hier denke ich es wird sich um einen pingelingen Augenmerk meinerseits handeln..
    sollte es dennoch gehen, mit der 5D filme zu drehen, wäre ich sehr gespannt wie es funktioniert, da die Kamera mittlerweile sehr günstig zu kriegen ist.

    2. eine Nikon Linse auf eine 5D Mark2 zu adaptieren ist eine gängige Praxis , da die alten Nikorr-Objektive einen bestimmten Look auf das Material legen… für den Leihen… wenn du durch eine Brille mit hochvergütetem Glas schaust, ist das abgebildete Bild auf deiner Netzhaut besser als mit ner Lesebrille fürn 10er….

    3. Das mit dem Autofokus – ist so ne Sache – Fakt ist , der funtioniert nicht im Videomodus..!!!!! – Grund: Da man beim Filmen ja auch den Ton haben will würde der AF nur Störgeraüsche verursachen, die nicht gewünscht sind… also ist diese Randbemerkung vollkommen unwichtig… Gruss an den Autor….

    4. Zu der Kamera, die im Film zu sehen ist… In einem Land in dem es fliessend Wasser gibt und die Leute U-Bahn fahren gibt es sicherlich auch den einen oder anderen, der sich eine Kamera leisten kann und diese auch benutzt. Mal ehrlich das ist nicht die Steinzeit… Problematische ist es für Nord-Korea, wenn ein Tourist filmt und das Material ausser Landes bringt….

    Ich finde das dieser Film einen Einblick in eine soziale und gesellschaftliche Struktur bietet, die wir sonst nicht sehen könnten, wenn wir nicht dort wären. Die Bilder sind schön eingerichtet und gut geschnitten. Einen Erzählstrang über eine Beziehung zu einem Menschen, der sich in dem System befindet (Friseurin) und nicht ohne weiteres dahin kann, wo Steve Gong lebt, nennt man ein unfreies Land mit Menschen, die innerhalb der Ristriktionen versuchen ein normales Leben zu führen. Und siehe da, auch normale Bedürfnisse, wie Haare schneiden oder U-Bahn fahren haben. Dennoch sind die Leute aus ganzem Herzen für Ihr Land bereit Opfer zu bringen bzw. das diktierte Leben zu führen. Das einzige Problem ist das Sie teilweise nicht das Gefühl haben Opfer zu bringen, weil Ihre Gesellschaft, bzw. die sozialistische Regierung die Leute von den Lebenstandards andere Länder abschirmt. Bei uns heisst sowas Freiheitsberaubung und hat bis vor ca. 20 Jahren auch in Deutschland stattgefunden. Alles in Allem haben wir es hier mit einem gut gemachten und seltenen Dokument der aktuellen Geschichte zu tun, das keineswegs banal abzutun ist, wie eine Folge Barbara Salesch oder ähnliches, was einige Kommentierende, evtl. mehr anspricht, weil da ja auch was passiert und Recht und Schuld immer richtig behandelt werden(gähn). Ich wünsche mir, dass manche Leute erstmal denken und zweitens über sich selbst reflektieren, bevor sie irgend einen Dünnsinn von sich geben, den erstens keiner braucht und zweitens der absolut nichts mit dem Verständnis für das gesehene Material zu tun hat.

    „Er fühlte sich bestimmt wie James Bond oder so der volidiot“ lässt mich schallend über die Dummheit des Urhebers lachen. Sorry keine offensive Beleidigung meinerseits – nur ein Fakt.
    Dass bei Dir nicht mehr geht als unkontrollierter Konsum von einer wirtschaftlich diktierten Welt wird mir beim lesen deiner Zeilen absolut klar..
    Die Wirkliche Ironie ist jedoch, und ich glaube dass dein Horizont garnicht bis dahin reicht , dass Du leider ein Mensch bist, der zwar in einem Freien Land lebt und eine eigene Meinung haben könnte, es jedoch vorzieht den neuesten Produkten und den aktuellsten Neuigkeiten hinterherzuhecheln, weil Du es als Freiheit definierst das man alles Konsumieren und kaufen kan, ohne zu merken, wie manipuliert und unfrei Du dich damit selber machst…

    Falls Du Dir die Mühe gemacht hast bis hierhin zu lesen und du nicht Begriffen hast was ich Dir sagen will: „Lass am besten keine Kommentare vom Stapel, die Dich als dummen Menschen darstellen, falls Du so klug sein könntest in der richtigen Situation einfach mal zu schweigen.

    Alsdann wünsche ich den wirklich interessierten viel Spass sich diesen schönen und durchaus gefühlvollen Kurzfilm anzusehen..

    1. soweit ich mich erinnern kann hab ich „..dass seine stark modifizierte canon 5d videos aufnehmen kann“ gelesen.
      wobei ich aber nicht unbedingt glaube eine 5D videofähig zu machen mit anderer software

      funktioniert überhaupt der autofokus eines nikon-objektivs auf einer canon-kamera, mal abgesehen vom filmen?

  9. NICHT heimlich gedrehte Videos über in Nordkorea tätige ausländische Firmen und Investitionen – ja, das gibt’s! – findet man bei Youtube unter „businessnk“

  10. Ich check auch nicht so ganz, wofür er das Nikon- statt des Canon-Objektivs benutzt hat. Dachte erst an irgendwelche politischen Dinge in Bezug auf Herstellerland, aber beide kommen aus Japan. Analog-trimmen wäre auch eine Idee, ja. Vielleicht sehen ihm die Nikon-Objektive noch am analogsten aus. ;)
    Hat sonst jemand ne Idee?
    Btw… Tolle tolle Bilder! Super Filmchen. Kommt mir vor, als wäre das hier in den 70er oder 80er Jahren gedreht worden.

  11. Die Qualität ist wirklich gut. Aber es ist nichts dabei, was zensiert werden würde. Könnte ja fast ein Werbefilm sein.
    Der Mann mit der Kamera ist übrigens ein Nordkoreaner, der das Reisevideo verkaufen will. Wie man sieht, filmt er im Prinzip das Gleiche ganz offiziell und die Aufnahme beim Friseur war wohl erlaubt.
    Wer einen besseren Einblick haben möchte, sollte sich diesen Reisebericht ansehen:
    http://vienna-pyongyang.blogspot.com

  12. Eine wichtige Frage die sich natürlich stellt, ist, wieso ausschließlich positive Bilder gezeigt werden. Konzentriert die Regierung sämtliche nur verfügbare Ressourcen auf die Hauptstadt und werden immer noch Leute, die nicht ins Bild passen, aus der Stadt verwiesen? Oder sind hier einfach Sympathien des Filmers für das Land erkennbar, der die Stadt in ein scheinbar positives Licht rücken will?

    Man weiss es nicht. Bevor man das nicht weiss, sollte man natürlich die Leistung anerkennen.

  13. ich verfiel gerade fast in trance beim betrachten des videos
    super!
    und ueber (einen teil) der kommentare
    sag ich nur
    „hier spricht der kapitaen der MS NIVEAU … wir sinken!“ …

  14. Was ich nicht verstehe ist, dass er eine Nikon Linse auf die 5D montiert hat. Meines wissens hat die 5D zwar einen AF, der aber nur auf Knopfdruck reagiert. Abgesehen davon kann man den AF auch ausschalten.
    Ich finde eine Nikon Linse auf einer Canon noch auffälliger als eine Canon Linse.
    Weiß ja jetzt nicht was das für Konsequenzen gehabt hätte, wenn sie ihn erwischt hätten. Trotzdem Respekt, dass er sich getraut hat zu Filmen.

  15. Wo is denn bitte das Problem, in Korea n video zu drehen ? Mein Bruder war im November letzten jahres in Korea und kam nach einer woche (ohne Reisegruppe) mit etwa 2 Stunden Videomaterial von seinem iPhone 4 wieder….

  16. Ein super Einblick in das Alltagsleben. Die Kommentare hier sind teilweise tatsächlich fragwürdig. Schön das sich einige trotzdem die Mühe machen aufzuklären.

    Zur Wahl des Equipments, evtl. ist es auch einfach nur Geschmackssache. Die 5D ist eine robuste Kamera mit „guten“ Abmessungen. Die Wahl des Objektives kann ja auf Grund des Handlings auf ein Nikon gefallen sein. Vielleicht war das blinde fokussieren einfacher als mit einem Canon. Das fokussieren stelle ich mir unglaublich schwer vor, ich kann meine Objektive nicht blind scharfstellen. Die Antwort des Filmers welche per Mail erfragt wurde würde mich auch interessiere.

  17. @it’s me: für die ganz dummen: Korea ist geteilt. Ähnlich wie früher Deutschland (falls du das mitgekriegt hast).
    Also wo war dein Bruder? Nord- oder Südkorea?
    In Nordkorea darf man sich normalerweise nur unter strenger Aufsicht bewegen. Filmen ist nicht grundsätzlich verboten aber man bekommt auch nur das zu sehen, was man sehen soll und bei der Ausreise werden normalerweise die Speicherkarten durchgesehen und ggf. abgenommen.
    Der Fall der Jungs von http://vienna-pyongyang.blogspot.com war ziemlich einzigartig weil ihnen eine Einreise ohne Beaufsichtigung und durch ungeschminktes ländliches Gebiet gelang. Die Aufnahmen von der Einreise haben sie verschlüsselt und versteckt. Ab Pjöngjang wurden sie wie alle anderen ausländischen Besucher geführt und kontrolliert.

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