Der Innenminister und die Anonymität im Internet

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Weil sich der norwegische Amokläufer Anders Behring Breivik im Internet radikalisierte, möchte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am liebsten die Anonymität im Netz abschaffen. Dafür gibt es Kritik nicht nur aus den Reihen der Opposition, sondern auch vom Koalitionspartner.

Die Menschen würden normalerweise mit ihrem Namen für etwas einstehen, nicht jedoch im Internet, wo sie sich anonym bewegen können, sagte Friedrich in einem Interview mit dem Spiegel und forderte, auch Blogger müssten mit offenem Visier argumentieren.

Während man das bei der Opposition als Sommerloch-Gerede abtut und spottet, der Minister könne nicht mal für Datenschutz sorgen und wolle nun die Anonymität im Internet abschaffen, hält man die Forderung beim Koalitionspartner FDP für schlicht nicht durchsetzbar.

Rechtsanwalt Udo Vetter vom Lawblog hält ein Ende der Anonymität im Internet für eine Beschränkung der Meinungsfreiheit, denn die Internet-Nutzer könnten sich aus Sorge um Konsequenzen nicht mehr ungehindert äußern. Zudem weist er darauf hin, dass Politiker bisher eher für Anonymität argumentiert hätten – gerade Jugendliche sollten bei Facebook keine persönlichen Daten preisgeben, habe bislang der Ratschlag geheißen. Vetter: »Ob etwa der Innenminister überlegt hat, was es für den Jugendschutz bedeutet, wenn 14-Jährige künftig bei jedem Chat identifizierbar sind?«

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  1. liebe mitlesenden politiker,
    innenminister sind quasi verpflichtet fragliche ideen vorzuschlagen, das liegt in der natur ihres amtes. was mir bei dieser meldung nur auffällt, es ist wie in japan. dort havarieren die reaktoren und bei uns werden sie abgeschaltet. in norwegen läßt man sich von dem attentäter nicht von der liberalen haltung abbringen und bei uns will man die anonymität im netz abschaffen.
    liebe politiker, stoppt euren unsinnigen aktionismus. nutzt die gesetze die ihr habt und wendet sie auch an bevor ihr neue haben wollt.
    und noch ein wort zur anonymität. wer will schon seine daten preisgeben in einer welt in der es jeden tag eine neue nachricht zu hackerangriffen gibt. selbst wenn euch brüdern zu trauen wär, euren rechenanlagen trau ich nicht.

    schönen tag noch
    kuno van euten

  2. Ganz nebenbei gesagt wäre es technisch niemals möglich die Anonymität aufzuheben.
    Nach 2-3 Stunden wäre der Schutz geknackt ;)
    Aber das wissen unfähige CSU Minister ja nicht…
    Aber diesen Aktionismus kennen wir ja schon.
    Nach jedem x-beliebigem Amoklauf kommt eine Verschärfung des Waffenrechts, oder irgendetwas anderes was schlicht und einfach nichts nützt und nur auf den Sack geht

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