Test: Mac OS X 10.7 „Lion“ ist da

Apple - OS X Lion - Das fortschrittlichste Computer-Betriebssystem der Welt.

Mal ehrlich - wann habt Ihr zum letzten Mal vor Begeisterung fett grinsend vor einem neuen Betriebssystem gesessen? Mir ging es eben mit Lion so, dem neuen Mac OS X 10.7 von Apple. Allerdings war das keine Liebe auf den ersten Blick. Was wir mit dem Löwen erlebt haben und welche neuen Tricks der Mac nun beherrscht - Gizmodo verrät's Euch.

Zugegeben: Wir konnten es nicht abwarten und haben uns Lion schon ein paar Tage früher installiert. Deswegen können wir Euch jetzt auch schon mit den ersten Tipps versorgen. Lasst uns mal durchgehen, was an 10.7 neu ist. Apple rühmt „250 neue Funktionen“, aber wirklich auffällig davon sind vielleicht Zehn:

Neue Multitouch-Gesten

Sicherlich das dickste Brett, das zu bohren ist. Apple stellt die Gesten buchstäblich auf den Kopf. Aufwärts wischen, um runterzuscrollen, runter wischen um nach oben zu gehen – was uns auf iPhone und iPad längst gut von der Hand geht, fühlt sich am Mac mächtig ungewohnt an. Trotzdem, auch wenn es Euch im ersten Augenblick so auf den Zeiger geht, dass Ihr das „natürliche Scrollen“ abdrehen wollt (geht in den Systemeinstellungen unter „Trackpad“), gönnt Euch erst mal einen Tag damit. Wenn es Euch ein bisschen wie mir geht, dann fühlt es sich schon am zweiten Tag längst nicht mehr so fremd an und fängt am dritten Tag an, Euch in Fleisch und Blut überzugehen. Die neuen Vierfinger-Gesten lernt Ihr am schnellsten mit einem Blick auf die hübschen Animationen in den Trackpad-Einstellungen.

Vollbild-Apps

Ja ich weiß – erst mal lacht man darüber, dass Apple Vollbild-Apps als Feature rühmt. Bislang nahmen sich Mac-Anwendungen beim „Maximieren“ immer nur so viel Platz, wie das jeweilige Programm zur Anzeige des Dokumentes für sinnvoll hielt, bedeckten aber nur in Ausnahmefällen den ganzen Desktop. Nun gibt es einen echten Vollbild-Modus, dem man aber nicht gerecht wird, wenn man argumentiert, dass damit das (erfolgreiche) Bedienkonzept von iOS auf dem Mac einzieht. Ein Mac ist nun mal kein iPad – Schluss, aus. Und uns Profis überzeugt es auch nicht, wenn irgendwelche Newbies mit dem Mac angeblich besser klarkommen, weil sie jetzt Vollbild-Apps nutzen können, die sie schon vom iPad kennen. Aber wozu ist der Modus dann gut?

Ich habe mir zur Probe Mail und BusyCal in den Vollbild-Modus geschaltet. Dadurch liegen sie in einem (virtuellen) Desktop rechts vom auf dem Display angezeigten Haupt-Desktop und sind dort durch Zur-Seite-wischen zu erreichen. Bei der täglichen Arbeit ist das ungemein praktisch – man weiß einfach blind, wo die Apps sind, ohne ins Dock zu müssen oder sich dorthin zu Alt-Tabben. Man könnte auch sagen: Apple hat hier einen virtuellen Desktop eingeführt, der mich – unabhängig vom Betriebssystem – zum ersten Mal überzeugt, und nicht mit scheinbarer Ordnung verwirrt. Dass links vom Haupt-Desktop nun das Dashboard wohnt, ist ebenfalls plausibel. Die klassischen, Spaces genannten virtuellen Desktops gibt es ebenfalls noch, aber sie lassen sich nicht mehr in virtuellen Reihen übereinander anordnen, sondern fügen sich nahtlos in das Links-Rechts-Wischen-Konzept mit ein.

Es ist aber nicht alles nur rosig. Will man zum Beispiel Informationen aus einer Mail in einem anderen Programm weiterverarbeiten, dann muss man den Vollbildmodus doch wieder verlassen, um beide Programme gleichzeitig sehen zu können. Das ist zwar folgerichtig, fühlt sich aber doch irgendwie falsch an.

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  1. Also bevor man schreibt, dass Mac OS X Lion da ist, sollte man vielleicht erstmal überprüfen, ob dies überhaupt zutrifft!
    Mac OS X Lion wird erst in einigen Stunden veröffentlicht!

  2. WOW! Apple schafft es mal wieder alten Schmarrn als tolle Neuerungen zu verkaufen, das ist schon nen mehrseitigen Artikel wert….

  3. Das Problem mit nicht funktionsfähigem WLAN nach dem Aufwachen ist allerdings bereits seit 10.6.6 bekannt, und ich leide mit 10.6.8 sporadisch bis oft darunter. Das ist nervig!

    Wenn das mit 10.7 bereits jetzt schon wieder auftaucht, na dann gute Nacht! Da habe ich wohl zu hohe Erwartungen gehabt …

  4. Ja, Lion bietet 250 neue Funktionen. Nein, sie sind nciht alle ersichtlich, denn Apple zählt jeden Bug weniger und jede neue Systemsorache als einzelne Funktion.
    ja, AirDrop ist toll. Nein, AirDrop ist nicht ausgereift. Warum funktioniert das Ding nur mit Apple und nicht mit Windows?
    Ja, manche Features sind nett. Nein, meine Erwartungen an ein ach so tolles System wurden nciht erfüllt. Da war MSs Sprung von Vista zu Seven (obwohl es auch nur Verbesserungen waren) erheblich groesser.

    Jedenfalls danke für den Bericht. Da mein Mac nicht mehr unterstützt wird wird mein neuer Lion vorinstalliert haben. Aber ich warte lieber auf 10.7.1 oder besser 7.2 bis alle Probleme auskuriert wurden. Vielleicht schafft es Apple bis dahin sogar sein System etwas zu oeffnen.

  5. Tja, da beschreibst du wieder viele Arbeitsgewohnheiten, ich beispielsweise nutze Expose andauernd, genau wie Spaces; ich bin gespannt, ob das gut ist, wenn ich nurnoch links/rechts wischen kann, und nicht mehr nach oben und unten..
    Außerdem habe ich das Dashboard gerne genutzt und trotzdem einen Blick auf meinen Desktop gehabt.
    (Beispiel: Englisches Video gesehen und nebenbei über Widgets Informationen dazu angezeigt oder eine mir unbekannte Vokabel nachgeschlagen.. Das Video habe ich so weiter gesehen, da gibts einiges an Workflow umzustellen – ich hoffe, dass das Positive überwiegt..)
    Auch Lauchpad find ich super, hatte bis jetzt einen Ordner im Dock (wenn nicht App via Spotlight gestartet), der geht allerdings nur über 2/3 des Desktops, so seh ich mit Lauchpad mehr auf dem Bildschirm..

    Oh, und die Fehler, die du aus 10.5 und 10.6 beschreibst, hab ich nie erlebt. :)

    1. Balthasar, da kann ich Dich beruhigen – Du kannst das Dock auch weiterhin *über* dem Desktop anzeigen lassen. In den Systemeinstellungen unter Mission Control einfach das Häkchen bei „Dashboard als Space anzeigen“ entfernen.

    1. Wozu sollte eine Uninstall-Funktion notwendig sein?
      Diese ist für Mac einfach überflüssig. Ab in den Papierkorb und weg ist die App …

      1. Falsch…dann mag zwar die ausführbare Datei weg sein, aber die meisten Programme erstellen in allen möglichen Systemverzeichnissen Daten, die man erstmal finden muss. Und wer die Dateien nicht bereinigt, der hat nach einiger Zeit nen ganzen Haufen an Datenmüll auf seinem Mac…

  6. Ach, und was ich vergessen habe^^:

    Ich bin auch kein großer Freund davon, wie Apple sich mit der Aussage „das fortschrittlichste Betriebssystem der Welt“ weit aus dem Fenster lehnt … und der Fortschritt von Snow Leopard zu Lion ist zwar nicht so groß wie bei Vista zu Windows 7… aber: dafür kostet das neue Betriebssystem auch nur knapp 24€. Das muss man Apple einfach lassen..endlich etwas, das nicht überteuert ist ;)

  7. Die beschriebenen Features hauen mich nicht um, deshalb bleibe ich erstmal bei Snow Leopard, was definitiv ein geniales BS ist. Ich bin erst letztes Jahr auf MAC umgestiegen und bin begeistert. Ausserdem würde ich mich furchtbar ärgern, wenn z.B. mein Nikon Capture NX 2 nicht mehr richtig laufen würde unter Lion und Nikon fürs Update ewig braucht.

    Airdrop wäre echt ein Hammer, wenn es auch mit IOS und WIN7 funzen würde. Wenn das nur unter Lion-Anwendern geht wird diese Funktion doch eher selten benötigt. In einer Arbeitsumgebung hängen sowieso alle am Netzwerk. Aber in externen Arbeitsgruppen oder unterwegs auf Seminaren, Kongressen, Kundenbesuchen usw wäre das der Hammer und das Ende des guten alten USB-Sticks. In diesen Situationen wird kaum jeder Lion-Anwender sein. So denke ich mir: nettes Feature, aber nicht zuende gedacht.

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