Test: 6 PC-Gehäuse von günstig bis extrem teuer

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Wer einen neuen PC selbst zusammenbaut, der steht vor der Wahl, eines von hunderten Gehäusen zu verwenden, die der Markt hergibt. Richtig teure Gehäuse sind in der Lage, eine Menge Hitze abzuführen - und das ist bei den heutigen Komponenten wichtiger denn je. Aber man muss nicht ein Vermögen für ein Gehäuse ausgeben, wie unser Test beweist. Wir haben sechs neue PC-Gehäuse ausprobiert.

CM Storm Enforcer

Schaut gut aus, viele Features und niedriger Preis

Unser Ersteindruck des Cooler Master Storm Enforcer war nicht gerade gut. Er ist recht günstig und das leichte Plastigpanel an der Vorderseite ließ uns nichts gutes erahnen. Aber man kann sich täuschen.

Wir waren nach einiger Zeit ziemlich begeistert vom Enforcer. Das Gehäuse mit zwei USB 2.0 und zwei USB 3.0 Anschlüssen extra hat einen austauschbaren Staubfilter, vier werkzeuglose Einschübe für optische Laufwerke, sechs weitere werkzeuglose Einschübe für Festplatten innen und zwei 2,5-Zoll-Einschübe, sieben Plätze für PCI-Karten und einen weiteren für einen Lüfter oder einen Licht- Controler sowie eine riesige CPU-Lüfterausgangsbohrung machen die Ausstattung komplett.

Wenn das Gehäuse angeschlossen und der Strom eingeschaltet wird, erleuchtet die 20 cm große Öffnung für den Frontlüfter dan roter LEDs. Das passt gut zum schwarzen Gehäuse. Ein 12 cm Lüfter ist bereits eingebaut. Das Innere des Gehäuses erscheint groß genug für Einbauten und bietet Platz für zahlreiche Kühlmöglichkeiten.

Rund 90 Euro

www.cmstorm.com

BitFenix Shinobi Window

Selten: Günstig und hübsch

Das Gehäuse Shinobi Window von BitFenix bietet trotz geringer Abmessungen eine Menge Platz. Das Gehäuse ist im Mid-Towerbereich angesiedelt und aus Metall mit schwarzer Lackierung. Der abnehmbare Deckel mit 12 cm Lüfterloch wird ergänzt durch ein 12 cm Frontlüfter mit Filtergehäuse. Ein zweiter Front-Lüfter ist optional. Hinten ist ebenfalls ein Lüfterloch für 12 cm-Modelle.

In das Shinobi-Gehäuse passen Boards nach den Standards ATX, microATX und Mini- ITX. Sieben PCI-Karten mit einer Länge bis zu 31 cm passen hinein. Außerdem finden drei 5,25 Laufwerke hinein. Einer kann mit einem Adapter auch für ein externes 3,5 oder einem internen 2,5 Zoll Gehäuse ausgestattet werden.

Die acht Festplattenhalterungen können ohne Werkzeuge bestückt werden. Die Temperatur kann mit der Standard-Lüfterausstattung recht hoch werden, deshalb sind Zusatzlüfter empfohlen.

Rund 90 Euro

www.bitfenix.com

Silverstone Raven RV03

Das Gehäuse mit der Goldkante

Das Gehäuse Raven RV03 von Silverstone ist nun schon das Dritte der Raven-Serie. Die I/O-Ausgänge sind nicht wie sonst nach hinten sondern nach oben ausgeführt – das Motherboard wird gedreht eingebaut. Das Netzteil wird hintegen unten im Gehäuse an der Vorderseite eingebaut. Die gesamte Konstruktion wird von unten gekühlt. Dazu sind zwei 18cm-Lüfter eingebaut, die nach oben pusten.

Im Raven ist Platz für acht PCI-Karten, vier 3,5-Zoll-Festplatten, zwei 2,5 Zoll-Geräte innen und acht 5,25-Zoll-Geräte, die von außen erreichbar sind. Wer will, kann darin eine Grafikkarte mit bis zu 31 cm Länge verbauen. Die Kühlung erwies sich als die Beste im Test.

Nicht so gut gefiel uns das Äußere des RV03. Das Gehäuse vom letzten Jahr hatte auch schon den Superhelden-Look aber war schwarz. Das neue hat zwei Goldstreifen an der Vorderseite, und uns gefiel’s nicht.

Rund 130 Euro

www.silverstonetek.com

Antec Six Hundred V2

Sieht aus und fühlt sich billiger an als es ist

Das Antec Six Hundred V2 ist in der gleichen Preisklasse angesiedelt wie das BitFenix Shinobi und das CM Storm Enforcer. Und gegen die beiden hat es keine Chance. Nicht nur, dass die Festplatten und die optischen Laufwerke mit dem Schraubenzieher eingebaut werden müssen. Es fühlt sich nicht besonders stabil an und ist innen nicht lackiert.

Zwei Lüfter sind eingebaut: Ein 20 cm und 12 cm Lüfter. Platz für zwei weitere Lüfter an der Vorderseite (12 cm) ist ebenfalls vorhanden. An der linken Gehäuseseite ist eine Bohrung für einen weiteren Lüfter dieser Größe und ein abgedunkeltes Fenster überhalb der optischen Laufwerke. Was man damit machen soll (auf die optischen Laufwerke gucken?) erschloss sich uns nicht ganz.

Das Six Hundred V2 bietet Platz für sechs Festplatten und drei optische Laufwerke und kann Grafikkarten bis 29 cm Länge beherbergen. Also passen zum Beispiel keine Dual-Radeon-Karten hinein.

Der Hotswap-fähige Festplatteneinschub (2,5 Zoll) ist ziemlich cool – aber die sonstigen recht billigen Gehäusedetails überzeugten uns nicht gerade.

Rund 90 Euro

www.antec.com

Silverstone Temjin TJ11

Der Luxus-Sportwagen unter den Computergehäusen

Vom ersten Augenblick an ist klar, dass der Temjin TJ11 Silverstones Versuch ist, das beste Gehäuse zu bauen, das für Geld zu haben ist. Sämtliche Tricks des Gehäusebaus wurden hier angewendet. Angefangen vom Lufteinzug in der Mitte des Gehäuses über den Unibody-Aluminiumrahmen bis hin zum gedrehten Motherboard, das man seit dem Raven RV01 kennt. Das Ergebnis ist nicht gerade leicht, eventuell überdimensioniert und ziemlich beeindruckend.

Mit 63,5 cm Höhe ist das Temjin TJ11 ein wahres Monstrum. Es ist 23 cm breit und 63 cm tief. Wie bei den Silverstone-Gehäusen wird das Motherbord um 90 Grad gedreht eingebaut. Die I/O-Anschlüsse und die PCI-Slots zeigen nach oben. Das Board wird an der linken Seite fixiert, so dass das Fenster auf der rechten Seite ist. Der Rahmen ist als Unibody-Alu-Element gefertigt und die Panele aus Aluplatten. Der Motherboard-Schlitten und die Lüfterhalterungen in der Mitte sind hingegen aus Stahl. Die Montage der Innereien erfolgt mit Schrauben.

Das TJ11 ist in zwei Teile aufgeteilt. Unten sitzen die drei Festplattenkäfige, die jeweils mit einem 12 cm Lüfter bestückt sind. Alle Platten sind mit Hotswap- Schubladen ausgestattet. Das Gehäuse kann mit zwei Netzteilen oder einem redundanten Server-Netzteil ausgerüstet werden.

Zwischen dem oberen und unteren Gehäuseteil sind zwei Lufttunnel eingebaut, die kalte gefilterte Luft hereinlassen. Dazu sind 18 cm Lüfter eingebaut worden. Sie sitzen am Boden der Motherbord-Halterung. Dort passt ein Modell nach den Standards ATX, microATX oder ein SSI CEB Server-Bord hinein. Auch XL ATX-Boards wie das Gigabyte G1.Assassin passen hinein. Platz für neun 5,25-Zoll-Laufwerke mit Platz für Wasserkühlungsmodule, Lüftersteuerungen und anderes Gerät sind vorhanden. Neben den optischen Laufwerken ist Platz für drei SSD-Laufwerke.

Neun PCI-Slots haben Platz. Sie können Quad-SLI oder CrossFireX-Karten aufnehmen. Leider sind die beiden 18 cm Lüfter recht laut, wenn sie voll aufdrehen. Zwar braucht niemand ein so teures Gehäuse, aber wer es sich leisten kann und will, der erwirbt mit dem TJ11 das beste, was er für Geld kriegen kann.

Rund 550 Euro

www.silverstonetek.com

Fractal Arc Midi

Super einfach und durchaus ok

Das Fractal Arc Midi ist Teil der Gehäuseserie von Fractal, die für Spieler gedacht ist. Das Stahlgehäuse im Midtower-Design ist mit zwei Standard USB 2.0-Ports und einem einzelnen USB 3.0-Port ausgerüstet. Darüber hinaus passen zwei optische Laufwerke und sieben PCI-Slots hinein. Dazu kommt eine Lüftersteuerung. Im Arc sind drei Lüfter eingebaut. Ein 14 cm Frontlüfter, ein 14 cm Ausgangslüfter sowie ein 14 cm Modell oben. Darüber hinaus ist noch Platz für zwei 12 cm Modelle oder einen Radiator mit 24 cm Größe.

Die drei Lüfter sorgen dafür, dass der Arc Midi das am besten gekühlte Mid-Towergehäuse des Tests ist. Einen Schraubenzieher für die Montage braucht man allerdings. Werkzeuglose Einbauten sind nicht möglich.

Rund 85 Euro

www.fractal-design.com

Tabelle: Die besten Ergebnisse sind mit einem Sternchen markiert.


CPU-Temperaturen sind mit durchschnittlich vier genutzen CPU-Kernen gemessen worden. GPU-Temperaturen sind mit zwei benutzten Kernen gemessen worden. Das Testsystem besteht aus einem Intel Core i5-750 auf 3,2 GHz übertaktet und einem Asus-P7P55D Premium Motherboard mit dem Zweilüfter-Kühler Prolimatech Armageddon CPU, einer GTX 590 Dual-GPU Grafikkarte, einer 300 GByte Western Digital VelociRaptor und dem Netzteil Thermaltake Toughpower mit 850 Watt. [Nathan Edwards / Alan Fackler / Andreas Donath]

[Via Maximum PC]

Tags :
  1. Ein 240 cm großer Radiator, wie im Abschnit zum Fractal Arc Midi erwähnt, scheint mir dann doch etwas zu groß für so einen Computer…
    Und dann gleich daüber nochmal das h bei zwei USB 2.0-Ports entfernen.
    Ansonsten eine ganz nette Übersicht.

  2. Günstig? Euer günstigstes Gehäuse geht bei 85 EUR los. Dafür bekommt man schon HDDs mit 1,5 TB locker. Also günstig ist bei mir was anderes..

  3. !“Mit 63,5 Zentimetern Höhe ist das Temjin TJ11 ein wahres Monstrum. Es ist 23 cm breit und 63 cm tief.“

    Entweder man schreibts aus oder man kürzt es ab
    Gizmodo is going down :D

  4. Warum schwere blech gehaeuse empfehlen in eine Preis Range in der man schon Lian-Li Aluminium Gehaeuse kaufen kann?

    Ausserdem sind die meisten dieser Kisten hier auch fuer Gamer Unzeitgemaess gross.

    Schaut mal auf eBay und by den verschiedenen Online Haendlern… Gut dimensionierte 100% Aluminium Gehaeuse finded man schon um 80 euro. Wenns unbedingt so ein riesen Kasten sein soll mit platz fuer 10 festplatten, dann ists etwas mehr, aber auch da kann man fuer 120-130 euro fuendig werden.

    Aluminium hat die besseren Kuehleigenschaften, meistens die bessere Fertigungsqualitaet, und wiegt natuerlich viel weniger.

    Airflow muss man wie bei jedem Gehaeuse je nach Anforderungen begutachten.

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