Die Erfolgsgeschichte der Smartphones

IBM-Simon

Es ist erst knapp vier Jahre her, seitdem Apple das Smartphone massentauglich gemacht hat. Doch Smartphones gibt es bereits sehr viel länger. In der einen oder anderen Form existieren sie seit 1993, doch waren sie zu dieser Zeit noch weit entfernt von einem Produkt, welches ein Normalverbraucher benutzen würde. Neben den hohen Anschaffungspreis waren sie fast ausschließlich für Unternehmen ausgelegt - die Rede ist von Smartphones.

Relativ lange behielten Smartphones das Stigma eines teuren, klobigen und unnötigen Stücks Technik. Doch dieses Bild hat sich verändert. Dieses Jahr gab es zum ersten Mal einen Rückgang bei den Verkaufszahlen von Low-End “Feature Phones”, während die Zahlen für Smartphones stetig zulegen. Wir befinden uns im Zeitalter der Smartphones. In diesem Artikel wollen wir einmal zurückblicken auf die Anfänge der Smartphones und die Frage klären, wie lange es wohl noch dauert, bis die sogenannten Feature Phones austerben.

IBM legt den ersten “Ziegel”

Das amerikanische Technologieunternehmen IBM schuf 1992 mit einem Simon getauften Brocken das erste multifunktionale Mobiltelefon. Es vereinte die Funktionen eines Handys, eines Pagers und eines PDAs. Sogar Faxe ließen sich empfangen und versenden. Eingaben fanden über einen schwarz-weiß Touchscreen statt und gespeichert wurden alle Daten im 1 Megabyte großen Speicher des Telefons. Doch neben seiner unmöglichen Ziegelform, war auch der Preis von 899 Dollar und das Gewicht von 500 Gramm ein Gegenargument für den Urgroßvater der heutigen Androids und iPhones.

Nokia denkt weiter

Damals, als Nokia noch Innovationsführer war, erschuf der finnische Konzern in den späten 90ern mit der Communicator Reihe eine Geräteklasse, die sich lange hielt und auch heute noch in so manchen Smartphones wiedererkennbar ist. Die Geräte besaßen alle eine vollständige QWERTY-Tastatur, einen breiten TFT-Bildschirm und hatten sogar eine rudimentäre Unterstützung zur Darstellung von HTML-Webseiten. Durch ihren hohen Preis konnten jedoch auch Nokias Geräte nie richtig Fuß fassen.

RIM und Palm machen es besser

Im Jahr 2002 macht Research in Motion (RIM) mit dem ersten BlackBerry die Smartphones einem breiteren Publikum zugänglich. Es war zwar fast ausschließlich für Geschäftsleute gedacht, doch mit einem besseren Display, mehr Arbeitsspeicher und einer schnelleren CPU, markiert es gemeinsam mit Palms Treo einen großen Schritt in die Richtung, in der wir uns heute befinden.

Windows Mobile verkompliziert die Sache

Windows Mobile wurde einige Zeit lang nur für den PocketPC designed und war nicht für Geräte mit einer Telefonfunktion gedacht. Die zweite Version, Windows Mobile 2003, kam dann in drei verschiedenen Varianten. Windows Mobile 2003 für Pocket PC und Windows Mobile 2003 Pocket PC Phone Edition, das speziell für Pocket PCs mit Telefonfunktion entwickelt wurde, wie zum Beispiel den XDA bzw. MDA. Des Weiteren gab es noch eine Variante namens Windows Mobile 2003 for Smartphone, welche jedoch eine eigene Plattform darstellte, und für Handys ohne Touchscreen entworfen wurde.
Windows Mobile war jedoch besonders auf Businesskunden ausgelegt, die auf eine Office-Unterstützung oder Services wie Microsoft Exchange angewiesen waren.
In weiteren Revisionen der Plattform fügte Microsoft immer mehr Features hinzu, doch verabsäumte, durch die Entwicklung mehrerer verschiedenen Versionen, die Schaffung einer einheitlichen mobilen Plattform. Erst im Februar 2010 gelang es Microsoft mit Windows Phone 7 ein starkes Konkurrenzprodukt zu iOS und Android aufzustellen.

Apple und Android revolutionieren das Smartphone

Mit einem intuitiven Interface, einem kapazitiven Touchscreen und einem schönen Design macht Apple 2007 aus einem Produkt, welches bisher für Geschäftsmänner im Anzug reserviert war, ein massentaugliches Produkt. Das ist erst vier Jahre her! Seitdem gehört mobiles Surfen zum Alltag und ein Smartphone lässt sich mit Apps scheinbar unendlich um neue Funltionen erweitern. Im selben Jahr übrigens, 2007, beginnt Google mit Android etwas noch viel Größeres. Nun gibt es auch für Hersteller, die nicht ihr eigenes Betriebssystem entwickeln wollen, eine Möglichkeit Smartphones anzubieten. Ende 2008 kommt das erste Android-Smartphone auf den Markt.

Der Untergang der “Feature Phones”

Heute gibt es Android-Smartphones für unter 100 Euro, offen für alle Netze. Nicht nur Geeks und Geschäftsleute haben nun Smartphones. Die Verkaufszahlen für Feature Phones gehen zurück. Hersteller Nokia, der die Smartphone-Revolution ein bisschen verschlafen und mit Symbian zu lange auf das falsche Pferd gesetzt hat, verliert massiv Martkanteile. Dies betrifft vorrangig jedoch die Regionen Westeuropa, USA, Japan. In Staaten der Dritten Welt gibt es fast ausschließlich die günstigen Feature Phones. Doch wie lange noch, bis die Preise von Smart- und Feature Phones einander derart ähneln, dass es nicht länger einer Überlegung bedarf, für welches Gerät man sich entscheidet? Wie lange noch bis die Handys, wie wir sie noch vor 10 Jahren alle besaßen, das selbe Schicksal erleiden, wie das Festnetztelefon? Es wird nicht mehr lange dauern.

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  1. In den Ländern ohne grossflächige, zuverlässige wird es noch lange normale Handys geben da diese nur alle zwei Wochen oder so an die Steckdose müssen.

      1. Ich hab einen Absatz über Microsoft Mobile hinzugefügt. Das Problem bei Windows Mobile war die große Fragmentierung der Plattform, sodass es eigentlich außerhalb des Businessbereichs nie Fuß fassen konnte. Aber ihr habt Recht. In einem Überblick über die Entwicklung der Smartphones sollte Windows Mobile auch nicht fehlen. ;)

  2. „Nun gibt es auch für Hersteller, die nicht ihr eigenes Betriebssystem entwickeln wollen, eine Möglichkeit Smartphones anzubieten“ ehm wie war das nochmal mit windows mobile?

  3. Windows mobile war das allerbeste! Hatte damals einige Qtek Phones und bin mit dem iphone nie so glücklich geworden wie mit denen :)

  4. normale handys ohne schnickschnack werden so schnell nicht vom markt verdrängt werden, da sie über bessere akkulaufzeiten verfügen und z.T. in firmen keine fotohandys erlaubt sind wegen angst vor betriebsspionage.

  5. Ein erstaunlich uninformierter Artikel, fürwahr. So lässt er außer Acht, dass GPRS in Deutschland erst um die Jahrtausendwende verfügbar war. Vorher war die Datenkommunikation via GSM auf magere 9.600 bit/s beschränkt. Damit konnte man gerade noch E-Mails abrufen und verschicken, aber Surfen wurde wirklich zur Qual. Kein Wunder, dass sich da Smartphones nicht recht durchsetzen konnten. Auch nach der GPRS-Einführung war mobiles Internet einfach noch zu teuer für die Massen – ich habe jahrelang bei Vodafone fünf Euro pro Monat gelassen, für magere 5 MB Freivolumen.

    Zur Einordnung von Windows Mobile ist zu sagen, dass so um 2005 herum so ziemlich jeder deutsche Mobilfunkprovider mindestens ein Windows-Mobile-Handy im Angebot hatte. Palm mit seinen Treo-Geräten wurde nicht erwähnt, Alcatel mit seinem One Touch Pro ebensowenig wie Sony Ericsson mit seinem P900. Dass sich die Geräte nicht in dem Maß durechsetzen konnten, wie das heute bei iPhone, Android & Co. der Fall ist, liegt ganz einfach ander Kostenstruktur.

  6. unsmarte telefone werden immer ihre daseisnberechtigung haben! lange akkulaufzeit und einfache bedienbarkeit sind manchen leuten wichtiger bzw. für manche leute nötig! solange es senioren und bauarbeiter/outdoor-aktive gibt, wird es für einfach zu bedienende oder besonders robuste, zuverlässige geräte einen markt geben

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