Mini-Tablet: Das BlackBerry PlayBook im Test

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Das BlackBerry PlayBook ist nicht einfach nur die dritte große Tablet-Plattform, die an den Start geht - es ist im Grunde genommen auch die Zukunft von BlackBerry, nachdem sein QNX-basiertes Betriebssystem künftig auch auf den BlackBerry-Smartphones von RIM laufen wird.

Das erste was beim Blick auf das PlayBook auffällt ist seine geringe Größe. Es ist einfach sehr winzig. Und es sieht sehr minimalistisch aus – die Front kommt ohne Knöpfe aus. Es ist einfach ein schwarzes Stück Technik – im besten Sinne wohlgemerkt – denn es wirkt weder langweilig noch irgendwie billig. Es sieht aus wie ein kleines Taschenbuch und ist nur einen Hauch dicker als das iPad 2. Die Rückseite ist gummiert, um es leichter in der Hand halten zu können. Das Display ist hell, klar und glänzt.

Das PlayBook ist eines der am besten durchdachten Geräte, das RIM in der letzten Zeit auf den Markt gebracht hat. Ein BlackBerry hat sich bislang noch nie so flüssig bedienen lassen wie dieses Gerät. Es verwirklicht den Multitasking- Gedanken besser als jedes andere Tablet, das bisher auf dem Markt ist. Und es hat richtig viel Power unter der Haube.

Immerhin kann man es via HDMI an einem Fernseher anschließen und darüber Videos in 1080p abspielen. Und dennoch können noch ein oder zwei Apps nebenher benutzt werden, ohne das das Video rucket. Wenn man vom Rand aus auf das Display wischt, erscheint die Desktop/Kartenansicht, mit der man eine andere App auswählen kann. Das ist vergleichbar mit Palms webOS. Ein direktes Umschalten zwischen den Apps ist mit einer weiteren Geste möglich. Ein Wischer vom oberen Rand her ruft das Menü auf – oder weitere Optionen in den Apps. Die Multitaskingfunktion kann entweder alle Apps, die gerade geöffnet sind, im Hintergrund halten und sie weiter laufen lassen oder sie pausieren, bis sie wieder hervorgeholt werden. Letzteres ist das Standardverhalten. Push-Nachrichten von den Apps werden am oberen Bildschirmrand eingeblendet, wo sie weniger stören.

Steckbrief BlackBerry PlayBook

Preis: 500 bis 700 US-Dollar mit WLAN
Bildschirm: 7 Zoll, 1024×600 Pixel
Prozessor und RAM: Dual-Core 1GHz TI OMAP 4430, 1 GByte RAM
Speicher: 16, 32 oder 64 GByte
Kameras: 5 Megapixel, 720p Video und 3 Megapixel
Gewicht: 410 Gramm

Der größte Kritikpunkt am PlayBook sind die fehlenden, nativen Apps für Mail, Kontakte und Kalender. Stattdessen muss man über Bluetooth die Verbindung zu einem anderen Blackberry aufnehmen um an diese Anwendungen zu kommen. Die Erstinstallation ist auch ziemlich zum abgewöhnen. Mit einem QR-Code und einer Internet-Verbindung zum Blackberry per Tethering. Dafür erscheint dann auch alles, was auf dem Blackberry gespeichert wurde, auf dem PlayBook. Die Apps auf dem PlayBook erinnern ziemlich an das, was man vom iPad her kennt. Mag sein, dass das ein Sicherheitsfeature ist – aber das Setup ist eine Zumutung. Wenn das Blackberry-Smartphone keinen Saft mehr hat, kommt man an die Daten nicht mehr heran. Man kann es sich gut vorstellen: Das Handy versagt seinen Dienst, es gibt kein WLAN in der Umgebung und man benötigt ein Adresse aus seinen Kontakten: Keine Chance.

Und was die Apps angeht – davon hängt der Erfolg oder Misserfolg jeder Hardwareplattform ab. Das gilt auch für Tablets und auch für das PlayBook. Blackberry behauptet, das zum Start 3.000 Stück verfügbar sein werden. Was wir in der Beta der App World gesehen haben, ist jedoch zum größten Teil ziemlicher Mist. Vielleicht gibt es da aber auch noch Probleme, alle guten Apps anzuzeigen – es ist schließlich eine Beta.

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  1. Netter Test!!!
    Der objektivste Bericht, den ich bisher gelesen habe. Kein Hochjubeln des IPads, sondern ein schlichter Tatsachenvergleich wurde gemacht und lässt den Test sehr glaubwürdig erscheinen. Mehr solcher Tests wären cool. Und mal ganz ehrlich, ich finde das IPad langsam langweilig, bei den Apple Produkten ist das doch immer dasselbe. Freu mich schon auf die ersten Tablets mit Windows 8. Im Zusammenspiel mit Windows Phone 7 sind die bestimmt unschlagbar.

  2. Das PlayBook ist für 2011 das wichtigste Produkt für RIM.

    Ich bin auf jeden Fall dabei, wenn es in D verfügbar ist.

    Wir brauchen einfach Alternativen zu Android und iPad2. Der Markt wird es am Ende entscheiden.

  3. tut mir leid aber wenn man einen blackberry benötigt um die normalsten, der normalsten sachen zu machen –> ein richtiger fail

  4. seh ich leider genau wie appsted. habe mich TIERISCH auf das gerät gefreut, wenn aber genau jene funktionen fehlen, die ich von einem RIM produkt in erster linie verlange und diese ausschließlich in kombination mit einem handheld nutzen kann, brauch ichs auch nicht! sorry! sobald hier die sachen behoben sind greif ich natürlich sofort zu, solange muss ich mein geld eben anderen geben ;-)

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