200 Meter hohes Windrad aus Deutschland

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200 Meter - so hoch wie ein Gebäude mit 54 Stockwerken. Mit anderen Worten: Es ist riesig. Aber warum ist dieses Windrad so groß gebaut worden?

Warum sollte man drei Windräder mit 2 Megawatt Leistung bauen, wenn man auch ein einzelnes bauen kann, das 7,5 Megawatt erzielt? Das haben sich die Ingenieure von Enercon gedacht, als die den E-126 gebaut haben. Der gewonnene Strom reicht für rund 5.000 Haushalte aus – oder 1.800 in den USA …

Der Rotor hat einen Durchmesser von rund 125 Metern und ist damit nur 1,8 Meter unterhalb des aktuellen Weltrekords. Mit Betonsockel und allem drum und dran wiegt das Monster 6.000 Tonnen. Das gute an diesen riesigen Rotoren sind ihre Spoiler, die dafür sorgen, dass nur wenige Turbulenzen erzeugt werden und damit weniger Lärm.

Übrigens hat der E-126 kein Getriebe. Der Generator ist direkt angeschlossen. Zwei spezielle Kugellagerringe sorgen dafür, dass man die Umdrehnunggeschwindigkeit reduzieren kann, falls das notwendig ist. Der Verzicht auf das Getriebe sorgt für einen geringeren Wartungsaufwand.

Der Rotor dreht sich übrigens extrem langsam – das Maximum liegt bei 12 Umdrehungen pro Minute. Und das sollte auch den lahmsten Vögeln genügend Zeit geben, lebend durchzufliegen.

Die E-126-Reihe wurde zuerst in Emden aufgebaut. Derzeit gibt es nur 24 Stück. Aber 150 weitere sollen dazu kommen, wenn die Markbygden Windfarm Nordschweden 2020 fertiggestellt wurde. Sie soll 4 Gigawatt Strom erzeugen. [Andrew Tarantola / Andreas Donath]

[Via Enercon E-126 Wiki, Wind Turbine Wiki, Enercon, MetaEfficient]

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  1. > Der Rotor dreht sich übrigens extrem langsam – das Maximum liegt bei 12 Umdrehungen pro Minute. Und das sollte auch den lahmsten Vögeln genügend Zeit geben, lebend durchzufliegen.

    Welcher Gehirnakrobat war da denn dran? Ich bin ein lausiger Kopfrechner, aber das sind doch knapp 300 km/h an den Rotorenden, oder?

    /dio

    1. Ich komme auf knapp 41 km, Berechnung Wegstrecke = Umfang: Durchmesser * Pi mal 12 umdrehungen in der Minute = ca. 2450 Meter in der MInute, das durch 60 = 41 km/h

  2. 125m Durchmesser macht 62.5 m radius macht 392.69m Umfang in 1/12 min = 5 sek:
    392.69/5 = 196 m/s macht c.a. 700 km/h
    ausser da is irgendwo nen Fehler.

  3. aber:
    fuer eine Dicke von 5 m (was sicher viel zu viel ist) hat das Voegelchen 5 sek. Zeit bis das Messer kommt, also muss es nur etwa 3.6 km/h fliegen, das sollte zu schaffen sein.

    1. Du weißt schon, dass sich an dem Rotor nicht nur EIN „Messer“ in 5sec einmal rumschwingt?! Und bei 3 Rotorblättern bist bei einem Durchlauf von Rotorblatt zu Rotorblatt bei rund 1,667 sec. Dein Vogel müsste demnach innerhalb von 1,667sec seine fettleibigen 5m da durchgebracht haben = 3m/sec = 10,8Km/h

  4. Auf 3sat.de in der Mediathek der Kategorie hitech gibts ne interessante Doku zum Bau dieser Teile .. ist schon etwas länger her, dass die kam aber immerhin: modo hats irgendwann mitbekommen.

  5. Das ist gigantisch hoch, aber auch erstaunlich viele deutsche Haushalte können damit abgedeckt werden. Wie teuer war dies eigentlich im bau? Was für Wartungsarbeiten entstehen bei solch einem Windkraftrad?

  6. Bei einem Rotor-Durchmesser vor 125 Metern und 12 Umdrehungen in der Minute bewegen sich die Spitzen mit etwa 280 km/h. „Langsam“ ist etwas anderes.

  7. Gehirnakrobaten – das triffts; zumindest die Nachkommentatoren sollten mal bisschen am Taschenrechner üben. An den Enden sinds tatsächlich knapp 300 km/h ; aber das ist wenig relevant (wenn auch nicht gerade langsam). Abhängig von Breite und Dicke der Rotorflügel hätte so ein Vogel ne knappe Sekunde um dazwischen durchzukommen (weil eben alle 60sec :12 rpm : 3 Rotorblätter = 1,7 sec die Rotorblatt-Längsmittellinie die angenommene Vogelflugbahn schneidet). Das ist das entscheidende Kriterium, Winkelgeschwindigkeit, nicht die an der Flügelspitze erzielte. Muss er sich beeilen.

  8. Wie schon mehrfach besprochen entsprechen die hier gegebenen Daten einer Geschwindigkeit von knapp 80km/h an den Spitzen der Rotoren.
    Was die Vögelchens angeht ist die Frage allerdings nicht, wie lange sie Zeit haben zum Abhauen (da sie das Rotorblatt ja erst kurz vorher sehen und nicht schon eine Runde vorher). Sondern eher, wie tödlich ein Treffer durch so ein Rotorblatt für einen Vogel ist.
    Und da kann ich jetzt nur mutmassen, denke aber schon, das es für die meisten Vögel nicht gesund wäre im Flug von einem knapp 80km/h schnellen Objekt aus Glasfaser getroffen zu werden.
    Nachfragen könnte man an der Stelle wahrscheinlich bei den Rotorblätter-Herstellern, die haben so einen Vogelschlag mit Sicherheit in die Berechnung ihrer Statik einfliessen lassen und könnten, wenn sie es denn dürfen genaueres dazu beitragen.

    1. nun fliegt sicher nicht jeder fette Vogel just genau an den Rotorenden vorbei :) mit zunehmend zentralen Anflug nimmt die Winkel-Geschwinigkeit (nicht die Umdrehungsgeschwinigkeit) der Rotorblätter ja ab.

  9. omg leute…es ist scheiss egal wie schnell sich der Rotor nun dreht, denn fakt ist, dass es schon aber tausende Windräder gibt und ich bisher noch keinen zeitungsartikel gelesen habe mit dem Titel „Vogelmassensterben durch zu schnelle Rotorblätter an Windrädern!“

    sorry aber des is echt lächerlich….Fakt ist, dass dies eine Möglichkeit für die Zukunft ist, die energieversorgung aufrecht zu erhalten und gleichzeitig der umwelt nicht weiter durch Abgase zu schaden.

  10. 11 Millionen Euro? Und wie sieht es mit der Berechnung des Wichtigsten aus? Wie viel Profit lässt sich mit so einer Anlage erzielen? Also nichts gegen Vögel!

  11. Hallo Leute
    Fakt ist: Viele Vögel und Fledermäuse Leben kosten die Anlagen.
    Fakt ist: Ganz Deutschland wird für die Anagen optisch vernichtet.
    Aber das Schlimmste: Kein einziges Kraftwerk kann deswegen abgeschaltet werden sondern es sind mehrere Kohlekraftwerke in Planung, weil wenn kein Wind geht, kein Strom. Dann laufen die ganzen Dreckschleudern mit Vollgas wieder an. Die umweltfreundlichen Gaskraftwerke werden weiter stillgelegt, weil sie sich nicht rechnen. Bin mal gespannt, wann das jeder rafft.

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