Mein Lieblingsspiel: Civilization

Civilization V

Die Frage nach dem Lieblingsspiel lässt sich leicht beantworten: Civilization. Es war eines der ersten Spiele, die ich gespielt habe, und ist eines der wenigen, für die ich auch jetzt noch Zeit finde. Kein anderes Spiel ist so spannend und abwechslungsreich, wie ich finde, und hat ein dermaßen hohes Suchtpotenzial. Weniger leicht fällt dagegen die Antwort auf die Frage, welche Version denn nun die beste ist.

Ich weiß gar nicht mehr genau, wann es war, aber irgendwann Anfang der 90er tauchte im Freundeskreis ein kleines aber feines Spiel namens Civilization auf. Es passt auf drei Disketten und zog uns bald in seinen Bann – so sehr, dass wir auch ohne Mehrspielermodus stundenlang als Gruppe vor dem Rechner hockten, um die Geschicke unseres Volkes zu lenken. Die Komplexität des Spieles sorgte dafür, dass es auch nach Stunden nicht langweilig wurde und nach dem Ende eines Spiels bereits dem nächsten entgegen gefiebert wurde. Legendär waren die quäkenden Sounds aus dem PC-Speaker, wenn mal wieder einer der feindlichen Anführer mit lächerlichen Forderungen vorbeischaute, oder das knirschende Geräusch, wenn ein Schlachtschiff an einem Phalanx abprallte, der auf einem Berg festgesetzt war – letzteres kam leider recht häufig vor.

Die aktuelle Version: Civilization V

Vor allem die Notwendigkeit, die territoriale Expansion und die Auseinandersetzung mit Gegnern unter einen Hut zu bekommen mit der technologischen Weiterentwicklung, ohne dass die Finanzen und die Zufriedenheit der Bevölkerung litt, machten das Spiel so faszinierend und abwechslungsreich. Für reichlich Langzeitmotivation sorgte, dass die Karten immer anders aussahen und sich die einzelnen Spiele höchst unterschiedlich entwickelten.

Daran hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn Civilization mittlerweile bei Teil 5 angekommen ist und einige kleinere und größere Veränderungen durchlaufen hat. Positiv zu sehen ist, dass nicht mehr nur das Niedermetzeln des Gegners zum Ziel führt, sondern es auch möglich ist, durch Diplomatie, Fortschritt oder Kultur zu gewinnen. Einheiten und Stadtausbau wurden komplexer und auch Neuerungen wie Umweltverschmutzung, Kultur und Religionen haben dem Spiel meiner Meinung nach gut getan. Womit wir auch schon beim Knackpunkt wären: Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich vom neuen Civilization V halten soll, das einige dieser neuen Konzepte wieder über den Haufen wirft und vieles vereinfacht. Die Stärke von Civilization waren immer, dass es eben nicht so einfach war: der Spieler konnte an unzähligen Stellschrauben drehen, zum Teil mit unmittelbaren, zum Teil mit eher langfristigen Auswirkungen.

Keine Frage: Civilization V hat mir Spaß gemacht. Vor allem das neue Layout mit sechseckigen Feldern und das neue Kampsystem – nur eine Einheit pro Feld, stärkere Betonung von Fernwaffen – bringt frischen Wind. Da muss man sich als alter Civ-Haudegen, der gerne mal ein Dutzend Panzer stapelte, um den Gegner zu überrollen, umgewöhnen. Dass es allerdings weniger Technologien zu erforschen gilt, es kaum noch Wunder gibt, die man wirklich braucht, weil sie einem einen wichtigen Vorteil verschaffen, und die Stadtverwaltung vereinfacht wurde, will mir dagegen gar nicht gefallen.

Überhaupt wurde viel vereinfacht, was schade ist. Ich hab mich gerne um Details gekümmert und möchte selbst entscheiden, ob ich den Schwerpunkt bei der Erforschung neuer Technologien setze oder mir viel Geld oder eine glückliche Bevölkerung lieber sind. Mir hat es auch Spaß gemacht, mit unterschiedlichen Regierungsformen zu hantieren, schließlich hatte jede Regierungsform andere Vorteile, die ich je nach Strategie und Schwierigkeitsgrad gebraucht habe, um zu gewinnen. Und wie lächerlich ist es bitte, Transportschiffe abzuschaffen und jede Einheit selbst übers Wasser schippern zu lassen?

Mein Favorit: Civilization III

Letztendlich kann ich noch nicht sagen, ob mich Civilization V genauso lange fesselt wie seine Vorgänger. Möglicherweise kehre ich bald zu Civilization III zurück, dem Teil der Serie, der mir bislang am liebsten ist. Oder ich starte nochmal einen Versuch mit Civilization IV, das ich seinerzeit nur kurz ausprobierte, weil auf meinem damaligen Uralt-Rechner keine richtige Spielfreude aufkommen mochte.

Daniel Dubsky, Chefredakteur von ITespresso.de, ChannelInsider.de und Gizmodo.de

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  1. wäre schön, wenn du dann berichten würdest, ob dir civ III nach civ V wirklich noch besser gefällt. bin nämlich auch deiner meinung dass civ III am besten war. aber manchmal hat man ja immer das gute alte besser im Gedächtnis als es war. civ V habe ich noch nicht gespielt und civ IV erging es mir ähnlich wie dir, dass mir kein spielspaß aufkam

    1. Naja, ich komme derzeit nur sehr sporadisch zum Spielen, aber rein vom Spielspaß ist mir Civ III weiterhin lieber, auch wenn ich das neue Kampfsystem in Civ V recht erfrischend finde. Civ III ist aber komplexer, es gibt mehr von den kleinen Stellschrauben, an denen man drehen kann, um das Spielgeschehen zu beeinflussen. Das mag ich. An die alte Grafik muss ich mich aber zurückgewöhnen. Civ V sieht klar besser und glatter aus. Allerdings hatte ich da auch einige Probleme, bei den Icons von Einheiten und Gebäuden zu erkennen, was sie überhaupt darstellen sollen.

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