Warum Steve Jobs den richtigen Zeitpunkt wählte

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Das einzig Überraschende an Steve Jobs’ Rücktritt war das Timing. Warum jetzt? Vielleicht aus gesundheitlichen Gründen. Oder vielleicht, weil es jetzt genau der richtige Zeitpunkt für den Übergang war.

Wenn ich „jetzt“ sage, spreche ich nicht von dem etwas ungewöhnlichen Timing der Presseveröffentlichung. Die Grundregel bei schlechten Neuigkeiten lautet, sie so spät wie irgend möglich zu veröffentlichen. Ich meinte „jetzt“ im weiteren Zusammenhang mit Apples Zukunft.

Und wenn das Unternehmen nicht nur überleben sondern auch florieren soll ohne Jobs, dann hätte er kaum früher gehen können. Und er hätte definitiv nicht länger warten dürfen.

Apple war buchstäblich niemals stärker. Vor einem Monat wurden Rekordquartalszahlen gemeldet, die sich auf eine Zeit bezogen, in der es keine wichtigen Produktveröffentlichungen gab, keine Schuljahres-Anfangsrabatte oder gar das Weihnachtsgeschäft. Sie bezogen sich auf drei Monate, die für Konkurrenten wie Dell und HP mehr als schlecht liefen. Apple war, für einen kurzen Moment, sogar das wertvollste Unternehmen der Welt. Unglaublich.

Und in einem Monat? Dann wird Apple das neue iPhone vorstellen. Und höchstwahrscheinlich zusammen mit etwas ganz neuem: Einem bezahlbaren iPhone für die breite Masse. Wenn das Gerät wirklich auf den Markt kommt, hat Apple den Schritt von der Yuppie-Luxus-Firma in einem beispiellosen Schritt zum normalen Anbieter geschafft.

Wenn Apple länger gewartet hätte, wäre die iPhone 5-Ankündigung durch Erinnerungen an Jobs in den Hintergrund getreten. Mit einem Monat Abstand hat der neue CEO Tim Cook die Möglichkeit, auf eigenen Füßen zu stehen. Er kann sich im Erfolg des iPhone sonnen anstatt im Schatten von Jobs zu stehen. Es wird sich anfühlen, als sei die Firma in guten Händen. Und das ist sie.

Was leicht vergessen wird, sind die langen Produktzyklen der Unternehmen. Die Entwicklung des iPhone 5 wurde vor Monaten abgeschlossen, genau so wie vermutlich die des iPad 3. Und auch die iPhone 6-Planungen dürften bereits im Gange sein. Alles wird eine Note von Jobs enthalten.

Sogar Produkte am fernen Horizont wie die künftigen Generationen von MacBooks mit extrem flachen Gehäusen, Flash-Speicherlaufwerken und ohne DVD-Laufwerken, AppleTVs mit Apps und ähnliches werden den Fingerabdruck von Jobs tragen. Vor allem weil er .. Chef des Verwaltungsrates ist. Er wird beteiligt sein.

Ein verschlechterter medizinischer Zustand könnte die Ursache für den Rücktritt von Steve Jobs sein, so dass er keine andere Möglichkeit hatte. Aber wir hoffen natürlich, dass dem nicht so ist. Und wir denken es wirklich nicht. Weil es sich so anfühlt, als sei der Schritt kalkuliert gewesen, zum bestmöglichsten Zeitpunkt. Jetzt.

[Brian Barrett / Andreas Donath]

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  1. „Einem bezahlbaren iPhone für die breite Masse. Wenn das Gerät wirklich auf den Markt kommt, hat Apple den Schritt von der Yuppie-Luxus-Firma zu einem beispiellosen Allgemeingut geschafft.“

    Oh mein Gott. Das trieft ja gerade zu vor Apple-Vergöttlichung.

    Ein modernes Smartphone ein paar Zacken billiger raus zu bringen (und dennoch leistungsfähig), in Anbetracht der Tatsache dass halt nun mal nicht mehr der super Dual-Core und die allerbeste Cam drin sind, schaffen auch andere Smartphone Anbieter.
    Soweit kein Problem und auch nichts besonders wenn Apple dies tun würde. Aber der Text hier liest sich als wäre es das 8.Weltwunder.

    Die Frage ist halt was, wie viel daran Apple noch dran verdienen kann und das ist ausschalggebend ob sie es machen oder nicht. Sonst nichts. Ansicht wenig interessant das ganze.

    Und zu guter letzt das ganze dann noch als „beispielloses Allgemeingut“ zu betiteln ist schon sehr sehr strange.
    Ein Smartpohne für die „breite Masse“ ist weder beispiellos, da schon zigfach existent, noch sind Apple Produkte gleich Allgemeingut auf die jeder nur wartet, egal wie billig sie angeboten werden.

  2. „Apple den Schritt von der Yuppie-Luxus-Firma in einem beispiellosen Schritt zum normalen Anbieter geschafft.“

    ihr seid soooooooooo lächerlich. fanboi!

    1. ich möchte mich jetzt nicht als Fanboy bezeichnen. Ganz im Gegenteil stand ich vor der Wahl, als ich mein erstes Smartphone gekauft hatte. Zu dem Zeitpunkt wollte ich ums Verrecken kein iPhone haben.
      Es ist ein Android geworden. Mein Diensthandy ist ein WP7. Ich warte nur auf das iPhone 5.
      Mein Android ist gut ein Jahr alt und bekommt keine Updates mehr! Das WP7 macht nen guten Eindruck, hat aber noch ein paar Kinderkrankheiten und seitdem meine Freundin ein iPhone hat, konnte viel Zeit zum Vergleichen investieren.
      Ja iPhones erlauben einem nicht so viel wie Androids, dafür ist die User Experience aber deutlich angenehmer. Prinzipiell ist dahingehend sogar das WP7 besser als Android, aber das muss den Entwicklern noch schmackhaft gemacht werden.

      http://www.beatweek.com/news/8954-idivision-iphone-5-release-date-has-geeks-blaming-steve-jobs/

      Das ist ein Artikel, der mir (trotz dessen, dass ich mich eigentlich auch auf der Nerd-Seite sehe) aus der Seele spricht.
      Das Apple gehype mag ich jetzt auch nicht so, man muss aber neidlos anerkennen, dass die Produkte von Apple wirklich immer echt schick sind, ne tolle UE bieten und einfach funktionieren.

      Grüße
      Andi

  3. Guter Artikel. Hat Hand und Fuß. Jobs ist ein Stratege. Und hält eine ganze Menge Apple Aktien. Das macht schon Sinn. Mit seiner Gesundheit hat das nichts zu Tun. Der zähe Hund wird uns noch alle überleben.

    So wie Mercedes mit der S-Klasse seinen Nimbus begründete und heute A-Klassen und Smart verkauft wird sich Apple auch breiter aufstellen. Für Hartzer werden die allerdings nie produzieren. Es ist halt nichts für Kreti und Pleti. Selbst eine A-Klasse hat ihren Preis.

  4. Bleibt zuzusehen, wie gut der Fisch ohne Kopf weiter schwimmt.
    Ich wünsche Jobs gesundheitlich alles Gute, Apple aber nicht…

  5. Der Artikel strotzt ja nur so vor Dramatik! :)
    Den würde ich zu gerne von einem professionellen Synchronsprecher als Audio-Datei bestellen, am besten untermalt mit dem Requiem von Mozart. ^^

    Bin zufriedener iPhone User der ersten Stunde, aber selbst für mich ist diese Bewunderung übertrieben.
    Objektivere Artikel verursachen keinen Brechreiz ;)

  6. vor allem strotzen die Beiträge von Gizmodo vor Schreib- und Grammatikfehlern:

    Falsch: Das einzige, was am Rücktritt von Steve Jobs überraschend war, war das Timing.
    Richtig. Das einzig Überraschende an Steve Jobs‘ Rücktritt war das Timing.

    Falsch: Wenn ich “jetzt” sage, spreche ich nicht von der etwas ungewöhnlichen Timing der Presseveröffentlichung.
    Richtig: „dem etwas ungewöhnlichen Timing“

    Falsch: Sie bezogen sich auf drei Monate, in denen die Konkurrenten wie Dell und HP mehr als schlecht war.
    Richtig: Entweder „Sie bezogen sich auf drei Monate, in denen Konkurrenten wie Dell und HP mehr als schlecht waren“ oder „Sie bezogen sich auf drei Monate, in denen die Konkurrenten Dell und HP mehr als schlecht waren“.

    Liebe Gizmodo Redakteure (wenn überhaupt),

    versucht bitte weniger „Bild-Zeitung-Nachrichten“ als klare Fakten darzustellen und zu schreiben. Einfach mal ein bisschen bei Engadget.de abgucken, die Jungs machen alles richtig. Und das ganz ohne Geltungsverlangen ;)

  7. Ähm, Jobs hat den bestmöglichen Zeitpunkt gewählt, weil der iPod zunehmend durch Handys ersetzt wird, das iPhone zunehmend Boden gegen Android verliert und das iPad nix anderes als ein unhandliches Spielzeug ist. Anders ausgedrückt, mit Apple wird es ab jetzt bergab gehen.

    1. Sehe ich auch so. Jobs tritt ab, weil die großen Zeiten zu Ende gehen. Eben, weil er ein Stratege ist. Alle großen Firmen dieser Welt teilen dieses Schicksal früher o. später. Ausgepowert von F&E, bis über die Ohren mit dem Status quo u. dem Tagesgeschäft befaßt, den gewinnsüchtigen und kurzsichtigen Teilhabern verpflichtet, viel zu sehr der techn. Evolution verpflichtet, fährt der Zug irgendwann ohne den Primus ab. Ob das nun schon LTE sein wird o. der Überdruß der Käufer an ständiger Vergesellschaftung statt Privatsphäre bleibt abzuwarten. Plattes Gewinnstreben führt zur Stagnation.
      Guckt Euch Deutschland im WKII an: Die hatten die besten Panzer-aber die falschen.

    2. Schon mal überlegt, wie viele verschiedene Smartphone Hersteller es gibt, deren Geräte Android nutzen und die jeweils verschiedenen Modelle der Hersteller?
      Natürlich wird der Markt von 100-200€ Androids „überschwemmt“ aber der fette Gewinn wird von Apple gemacht. Dafür, dass jeweils hauptsächlich 1 iPhone verkauft wird hat Apple extrem viel Marktanteil.
      Natürlich wird Apple nicht ewig weiter expandieren können aber sie sind durchaus in der lage ihren guten Stand noch eine Zeitlang zu halten. Auch ohne Stevi ;)

      1. Falsch, die verkaufen zig Versionen. 4, 3GS, China-iPhone und dieses iPhone für Verizon, dazu in den unterschiedlichen Speicherausstattungen… Schätze also, dass gegenwärtig 12-15 Versionen des iPhones verkauft werden.

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