Test: Die passende Android-Tastatur für jeden Tippstil

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Verglichen mit der normalen Tastatur auf dem Schreibtisch ist das Tippen mit der winzigen Standard-Softwaretastatur auf Android-Geräten einfach eine Katastrophe. Glücklicherweise gibts es Dutzende Software-Tastaturen, mit denen man sich das Leben leichter machen kann. Wie man die richtige findet, zeigt dieser Artikel.

Für Android gibt es zahlreiche alternative Tastaturen im Market. Aber die passende für den eigenen Schreibstil auszusuchen, ist nicht gerade leicht. Man muss sie aber zum Glück nicht alle ausprobieren. Es gibt einige klar zu unterscheidende Tippstile für Smartphone-Tastaturen, in denen sich die meisten Anwender wiederfinden können.

Wir beschreiben deshalb zunächst die einzelnen Tippstile und empfehlen dazu passende Softwaretastaturen für jeden davon. Selbst wenn ihr euch nicht sicher seid, welchen Tippstil ihr bevorzugt: Einfach die beste Tastatur jeder Klasse herunterladen und ausprobieren.

Tippstil 1: Der Normalo-Tipper

So arbeitet der Normalo-Tipper: Er tippt mit dem Finger oder den Fingern jeden Buchstaben einzeln hintereinander. Das ist die Technik, die jeder anwenden musste, bevor es Textvoraussagen gab und alternative Tastaturen entwickelt wurden. Diese Tippmethode ist nicht besonders schnell, aber sie wird von jedem Anwender beherrscht. Sie ähnelt stark der Tippweise an Desktop-Tastaturen – zumindest wenn der Benutzer kein 10-Fingersystem beherrscht. Dafür muss man sich für diesen Stil nicht besonders stark umstellen.

Die besten Zeigen-und-Tippen-Tastaturen: Leider gibt es keine Android-Tastatur, die die Klasse der iPhone-Tastatur erreicht. Aber einige kommen ziemlich in deren Nähe. Unsere Favoriten:

Android 2.3 Standardtastatur: Wenn man Gingerbread auf dem Handy hat und ein Standard-ROM benutzt (also zum beispiel kein angepasstes Interface wie bei HTC Sense oder Motoblur hat), dann ist diese Tastatur bei eurem Handy eingebaut. Multitouch-Funktionen erlauben eine schnellere Tippgeschwindigkeit. Wer kein Standard-Gingerbread hat, der kann eine leicht modifizierte Version der Originaltastatur aus dem Market herunter laden – sowohl in einer kostenlosen und einer bezahlpflichtigen Ausgabe.

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Smart Keyboard: Wenn ihr bereit seid, etwas Geld zu investieren, verwendet das Smart Keyboard Pro. Es ist eine gute Multitouch-Tastatur, bei der man zum Beispiel die Größe der Tasten einstellen, Shortcuts definieren und die Optik verändern kann.

Außerdem kann man über einen längeren Tastendruck praktisch jedes Symbol auf den Bildschirm zaubern. Das ist etwas einfacher als bei der Standard-Gingerbread- Tastatur. Man kann auch auf ein T9-Eingabefeld umschalten, das wie bei alten Handys funktioniert. Dann hat man 9 Tasten, die etwas größer ausfallen, aber man muss sich auf die Textvorhersage voll verlassen können, sonst dauert alles viel zu lange.

HTCs IME Tastatur: Wenn ihr ein HTC Gerät verwendet, dann ist dessen Tastatur ziemlich gut – deutlich besser als die der Vor-Gingerbread-Ära. Die HTC-Tastatur ist auf ungefähr dem selben Level wie die Android 2.3-Tastatur, bietet jedoch einige Extrafunktionen wie Pfeile, mit denen man durch den Text scrollen kann und einen Button, um die Tastatur auszublenden. Auch die Symbol-Einfügefunktion mit länger gedrückten Tasten ist hier vorhanden.

Auch wenn ihr kein HTC-Gerät habt, kann man die Tastatur herunterladen.

Unser Favorit: Smart Keyboard ist vermutlich die beste der drei Lösungen mit ihren vielen Einstellmöglichkeiten. Wer nur einmal gucken will, ob die Technik grundsätzlich in Frage kommt und nicht gleich 3 US-Dollar dafür ausgeben will, der sollte sich die kostenlose Gingerbread-Tastatur holen und ausprobieren. Wem die gefällt, sollte sich danach die anderen Programme ansehen.

Tippstil 2: Der Text-Vorhersager

Die Textvorhersage ist eine der wenigen Dinge, die bei der Original- Androidtastatur gut gelöst wurden. Wer Tipparbeit sparen will, in dem er nur die ersten paar Buchstaben eines Wortes eintippt und dann hofft, dass die Software das gewünschte Wort richtig rät, der findet auch noch zahlreiche weitere Spielarten dieser Tastatur im Market. Die Tastaturen lernen auch die Schreibstile des Benutzers. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn man immer wieder die gleichen Worte oder gar Sätze verwendet.

Die besten Textvorhersage-Tastaturen: Die meisten Tastaturen für Android haben diese Funktion – aber nur wenige davon sind stark darauf spezialisiert und bieten einige Sonderfunktionen:

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SwiftKey: Diese Tastatur lernt, was ihr schreibt und wie ihr es schreibt. Das geht soweit, dass sogar ganze Sätze als Vorschlag erscheinen, nicht nur einzelne Wörter. Wer die Beta des neuen SwiftKey X einsetzen will, erhält sogar eine Funktion, die eure gesammelten Facebook-Einträge scannt um eure Stil besser kennenzuleren.

A.I.type: In den Funktionen ähnelt A.I.type der oben vorgestellten Software SwiftKey. Der größte Unterschied: A.I.type verwendet die Standard-Gingerbread- Tastatur als Basis und die sieht besser aus als die Alternative von SwiftKey. Außerdem blendet das Programm mehr als drei Wörter ein – je nachdem wie ihr so schreibt, kann das gut oder schlecht sein.

Unser Favorit: Die Tastaturen mit der selbstlernenden Vorhersagefunktion werden immer besser, je mehr ihr tippt. Deshalb muss man ihnen etwas Zeit geben, bis sie sich wirklich rentieren. Unserer Erfahrung nach sollte die Testphase ein bis zwei Wochen betragen. Wir empfehlen zuerst SwiftKey auszuprobieren.

Tippstil 3: Der Schmierer

Es gibt mittlerweile einige Tastaturen, auf denen man nicht mehr wie früher tippt sondern auf denen man mit dem Finger hin- und herschmiert. Diese ungewöhnliche Eingabemethode muss man erst erlernen, aber die Entwickler solcher Programme versprechen eine deutlich höhere Schreibgeschwindigkeit als mit klassischen Tastaturen. Je nachdem wie man bisher schrieb, ist die Eingewöhnungszeit jedoch recht hoch.

Die besten Schmier-Tastaturen: Dieser Typ ist derzeit recht populär. Deshalb gibt es auch zahlreiche Programme, mit denen diese alternative Texteingabemöglichkeit realisiert werden kann. Die Besten:

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Swype: Der Name ist Programm. Swipe heißt streifen und genau so wird die Tastatur auch bedient. Das Programm strotzt nur so von versteckten Kürzeln und ein größes Wörterbuch zur Textvorhersage ist ebenfalls integriert. Außerdem kann das Programm eure Kontakte und Facebook-Einträge lesen und so lernen. Leider wird Swype größtenteils vorinstalliert auf manchen Geräten ausgeliefert. Wer es noch nicht har, kann nur daran kommen, wenn es sich in der öffentlichen Betaphase befindet. Also – direkt auf die Beta-Seite des Anbieters gehen, anmelden und wenn die Nachricht kommt, dass der Download zur Verfügung steht, einfach herunter laden.

SlideIT: Diese Tastatur arbeitet fast genau so wie Swype: Man schiebt seinen Finger ohne abzusetzen über die Buchstaben um zu tippen. Leider ist SlideIT nicht ganz so genau wie Swype aber es bietet einige ziemlich gute Funktionen. Beispielsweise kann man auf einem Feld Symbole und Buchstaben zeichnen. Wer noch die Palm- Organiser und deren Graffiti-Eingabemethode kennt, weiß was das bedeutet. Außerdem unterstützt SlideIT mehrere Sprachen und ist im Market für 6,40 US- Dollar erhältlich.

Ultra Keyboard: Das Programm beinhaltet gleich mehrere Tastaturlayouts. Die Schmiereingabemethode wird ebenfalls unterstützt. Man schaltet „Tracing“ in den Einstellungen an und schon ist die Funktion aktiviert. Die Eingabe geht schnell von der Hand und die Vorhersage ist ziemlich gut. Und es ist in für eine Testphase kostenlos erhältlich. Diese Option fehlt seinen Konkurrenten.

Unser Favorit: Fast jede dieser Schmiertastaturen hat eine Fangemeinde, die die Vorteile „ihrer“ Tastatur vehement verteidigt. Ich persönlich mag Swype aber viele favorisieren SlideIT. An Swype kommt man nicht einfach so heran, aber dafür ist SlideIT für eine Tastatur ganz schön teuer, wenn man sich danach nicht damit anfreundet. Wer einfach mal die Eingabemethode ausprobieren will, sollte sich erst einmal die Testversion des Ultra Keyboards herunterladen.

Tippstil 4: Der Abenteurer

Experimentelle Eingabemethoden gibt es zuhauf. Sie sind allesamt ziemlich schwer zu erlernen und es dauert ziemlich lange, bis man überhaupt sagen kann, ob sie besser und vor allem schneller sind als die Standard-Tastatur. Von intuitiver Benutzung kann man jedoch nicht reden.

Die interessantesten, experimentellen Tastaturen:

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8pen: Diese Eingabemethode ist seltsam aber effizient, wenn es ums Tippen längerer Texte geht. Die Buchstaben werden in Quadranten angeordnet. Die am häufigsten benutzten Buchstaben sind in der Nähe des Zentrums des „Boards“. Um zu tippen, platziert man die Finger in den Zentren der Quadranten und malt einen Kreis um die Buchstaben, bis man den erreicht, den man will. Die Methode ist ziemlich schwer zu erklären – deshalb gibt es ja das Video. Aber sie funktioniert ziemlich gut – auch wenn sie irgendwie an eine Wählscheibe aus dem vergangenen Jahrhundert erinnert.

MessagEase: Das Prinzip ähnelt dem von 8pen. Hier werden neun Tasten eingesetzt. Jede enthält einen Buchstaben, der besonders häufig verwendet wird und in der Zweitbelegung jeweils noch einen sekundären Buchstaben. Um an die Zweitbelegung zu kommen, hält man die Taste gedrückt und zieht den Finger weg – bleibt aber auf dem Bildschirm. Das Prinzip ist nicht gerade schnell zu beherrschen, aber dafür ist es ziemlich effizient – wenn man es erst einmal erlernt hat.

Flit: Flit ähnelt MessagEase ein wenig. Man tippt nur auf wenige Tasten und vollführt ansonsten nur Schmierbewegungen, um an die Zweitbelegungen zu kommen. Die Anordnung der Buchstaben entspricht jedoch mehr der QWERTZ-Tastatur und ist nicht nach Häufigkeiten sortiert. Das erleichtert die Einarbeitung.

Unser Favorit: Wir sind von 8pen recht begeistert. Es dauert wie gesagt jedoch, bis man es beherrscht aber dann klappt das Tippen wirklich schnell. Das muss aber nicht auf jeden Anwender zutreffen.

Wir würden natürlich gerne wissen, welche Tastaturen ihr so verwendet, wie sie funktionieren und welche Besonderheiten sie aufweisen. [Whitson Gordon / Andreas Donath]

Illustration: Remix eines Bildes von Mike McKay

[Via Lifehacker.com]

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  1. interressanter artikel.. ich verwende „hacker’s keyboard“ sehr viele einstellungs möglich keiten, volle qwertz tastatur, vor allem wichtig: man kann dieses furchtbare autocommit abschalten ( das was mir bei ner leertaste mein schönes wort mit einer blöden vorhersage überschreibt.) und unglaublich toll sind auch die pfeiltasen sowie eine ctrl und esc und tab taste besonders, wenn man wie ich viel mit connectbot und vi in dem terminal arbeitet.

  2. warum zum teufel werde ich auf die deutsche gizmodo seite weitergeleitet wenn ich auf die us seite will?? langsam geht mir das echt auf n sack!

  3. Richtig geil ist auch SmartInput. Das nutzt den wenigen Raum, den man bei einem Smartphone hat perfekt aus. Wenn man das Layout verinnerlicht hat dann ist man damit rasend schnell. Gute Wortvorhersage und man kann auch Abkürzungen einfügen, um gleich ganze Textteile einzufügen, die man oft schreibt.

  4. sehr guter artikel. benutze jetzt swiftkey. Swype ist zwar auch sehr gut, aber irgendwie bin ich mit der schmiererei nicht so klargekommen…

  5. Also ich nutze das „comfortTap Keyboard“ (www.comforttap.de). Diese Tastatur zeigt nur die 6 tatsächlich benötigten Buchstaben auf den richtig grooooßen Tasten an! Nachdem man einen Buchstaben eingegeben hat, versucht die Tastatur zu raten, was ich als nächstes schreiben könnte und stellt die potentiellen Buchstaben auf der Tastatur dar. Die Vervollständigung funktioniert echt gut. Bin jedenfalls begeistert davon und kann jedem nur empfehlen!

  6. „Leider gibt es keine Android-Tastatur, die die Klasse der iPhone-Tastatur erreicht.“
    bitte WAS?? ich hab auf iFön überhaupt nicht tippen können. das war furchtbar. Android standard-tastatur ist meiner meinung nach ein traum im vergleich zu iFön. WP7 tippt sich aus sehr geschmeidig und schnell

  7. Also ich find egal welche Touchscreen-Tastatur man hat, man kann nie gut drauf tippen. Lieber ein Smartphone mit vollwertiger „echter“ tastatur!

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