Zahlreiche Elektronikläden bei Unruhen in Großbritannien geplündert

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Die größten Schäden durch die Unruhen in Großbritannien sind in London entstanden, aber die Chaoten sind auch in Liverpool Birmingham und anderen Städten unterwegs. Elektronikläden sind am heftigsten betroffen von den Plünderungen.

Die Plünderer waren den vorliegenden Informationen nach Teenager und Kinder bis zu 11 Jahren mit einem Geschmack für sportliche Klamotten und Unterhaltungselektronik. Filialen der Ketten JB Sports und Curry’s wurden nicht nur geplündert sondern teilweise auch noch in Brand gesteckt. Die BBC beschreibt die Gegenden mittlerweile als „“no go zones.“

Was in Nordlondon in Tottenham begann, ging am Samstag von Brixton in Südlondon und in Croydon, Balham und Peckham weiter. Auch andere Stadtteile waren betroffen. Ein Video http://www.bbc.co.uk/news/uk-14439898 zeigt, wie Handyläden geplündert wurden. Deren Geräte sind nicht nur begehrt sondern auch wertvoll und klein genug, um sie verschwinden zu lassen, ohne groß aufzufallen. Flachbildfernseher eignen sich da weniger gut.

Nicht nur die Elektronikläden sondern auch eine Sony-Lagerhalle in Nordlondon wurde teilweise geplündert und bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Davon war auch das unabhängige britische Musiklabel PIAS betroffen, das dort ebenfalls Waren lagerte. [Kat Hannaford / Andreas Donath]

Bild: hozinja

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  1. Ganz ehrlich…. verstehs ned ganz und bin echt kein Freund von ungerechter Polizeigewalt, aber hier gehört hart durchgegriffen! Wenn die Unruhestifter wenigstens mal äußern würden was sie wollen, bin froh dass ich ned da wohne…. Würd wer einfach so meinen Laden plündern, kann ich nicht garantieren, dezent zu eskalieren und „zurückzuschießen!“

    1. ich habe das gefühl das genau darauf abgezielt wurde das die menschen sagen „da gehört hart durchgegriffen am besten mit dem militär“ um eine legitimation für einsätze bei späteren demonstrationen zu bekommen. ich könnte mir sogar vorstellen das dort eine masse an zivilen provokateuren eingesetzt wurde um den ärger anzufachen, denn eine solche reaktion ist alles andere als normal.

      letztes jahr gab es bei studentenprotesten ähnliche bilder aus london, damals wurden die demonstranten eingekesselt und mehr als 24h von der außenwelt abgeschnitten. in folge dessen geriet die masse in panik, trotzdem waren sie damals weit entfernt von solcher krawalle wie das was wir hier sehen. und jetzt kommt die krönung damals wurde in den mainstream median nicht eine sekunde sendezeit für diese demo geopfert… ich denke jeder kann sich selbst zusammenreimen was das bedeutet…

  2. Ich verstehe schon, was die jungen Leute wollen: Markenkleidung, iPhones, iPads – eben das ganze Zeug, wo die Werbung suggeriert, man könne ohne dem nicht mehr leben.

    In ihren Augen stehen iPhones, iPads andere Smartphones und Tablets stellvertretend dafür, zur „richtigen“ Seiten der Gesellschaft dazuzugehören.

    Die jungen Leute begreifen aber offenbar, dass sie es selbst mit sehr viel Fleiß und Anstrengung niemals schaffen werden, solche Objektive zu besitzen. Das frustriert eben.

    Der Traum einer sozialen Mobilität (Vom Tellerwäscher zum Millionär, wenn man sich nur genug anstrengt) platzt zunehmend. Es herrscht eben keine Leistungsgerechtigkeit.

    Verglichen mit einem Wettlauf, startet das Migrantenkind bei -150m, das Kind von bildungsfernen Eltern bei minus -100m, das Kind von Akademikereltern aber mit 100 Metern Vorsprung.

    Wenn alle drei gleich schnell rennen, bekommt nur einer das iPhone.

  3. was die wollen?

    na das ist doch klar. die wollen nicht am rand der gesellschaft sein. natürlich sind die nicht ploitisch motiviert (was es auch nicht besser machen würde) aber die gesellschaft motiviert sie in dem sie sie an den rand drücken. karl schreibt das ja völlig richtig.

    es ist doch kein wunder. in england glaubt man fest an den brutalokapitalismus. schaut euch ihre börse an. dann überall überwachungskameras, davon könnte ich auch wütend werden, dann die hohen unterhaltskosten, england ist kein paradies (vom scheiß wetter mal abgesehen ;-))

    vielleicht erinnert sich der eine oder andere an die demonstrationen in griechenland, die brennenden banlieus in frankreich und wenn die einfachen amerikaner mal kapieren, dass 40% des amivermögens nur 1% der bevölkerung besitzt, werden die riots in ihren getthos vor ein paar jahren wie ein kindergeburtstag aussehen.

    das geld geht auf der ganzen welt von arm zu reich und irgenwann läuft das faß über. im moment schwappt es nur ein bisschen aber das kann und wird wohl leider auch schlimmer kommen.

    @ christian, das mit gewalt lösen zu wollen ist der falsche ansatz, davon wird es nur noch schlimmer.

    peace
    kuno

  4. Ich verbrenne das Auto meines Nachbarn, zerstöre seine Lebensgrundlage nachdem ich seine Sachen geklaut habe und antworte wenn man mich nach dem „Warum?“ fragt: „Ich bin auf den Staat wütend!“

    1. das man das aus vom gemütlichen sofa mit dem laptop auf dem schoß nicht beurteilen kann ist nachvollziehbar. trotzdem sollte man versuchen sich in deren lage zu versetzen.

    2. hallo hugo,
      nur dass wir uns recht verstehen. die einzelnen taten sind kriminell und die täter müßen bestraft werden. das phänomen der gewaltausbrüche kann ich nachvollziehen.

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