Amazon verkauft mehr E-Books als gedruckter Bücher

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Herzlich Willkommen in einer neuen Welt. In der Welt, in der Amazon erstmals mehr E-Books als gedruckte Bücher verkauft. Wer noch am Erfolg der E-Books gezweifelt hat, sollte seine Meinung spätestens jetzt überdenken.

Erst im Januar konnte Amazon vermelden, dass die Zahl der verkauften Kindle-E-Books die der Taschenbücher übertrifft. Nun übersteigen die Kindle-Verkäufe die Gesamtzahl aller von Amazon verkauften Bücher. Zwar beziehen sich diese Zahlen durch die Bank weg auf Amazon USA, aber der Trend ist unverkennbar.

Für mich wirft Amazons Meldung mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Zum Beispiel die nach der Ökobilanz von E-Books im Vergleich zu der eines gedruckten Buches. Kein Papierverbrauch, und kein LKW für den Transport stehen auf der Habenseite, während auf der Sollseite der Aufwand für den Reader und der Stromverbrauch für Bereithaltung und Transport des E-Books via Internet stehen. Mich würde aber auch interessieren, wie der Buchhändler um die Ecke über den Trend zum E-Book denkt. Geht er den Weg des Plattenladens?

Eines weiß ich hingegen sicher: Wenn ich ein gedrucktes Buch kaufe, dann kann ich dazu bei jedem beliebigen Buchhändler gehen. Will ich den selben Titel als E-Book, dann muss ich erst mal herausfinden, bei welchem Händler es ihn gibt (Amazon Kindle, Apple iBook, Libri, txtr – um nur mal ein paar zu nennen) und ob mein Lesegerät auch mit dem jeweils eingesetzten Kopierschutz zurechtkommt.

Meine größte Irrfahrt erlebte ich, als ich Ian Morris‘ „Wer regiert die Welt“ auf dem iPad lesen wollte. Im deutschen Kindle-Store ist es nicht zu bekommen. Bei Apple sowieso nicht, wobei ich ohnehin nicht verstehe, nach welchen Kriterien man dort die Titel zusammenstellt. Die deutschsprachige Ausgabe des besagten Buches findet sich aber im Kindle-Store von Amazon UK. Dort wiederum verkauft man jedoch nicht an Kunden aus Deutschland. Erst als ich gezielt nach „Adobe Digital Edition“ (dem Kopierschutz) und „iPad“ googlete, stieß ich zufällig auf txtr, wo man sowohl das gewünschte E-Book führt als auch eine mit dem passenden DRM-System ausgestattete iOS-App bereitstellt.

So lange der Weg zum E-Book hierzulande derart mühsam ist, brauchen wir uns über eventuelle Nachteile bei der Lesbarkeit oder über das fehlende haptische Erlebnis gar nicht zu unterhalten. Da wird sich Amazon schwer tun, seinen Achtungserfolg in Deutschland zu wiederholen. [Tim Kaufmann]

[Via Amazon, ITespresso.de]

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  1. Das wird in Deutschland nicht passieren.
    In den USA werden manche ebooks zu aktionspreisen angeboten, in Deutschland gibt’s bei Büchern leider immer noch die Preisbindung das gilt leider auch für ebooks.
    Deshalb kaufe ich mir ne Druckversion die kann man dann auch mal verleihen oder bekommt eins geliehen. Geht ja bei ebooks nicht.

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