Darum geht’s bei Nvidias Tegra 3 und seinem geheimen, fünften Kern

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In Kürze steht uns die Einführung von Nvidias Tegra 3-Chip bevor, der in zahlreichen Mobilgeräten verbaut werden dürfte. Der als Quadcore konzipierte Tegra 3 hat ein kleines Geheimnis: Einen fünften Kern, der sich weniger intensiven Tasks annimmt.

In einem Dokument beschreibt Nvidia ausführlich das variable, symmetrische Multiprocessing (vSMP) des Tegra 3. Vereinfacht ausgedrückt wird vSMP Multi-Threading und Multi-Tasking für maximale Leistung und minimalen Stromverbrauch optimieren und zugleich weniger rechenintensive Aufgaben wie im Hintergrund laufende Synchronisationen, Musik, Videos etc. an einen fünften Kern auslagern. Dieser läuft mit 500 MHz und damit deutlich langsamer als die anderen vier Kerne. Heißt: Geringerer Stromverbrauch, mehr Akkulaufzeit.

„Bei allen fünf CPU-Kernen handelt es sich um identische ARM Cortex A9 CPUs, die lastabhängig (mittels aggressivem Power-Gating) ein- und ausgeschaltet werden. Der ‚Begleit-Kern‘ ist, anders als bei heutigem, asynchronem SMP, OS-transparent. Das bedeutet, dass das Betriebssystem den Kern nutzen kann, ohne sich seiner bewusst zu sein. Dadurch werden softwareseitig keine Anpassungen notwendig, was Entwicklungskosten senkt.“

Nvidia hat den Coremark Benchmark auf den Tegra 3 losgelassen und zum Vergleich bereits eingeführte (und schon etwas ältere) Chips wie den TI OMAP 4 und den Qualcomm 8×60 herangezogen. Das Ergebnis: Die älteren Chips brauchen zwei- bis dreimal so viel Strom wie der Tegra 3, der trotzdem zweimal so schnell ist. Im Vergleich mit dem Tegra 2 benötigt der Tegra 3 61 Prozent weniger Strom bei der Wiedergabe von Videos und 34 Prozent weniger Strom beim Spielen. Freut Euch also drauf – es gibt nicht nur mehr Leistung, sondern obendrein noch längere Akkulaufzeiten und/oder kompaktere Geräte. [Adrian Covert / Andreas Donath]

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  1. Wenn man böse wäre würde man sagen daß NVidia kein echtes runtertakten und stromsparen in ihren CPUs hinkriegt und deswegen einfach einen weiteren langsamen Kern beilegt. Ich habe in meiner Familienkutsche auch immer einen kleinen Smart dabei für die 30er Zonen. ;-)
    Die Laufzeit bei Videogucken war beim Tegra 2 auch eher suboptimal (2/3 vom IPad2 bei ansonsten gleicher Laufleistung bei Surfen/Musik hören), ich erinnere mich noch an die vollmundigen damaligen NVidia Versprechen und Marketingbla.

    1. genau das hab ich mir auch gedacht.
      aber mal was anderes. wenn der kern os-transparent ist, wieso sollte das os dann die aufgaben für die hintergrundprozesse dann auf den kern und nicht auf einen der anderen verteilen? -> wieso sollte das os nicht die anspruchsvollen aufgaben auf den mikrigen kern legen und das system bremsen

      1. weil das os nicht weiss. in welchem kern was verarbeitet wird. die cpu guckt sich die aufgaben an und legt die, die weniger leistung benötigen auf den langsameren, fünften kern, der weniger strom verbraucht. Um an das Beispiel von vangel anzuknüpfen: so als ob dein auto in der 30-er zone nur mit zwei statt sechs zylindern fährt.

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