1999: New York Times gab Amazon keine Chance

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Aus heutiger Sicht wirkt das, was New York Times Kolumnist Thomas Friedman 1999 über Amazon schrieb, fast schon ein bisschen surreal. Er gab dem Online-Kaufhaus schlichtweg keine Chance.

Blogger Laurence Jarvik hat eine Kolumne aus dem Jahr 1999 ausgegraben, in der Friedman erklärt, warum Amazon überbewertet sowie überschätzt werde und ganz allgemein am Abgrund stünde. Friedman erklärte: „Zum Preis einer Amazon-Aktie können Sie selbst zu Amazon werden“. Er verwies auf das Beispiel eines Lyle Bowlin, der zum Preis von 150 US-Dollar im Monat gerade seinen eigenen Online-Buchladen eröffnet hatte: „Ich sage Ihnen das nicht weil ich glaube, dass Bowlin eine direkte Gefahr für Amazon darstellt, sondern um zu zeigen, wie einfach es ist, Amazon Konkurrenz zu machen. Aus diesem Grund bezweifle ich, dass es Amazon und anderen Online-Shops je gelingen wird, Gewinne in einer Höhe einzufahren, die ihren hohen Aktienkurs rechtfertigen“.

Kritikern hielt Friedman in einer späteren Kolumne entgegen, sie lägen falsch. Bowlins Erfolg beweise, dass es einen Bedarf nach menschlichem Kontakt auch beim Online-Shopping gäbe. Die erfolgreichen Online-Shops würden diejenigen sein, die die „Effizienz des Cyberspace mit der persönlichen Atmosphäre eines Barbecues verbinden“.

Blogger Jarvik bemerkt: „Den von Friedman (angeblich wegen einer familiären Beziehung) gerühmten Buchladen von Lyle Bowlins gibt es nicht. Die Amazon-Aktie wird heute für rund 180 US-Dollar gehandelt, was einem Unternehmenswert von 80 Milliarden US-Dollar entspricht.. Amazon dominiert nicht nur das Buchgeschäft, sondern ist auch einer der wichtigsten Anbieter im Bereich des Cloud Computing.“ [Charlie Jane Anders / Tim Kaufmann]

[Via IO9]

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    1. Umsatz im 4. Quartal 2010 von 12,95 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 416 Millionen US-Dollar. Halbe Mrd. in einem Quartal ist ein nennenswerter Gewinn.

  1. Insgesamt verzeichnete Amazon einen Umsatz von 34,30 Milliarden US-Dollar (+ 40 Prozent zum Vorjahr) und einen Gewinn von rund 1,15 Milliarden US-Dollar (+ 28 Prozent).

    jahr 2011

    aber was sind schon 34 milliarden nicht war

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