Wie viele Apps sind zu viele Apps?

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Wer kennt eine gute App um Termine einzutragen und Aufgaben zu verwalten? Eine App um meine verrückten Ideen niederzuschreiben bevor sie durch noch verrücktere ersetzt werden?

Stopp: Dass mir jetzt bitte niemand seine Lieblings-App für Notizen postet.

Bestimmt haben auch einige von euch schon mal Wochen damit verbracht neue Features auszuprobieren. Die meisten davon werden wir wohl niemals benutzen. Es gibt Anwendungen für den Rechner, das Smartphone sowie rund ein dutzend im Internet, wovon sich die meisten wieder mit den anderen Geräten synchronisieren lassen. Bei der Menge an Auswahlmöglichkeiten kann man Stunden vor dem Computer verbringen und Erfahrungen mit Freunden austauschen.

Vom relativ einfachen Gebiet um die Notizverwaltung herum ist es ein großer Schritt sich nach Produktivitätstools umzusehen. Um Zeit zu sparen gibt es allein fürs iPhone nahezu 2000 Tools. Wir können Features ausprobieren, Demos heruntergeladen und uns immer mehr mit der Materie auseinandersetzen.
Wir haben Optionen in beinahe all unseren Lebensbereichen. Amazon hat seinen Cloud Drive Dienst gestartet. Damit lässt sich Musik online speichern und mit dem Cloud-Player anhören.

Bitte nicht noch eine Möglichkeit um die Musiksammlung zu verwalten!

Wir haben schon so viel Zeit damit verbracht uns zu überlegen wo wir Musik herunterladen, streamen, uploaden und am besten anhören können, dass uns für letzteres keine Zeit mehr bleibt.

Vor ein paar Jahren war alles was wir über die Nutzung von Musik wissen mussten, dass man CD`s nicht dem direkten Sonnenlicht auf der Rückbank des Autos aussetzen darf.

Letzte Woche kam mit Firefox 4.0 ein neuer, schneller und besserer Browser auf den Markt. Davor gab es natürlich schon die Vorabversion, außerdem Opera, natürlich Chrome und manchmal zu testzwecken auch den IE. Firefox 5 und 6 sollen auch noch dieses Jahr erscheinen. Oh Gott nein, genau jetzt soll ich mich entscheiden welche Windows Updates ich installieren soll, was jedoch gut überlegt sein sollte.

Es gibt 1000 Möglichkeiten Zeitung zu lesen, Filme anzuschauen, ein Buch zu lesen oder sich eine Fotokamera auszusuchen.

Es wird in vielen Bereichen zunehmend schwerer die richtigen Entscheidungen zu treffen und zu recherchieren. Vielleicht wäre alles wieder einfacher wenn es ein Tool geben würde um schnelle Entscheidungen herbeizuführen.

Wir leben jetzt in einer Medien- und Kommunikationsgesellschaft und unser wertvollstes Gut ist unsere Zeit. [David Pell/Helene Gunin]

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  1. Ja, da stimme ich vollkommen zu. Mit zunehmenden Alter des Internet und genrell Computern, kommt eine immer größere Hülle und Fülle von Software. Es wird immer schwerer den Überblick zu behalten. Mittlerweile kann man einige Stunden damit verbringen, zu recherchieren welches Programm man am besten nutzen sollte. Dazu kommt noch: Jedes Programm hat seine Vor- und Nachteile.
    Ich kann mir jedoch keine Lösung für diese Problem vorstellen.

    Gerade in Appstores, versucht jeder mit seinem Programm nen bissel Geld zu verdienen. Demtensprechend schnell sprießen neue Apps aus dem Boden. Andererseits, gibt es ja auch Internetseiten die dem Entgegen wirken. So gibt es Seite die Apps testen…man kann Userbewertungen sehen. Google wird immer besser, wenn ich etwas bestimmtes Google, schlägt Google oft schon was interessantes von allein vor. Wie dem auch sei…das Internet ist noch relativ jung, ich bin gespannt was in den nächsten 10 Jahren kommen wird.

    Schöner Artikel !

  2. Das ist ein bekanntes psychologisches Problem, das alle Konsumbereiche betrifft:
    wenn die Auswahl an Alternativen sehr groß ist, nimm man zunächst an, die perfekte, für sich optimal passende Lösung finden zu können (und womöglich gefunden zu haben).

    Wer an dieser Stelle aufhört zu denken, hat alles richtig gemacht :-)
    Leider führt die große Auswahl aber dazu, daß man sich nach der Entscheidung ständig fragt: „Habe ich wirklich die richtige Entscheidung getroffen?“, „Habe ich etwas besseres übersehen?“, „Wird in Kürze etwas besseres erscheinen?“, „Habe ich zuviel bezahlt?“, etc.

    Das nennt man kognitive Nachkaufdissonanz und kognitive Dissonanz is a bitch :-)
    Denn ihr kann man auch bei Bewußtheitsmachung derselben genauso wenig entgehen, wie dem Effekt der unrunden Preise (9,99 Euro sind gefühlt näher an 9 Euro als an 10 Euro).

    1. Schön formuliert!

      Man sollte sich nicht quälen mit der Frage, ob man das Beste oder Neuste hat, sondern eher nüchtern darüber nachdenken, ob man das hat, was man braucht und was einem nützt.

      Vielleicht hat man das Falsche, vielleicht hat man etwas, das sogar zu „gut“, zu kompliziert, noch zu unausgereift ist.

      Technologie ist das Mittel, nicht der Zweck. Ach, aber ich bin eh so’n verkappter Asket, also egal …

      Lesetipp: Brandeins 11/2010, Vergessen lernen, Artikel „Gedächtnisspiele“ von Wolf Lotter

      Smart Phones statt Smart People! Aber sicher, kein Problem. Hauptsache, man vergisst keinen Termin. Selbstvergessen, aber tüchtig wird der Kampf gegen das Nicht-Erinnern an allen Fronten und mit jedem erdenklichen Mittel geführt: Computer, Assistenten, Archive, Time-Planner-Systeme, die nicht die Zeit planen, sondern nur erinnern sollen. Da machen alle mit, auch wenn sie murren. Das funktioniert, weil niemand etwas vergessen will. Vergessen ist Schwäche. Ein Leistungsträger merkt sich etwas. Was, ist zweitrangig.

      Das ist die To-do-Listen-Gesellschaft. Eigentlich ist der Begriff „To-do-Liste“ schon absurd. Denn man tut nichts mehr, man erinnert sich nur noch daran, etwas tun zu wollen. Vielfach bleibt bei aller Planung dann eh keine Zeit, um noch zu „machen“, also zu handeln und zu entscheiden. Wenn es Probleme gibt, wird zuerst einmal eine To-do-Liste erstellt.

  3. die reaktionen auf den artikerl (der mir auch sehr gefällt) find ich gut

    nichs von wegen was is jetzt mit gadget von heute das sin tausende von apps dies auch gestern schon gab.

  4. im android market gibt es nur ca 30 kategorien. eine davon ist zb “effizienz-tools“. innerhalb dieser kategorie gibt es keine weitere untergliederung. die im artikel angegebenen 2000 apps dieser kategorie, werden einfach, in einer dem nutzer nicht erkenntlich sortierten reihe, hintereinader angezeigt. wenn es auch nur jeweils eine weitere ebene mit unterkategorien gäbe, wäre die suche um ein vielfaches einfacher.

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