Google Maps: 18 Orte, die Ihr nicht sehen dürft

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Google hat sich in der Vergangenheit eigentlich als recht liberales Unternehmen gezeigt, aber in manchen Fällen geht das aus verschiedenen Gründen eher nicht. Die Rede ist von den Google Maps und dem dort veröffentlichten Foto- und Kartenmaterial. Wir zeigen euch 18 Stellen auf der Welt, die von den Kartenmachern zensiert worden sind.

Google selbst gibt keine Auskunft darüber, welche Kartenausschnitte in Google Maps verändert oder gar ausgegraut worden sind. Aus Gründen nationaler Sicherheit oder des Persönlichkeitsrechts einzelner hochgesteller Persönlichkeiten sind jedoch einige Google-Maps Ausschnitte verfremdet worden.

Es ist nicht leicht, diese Bereiche aufzuspüren, denn Google hat es vermieden, einfach einen schwarzen Strich in die Landschaft zu zeichnen oder gar mit einem Kartentext auf den Umstand hinzuweisen, dass ein Kartenausschnitt nicht für die Augen der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Vielmehr sehen die zensierten Bereiche eher aus wie Bildfehler und sind ziemlich gut getarnt. Auf den ersten Blick fällt so gar nicht auf, dass hier nicht die korrekten Luftbilder oder gar das richtige Kartenmaterial zu sehen ist.

Aber müssen die Google Maps wirklich verfremdet werden. In einer Ära, in der noch nie so viele Informationen frei waren und von jedermann eingesehen werden können – macht es da noch Sinn, dass Luftaufnahmen nicht freigegeben werden? Bei Luftwaffenbasen und anderen militärischen Objekten kann man das vielleicht noch verstehen – aber die sollten ihre Geheimnisse vielleicht sowie nicht unter freiem Himmel präsentieren. Schließlich ist Google nicht das einzige Unternehmen, dass Luftaufnahmen anfertigen lässt. Von Satelliten gar nicht zu reden. Selbst zivile Aufnahmen von Satelliten erzielen mittlerweile Auflösungen von bis zu einer Genauigkeit von 50 Zentimetern Kantenlänge.

Wir haben 18 Orte auf der ganzen Welt heraus gesucht, die bei Google nicht korrekt abgebildet werden. Hier sind sie:

Aberdeen Proving Grounds, Maryland

Viele der zensierten Bereiche bei Google Maps sehen aus wie ein niedrig aufgelöstes Foto. Das mag hier zum Beispiel an Einschränkungen in der erlaubten Flughöhe liegen. Aberdeen ist ein gutes Beispiel für dieses Phänomen. Wenn man den nördlichsten Punkt anschaut, sieht man genau, dass hier ein Bereich mit extrem niedriger Auflösung eingebunden wurde. Und ziemlich sicher wurde darüber noch ein Blur-Filter darüber gelegt, um die pixeligen Strukturen zu verbergen.

Camp Buckner Militärakademie

Noch eine Militärbasis. Kein Wunder dass diese hier nicht gut zu sehen ist. Es handelt sich um die West Point Akademie, die man aus vielen Filmen kennt. Hier wird die Elite des Offiziers- und Generalstabscorps ausgebildet und man kann verstehen, dass hier niemand unbefugtes einen zu genauen Blick hinein werden darf

Huis ten Bosch – Königliche niederländische Familie

Hochgestellte Persönlichkeiten lieben ihre Privatsphäre – sowohl wegen ihrer Sicherheit und ihrer Ruhe. Wenn man überlegt, dass bis vor kurzem auch das Weiße Haus in Washington bei Google Maps zensiert war, ist es nicht so unverständlich das die niederländische königliche Familie ebenfalls keine ungebetenen Zuschauer haben will.

Soestdijk Palast, Niederlande

Noch eine Residenz der königlichen Familie. Hier wurde ebenfalls gepixelt. Ironischerweise ist der Soestdijk Palast für die Öffentlichkeit geöffnet und mehr eine Sehenswürdigkeit als ein königlicher Sitz.

Elmira Correctional Facility

Wir denken nicht, dass verurteilte Verbrecher viel Privatsphäre haben, aber das steht auf einem anderen Blatt. Die Zensur des Hochsicherheitsgefängnisses soll ja nicht den Gefangenen dienen sonder verhindern, dass jemand einen Ausbruch oder eine Befreiungsaktion planen kann. Mit hochauflösenden Bildern könnte man immerhin ziemlich viel sehen. Ob das für einen Ausbruch reicht, sei dahingestellt.

NATO Air Base Geilenkirchen, Deutschland

In Deutschland gibt es ebenfalls Bereiche, die man auf Google Maps nicht gut erkennen kann. Die Nato-Luftwaffenbasis Geilenkirchen gehört dazu. Allerdings ist hier keine brutale Zensur am Werk. Es scheint so, als sei nur ein kleiner Abschnitt der Landebahn verborgen worden.

Szazhalombatta Ölraffinerie, Ungarn

In Ungarn wird nicht gerade zimperlich zensiert. Anstelle einer leichten Verpixelung wurde einfach alles grün gefärbt. Zumindest passt die Farbe einigermaßen zu der natürlichen Umgebung dieser Ölraffinerie

Martonvasar Verteilerstation, Ungarn

Ungarn scheint ziemlich besorgt zu sein, dass jemand die Infrastruktur des Landes aus der Luft ausspionieren könnte. Sogar diese Stromverteilerstatin wurde mit dem Zensurstift behandelt. Das ist nicht die einzige, die man sich vorgeknöpft hat. Egal ob sie in Städten stehen, auf dem Land oder sonstwo: Sie sind alle zensiert.

Knolls Atomic Labor und GE Global Research Center

Vor Jahren haben sich KAPL und GE verbündet, um die Atomenergie zu erforschen. Die Gebäude der Unternehmen wurden ziemlich heftig verwischt, damit niemand erkennen kann, was dort geschieht.

Mobil Oil in Buffalo

Was versteckt Mobil Oil auf seiner Anlage in Buffalo? Wir werden es wohl nie erfahren.
Macht die Gebäude wieder scharf oder senkt zumindest die Benzinpreise! Okay – niedrigere Benzinpreise wären besser. Es ist doch egal, ob wir eure Anlagen sehen können oder nicht.

Hauptquartier der Taiwan National Security

Irgendwie ist es verrückt. Das Gebäude steht nicht gerade in einer unbewohnten Gegend aber dennoch wird versucht, seinen Standort unkenntlich zu machen.

NATO C3, Niederlande

Noch einmal Holland. Diesmal kann man es jedoch ziemlich gut verstehen. Bei einer wichtigen Natoeinrichung will nun einmal niemand, dass Terroristen, Gegner (gibt es die noch?) und die Google Maps Benutzer sehen können, wie der Lageplan aussieht.

NATO Munitionslager

Südlich der Nato-Basis in Oeiras steht dieses ehemalige Munitionslager. Man kann es bei niedriger Zoomstufe sogar recht gut erkennen, aber sobald man näher hineinzoomt, wird der gesamte riesige Komplex mit einem ebenso riesigen Pixelhaufen vor euren Augen verborgen

NATO Base Joint Command-Atlantik in Oeiras, Portugal

Hier war ich schon. Aus Versehen. Falsch abgebogen dann über das Feld immer weiter gefahren bis es nicht mehr ging. Okay – es sieht total unbeeindruckend aus. Auf Google Maps sieht man nach etwas Zoomen nur noch einen fetten Pixelbrei, der zuverlässig verhindert, etwas zu erkennen.

Nordkorea

Die Satellitenaufnahmen von Nordkorea sind recht okay. Blöd nur, dass es keine Karten und keinerlei Beschriftungen einblenden kann. Wenn man hineinzoomt, kann man deutlich Straßen, Orte und Gebäude erkennen, aber man weiß nicht, was es ist. Vielleicht will Google sich auch einfach nicht mit Kommunisten abgeben. Wer weiß.

Paleis Noordeinde, Niederlande

Hier ist die Königin der Niederlande zu Hause. Kein Wunder, dass die recht zensurfreundliche niederländische Regierung nicht will, dass man das Gebäude gut erkennen kann. Hier wurde ganze Arbeit geleistet und nur das betreffende Gebäude gepixelt, aber die anderen Gebäude verschont

Seabrook Atomanlage, New York

Nicht nur Ungarn will nicht, dass man seine Stromerzeuger ausforscht. Auch die USA haben daran kein Interesse. Das hier ist die Seabrook Atomanlage in New Hampshire. Wenns hilft.

Syracuse Hancock International Airport

Es ist auf den ersten Blick ein bisschen seltsam, einen Zivilflughafen zu zensieren. Aber der Syracuse Hancock International hat auch einen Militärischen Bereich und dann hat man gleich ganze Arbeit geleistet. [Paul Escallier / Andreas Donath]

[Via Maximum PC]

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  1. mit nordkorea hat google nix zu tun. es weiss doch niemand wie die städte, orte, provinzen, strassen, und plätze heißen. ob nordkora gedruckte stadtpläne hat? ich glaube nicht.

    1. Entweder benutz du eine billige Kopie von Google Maps oder du hast dich verschrieben! :D
      Einmal Area 51 eigegebn und schon gefunden!

  2. Der von euch genannte „Soestdijk Palast, Niederlande“ ist nicht dort, wo ihr ihn vermutet…
    Er ist nämlich hier: http://maps.google.com/maps?ll=38.679429,-9.321814&spn=0.3,0.3&t=h&q=38.679429,-9.321814 und nicht verpixelt.
    Das was da verpixelt wurde ist irgendeine Fabrik… schaut mal auf Bings Maps: http://www.bing.com/maps/?FORM=Z9LH4#JndoZXJlMT01Mi4xMjM4NzIlMmM1LjM1ODM2NyZiYj01Mi4wOTQxMTU5MzU0NzIlN2U0LjM0NTU2MTAxMDg2ODAxJTdlNTIuMDkyMTc3NzE4NjQ3NiU3ZTQuMzQxMzQ5OTQyNzE0NjM= und Vogelperspektive auswählen… ;)

  3. Ja, super Idee mit dem Zensieren, nun weis auch jeder Depp wo was zu verstecken ist ;)

    Gut dass auch gleich die Positionsdaten mit angezeigt werden, so findet auch jeder sein Ziel der da mal vorbei schauen möchte ;)

  4. […] Gizmodo hat 18 Orte aufgestöbert, die in Google Maps verpixelt, verfremdet oder gar zensiert sind. Darunter sind vor allem Militär- und Industriestandorte, aber auch zwei Paläste des niederländischen Königshauses, was lustig ist, weil einer der beiden Paläste wie eine Sehenswürdigkeit für die Öffentlichkeit zugänglich ist. […]

  5. haha zumindestens bei Bing kann man einige der sachen sehen. z.B. wenn man die Vogelperspektive eingibt und nach den Atomkraftwerk sucht :p

    1. Atomkraftwerke – ja
      Aber das Meiste was hier eingeblendet wird von Google, wird auch bei Microsoft zensiert.
      Wenn man echte Bilder haben möchte, muss man auf die chinesischen Dienste [Ich nenne keine Namen! Onlinesuche hilft bei so was!] zurück greifen.

  6. […] Hier entlang! Dieser Beitrag wurde vor am Montag, 30. Mai 2011 um 08:45 Uhr veröffentlicht und unter Netzfundstücke gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback von Ihrer Website hierher setzen. […]

  7. […] Google Maps zensiert seine Karten Google hat sich in der Vergangenheit eigentlich als recht liberales Unternehmen gezeigt, aber in manchen Fällen geht das aus verschiedenen Gründen eher nicht. Die Rede ist von den Google Maps und dem dort veröffentlichten Foto- und Kartenmaterial. Wir zeigen euch 18 Stellen auf der Welt, die von den Kartenmachern zensiert worden sind. Zensur gibt es immer und überall […]

  8. […] Google Maps: 18 Orte, die Ihr nicht sehen dürft – UBERGIZMO DE28.05.2011 – Die Rede ist von den Google Maps und dem dort veröffentlichten Foto- und … Mit hochauflösenden Bildern könnte man immerhin ziemlich viel sehen. …. auch zwei Paläste des niederländischen Königshauses, was lustig ist, … […]

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