So geht’s: Kostenlose Übernachtung in fremden Ländern mit Couchsurfing

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Ihr habt das Geld für den Flug nach Thailand in der Tasche aber kaum mehr als ein Taschengeld übrig für die Verpflegung vor Ort. Und für ein Hotel? Überhaupt nichts? Zum Glück gibt es Couchsurfing. Das sind Gastfreundschaftsnetzwerk, über die man sich kostenlose Übernachtungen vor Ort besorgt. Wir haben eine Anleitung zusammengestellt, um eine sichere und kostenlose Unterbringung im Ausland zu ergattern.

Zuerst einmal sollten euch die schlecht gemachten Websites der Gastfreundschaftsnetzwerke nicht verunsichern. Die Websites der Couchsurfing-Pioniere Hospitality Club und GlobalFreeloaders sind nicht gerade Beispiele herausragendem Webdesigns. Aber das sollte euch nicht beunruhigen, denn es bedeutet nicht, dass sie von Betrügern betrieben werden. Es sind einfach Non-Profit-Organisationen, die ihre Kosten niedrig halten wollen.

BeWelcome und Couchsurfing.org sind die Anbieter, deren Websites am einfachsten zu nutzen sind. Außerdem haben sie eine größere Mitgliederzahl. Die letztgenannte Website ist die größte mit über 3 Millionen Mitgliedern weltweit. Es ist auch die einzige, die ungefähr 15 Euro für die Identifikation verlangt. Damit wird sichergestellt, dass ihr der seid, für den Ihr euch ausgebt. Denn nicht nur für euch sondern auch für eure Gastgeber soll natürlich alles so risikoarm wie möglich sein.

Couchsurfing.org ist besonders bei jungen Menschen zwischen 20 und 30 sehr beliebt. Party, Nachtleben und viel Trubel inklusive. Hospitality Network wird eher von älteren Nutzern bevorzugt. Bei GlobalFreeloaders gibt es leider keine sehr ausführlichen Userprofile, was nicht besonders einladend erscheint. BeWelcome ist besonders auf ältere Menschen und Familien spezialisiert.

Profilerstellung leicht gemacht

Da es für alle Beteiligten wichtig ist zu wissen, mit wem man es zu tun hat, sollte man ganz besonders viel Zeit darauf verwenden, sein Profil ordentlich anzulegen. Das ist der erste Schritt, um die Irren und Gefährlichen auszusortieren.

Mädels: Keine aufreizenden Fotos. Jungs: Keine Fotos mit geballten Fäusten, bösen Blicken und auch Partyfotos sind tabu.

Alle: Seid ehrlich, aber gebt keine Informationen preis, die euch als interessantes Opfer darstellen („Ich bin Single und weiß nichts von der Welt“) oder: „Ich habe eine Canon-DSLR für 4.000 Euro, die ich auf Reisen ständig mitnehme.“

So findet man einen Gastgeber

Zuerst einmal: Sucht euch einen Gastgeber aus, der von anderen schon gut bewertet wurde. Die Portale funktionieren wie eBay mit seinem Reputationsmodell. Verbringt ruhig etwas Zeit mit dem Profil desjenigen, der euch Obdach geben soll. Ist er interessant genug, um es mit ihm ein paar Tage auszuhalten? Passt ihr irgendwie zusammen? Die meisten Gastgeber wollen ja auch irgendwas von ihren Gästen haben und sich mit ihnen austauschen.

Zweitens: Wo wohnt der Gastgeber? Die meisten der Portale rücken aus guten Gründen die Adressen nicht heraus. Aber man kann zu denjenigen, die dort schon übernachtet haben, Kontakt aufnehmen und sie ein bisschen ausfragen: Guckt euch dann die Gegend in Google Maps an. Ist der Ort sehr abgelegen? Gibt es irgendeine Form von öffentlichem Nahverkehr? Sehenswürdigkeiten? Und prüft auch, ob ihr eine Sprache beherrscht, über die ihr mit dem potentiellen Gastgeber reden könnt. Wer mit dem Gastgeber gar nicht nicht kommunizieren kann, kriegt kaum mit, wenn er irgendwie schief läuft.

Der erste Kontakt

Trefft euch nicht in der Wohnung des Gastgebers sondern in einem nahegelegenen Café oder Restaurant. Dadurch kann man sich erst einmal gefahrlos beschnuppern. Es dauert meist nur wenige Minuten, bis man merkt, ob das Gegenüber vertrauenswürdig genug ist. Warnzeichen: Nervöse Ticks, ungepflegte Erscheinung, Busenstarrer, Blut an den Händen ;)

Die erste Übernachtung

Entschließt man sich, die Einladung anzunehmen, sollte die Gelegenheit abgepasst werden, die genaue Adresse per SMS nach Hause zu schicken. Im Falle eines (ungewöhnlichen) Falles wissen dann wenigstens eure Angehörigen, wo ihr zuletzt gewesen seid. Legt die moderne Form einer Hänsel- und Gretel-Spur.

Also liebe Reisende, denkt daran: Das Internet kann ein seltsamer und gefährlicher Ort sein, aber es kann euch auch viel Geld sparen während ihr in der Welt herum reist. Eine Hang zum Optimismus ist unbedingt erforderlich. Ob dazu auch eine Dose Pfefferspray gehört, muss jeder selbst entscheiden.

Und nun seid ihr dran: Habt ihr schon einmal Couchsurfing gemacht? Wie waren eure Erfahrungen? Habt ihr spannende Geschichten zu erzählen und weitere Tipps für uns?

[Alyssa Bereznak / Andreas Donath]

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  1. Der schlechteste Artikel, den ich seit langem über Couchsurfing und Co. gelesen haben.
    Nicht nur dass die meisten Fakten schlicht und einfach nicht stimmen, also schlecht oder gar nicht recherchiert wurde. Dazu kommt dann wieder der einseitige Blickwinkel auf das kostenlose Übernachten, dass man, rein theoretisch, auch Gastgeber sein kann, wird gar nicht in Erwägung gezogen.
    Und die Tipps sind schlicht und einfach Müll. Ich hatte in den letzten fünf Jahren über 140 Gäste bei mir, und keiner hat verlangt, sich vorher mit mir in einem Café zu treffen. Sowas funktioniert überhaupt nicht, solche Anfragen würden bei erfahrenen Couchsurfern sofort gelöscht. Und darauf hinzu weisen, man solle beim Suchen nach einem Gastgeber wie bei der Suche nach einem Hotel vorgehen? Hallo, geht´s noch.

    Couchsurfing ist eben nicht die kostenlose Alternative zum Hostel oder Hotel, sondern die Möglichkeit, Einheimische kennen zu lernen und damit das Land/die Stadt aus einer einmaligen Perspektive zu entdecken. Couchsurfing ist Völkerverständigung und Kulturaustausch, keine „Ich habe hohe Ansprüche und will dafür aber nichts zahlen“-Seite.
    Aus was für verwöhnt-privilegierten Familienverhältnissen muss man stammen, um solch einen Artikel in die Tastatur zu brechen?

    Martin Feller
    Couchsurfer aus Berlin

    1. Kann mich dem nur anschließen! Bin seit mittlerweile zwei monaten in nordamerika (mexiko, usa und kanada) unterwegs, schreibe in jeder stadt den verfuegbaren couchsurfern und habe bis jetzt nur die besten erfahrungen und den meisten spass mit ihnen gehabt. Und auf der reise hatte ich alles… Von campingplatz bis luxushotel. Die besten und lustigsten erinnerungen werde ich aber von den vielen hostel und couchsurfern haben. Geht rauss in die welt und lernt leute kennen!! Sie ist nicht so boese, wir ihr denkt.

  2. Ich kann mich Martin nur anschließen. Couchsurfing funktioniert meistens auf einer guten Vertrauensbasis. Natürlich würde ich nicht direkt zu jemandem gehen, der sein Profil nicht ausgefüllt hat, keine ‚Freunde‘ hat und noch keine Rezension gekriegt hat, aber mit ein paar Absprachen geht auch das gut.
    In der letzten Zeit habe ich viele Leute kennengelernt, die weit mehr als 50-100 Erfahrungen über Couchsurfing gemacht haben. Jeder von denen hatte höchstens 1-2 schlechte Erfahrungen. Und diese Erfahrungen hatten nichts mit Boshaftigkeit zu tun, sondern kamen von Leuten, die Couchsurfing eher als Hotel gesehen haben….

    Couchsurfing ist eine super Möglichkeit, den Lifestyle einer Stadt einzufangen, Leute aus aller Welt kennenzulernen, mit ihnen Spaß zu haben und nur im Notfall auch kurzfristig eine Schlafgelegenheit zu kriegen. Selbst dann hat man meistens noch viel Kontakt mit dem Gastgeber oder Gast, je nachdem was ihr macht.

    Eine absolute Empfehlung für jeden, der Spaß daran hat, durch die Welt zu reisen!

  3. Kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen. Couchsurfing ist KEIN gratis Hotel, sondern eine Plattform um Gleichgesinnte aus der ganzen Welt zu treffen.

    Wenn ich es irgendwie einrichten kann, so bringe ich einem Host jeweils ein kleines Dankeschön mit, lade ihn zum Essen ein oder biete zumindest an für ihn zu kochen.
    Umgekehrt lehne ich Anfragen meist ab, wenn das Profil nicht anständig ausgefüllt ist oder wenn es erst ein paar Tage zuvor erstellt wurde um eine billige Übernachtung zu suchen.

    Auch von meiner Seite her eine Absolute Empfehlung für Leute, die gerne reisen, Einheimische treffen und die lokale Kultur kennen lernen.

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