Schreibmaschinenfabriken vor dem Aus

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Ich sitze hier zwar nicht an einer Schreibmaschine, aber ich habe eine kleine Reiseschreibmaschine im Schrank. Ihr fehlt zwar die rechte Umschalttaste und das Ausrufezeichen geht nicht mehr, aber sie funktioniert. Und nun gehört sie zu einer aussterbenden Rasse.

Die Firma Godrej und Boyce war eines der letzten Unternehmen, das Schreibmaschinen herstellte. Die Fabrik hat ihren Sitz im indischen Mumbai. Die Zahl der Aufträge sank in den letzten Jahren auf rund 800 Stück. Zuwenig, um weiter zumachen.

Milind Dukle, Chef des Unternehmens: „Nach dem Jahr 2000 hatte der Computer einfach die Nase vorn. Alle Hersteller von Schreibmaschinen gingen zugrunde oder stellten die Produktion ein. Bis 2009 stellten wir selbst 10.000 bis 12.000 Schreibmaschinen pro Jahr her. Wer jetzt noch eine Schreibmaschine will, sollte zuschlagen. Die Hauptabsatzmärkte für unsere Produkte waren in den letzten Jahren Gerichte, die Armee und Behörden.“

Allerdings war das nicht das letzte Unternehmen, das Schreibmaschinen herstellte. Ed Michael, Chef von Swintec: „Es gibt noch Hersteller, die Schreibmaschinen bauen. Sie sitzen in China, Japan und Indonesien. Sein Unternehmen hat unter anderem Verträge mit Gefängnissen, die durchsichtige Schreibmaschinen nutzen. So kann nichts eingeschmuggelt werden. [Brian Barrett / Andreas Donath]

[Via Daily Mail, The Atlantic, Gawker]

Foto: Flickr/rahego

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  1. Das ist ja jetzt kein wunder oder?
    Ich meine Die eisblöcke im Schrank wurden auch vom heutigem Kühlschrank vertrieben^^
    Das ist eben die Entwicklung

  2. Trotzdem schade. Der satte Sound einer analogen Schreibmaschine beim Anschlag der Hebel auf Papier ist unbeschreiblich. Ich hätte wirklich gerne eine Pages/Word App, die genau dieses Geräusch simuliert

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