Amazon macht mit jedem verkauften Kindle Fire Verlust

Kindle Fire

Wie schon bei vielen anderen Gadgets zuvor hat das Marktforschungsinstitut iSuppli auch den kürzlich vorgestellten Kindle Fire von Amazon einmal genauer unter die Lupe genommen. Dabei errechnete das Institut, wieviel die Produktion eines Gerätes kostet. Das Ergebnis: Die Kosten für die Produktion sind um etwa 10 Dollar höher als der eigentliche Verkaufspreis.

Rund 191,65 US-Dollar kosten alleine die Komponenten des Tablets. Rechnet man noch die Fertigungskosten dazu, kommt man laut iSuppli auf einen Gesamtpreis von 209,63 Dollar. Kosten für Hard- und Software-Entwicklung, Qualitätssicherung, Werbung, Auslieferung, Support, etc. sind bei dem Preis noch nicht inbegriffen.

Nachdem man vor der Vorstellung am vergangenen Mittwoch noch von einem Preis zwischen 250 und 300 Dollar ausgegangen war, staunte die Presse nicht schlecht als Amazon den Preis von 199 US-Dollar für den Kindle Fire bekanntgab. Kein Wunder, denn ein derart niedriger Preis für ein Tablet ist ein absolutes Novum im derzeit so hart umkämpften Tabletmarkt und könnte andere Unternehmen wie Acer, HTC, Samsung und auch Apple in Bedrängnis bringen. Mit einem Preis von knapp unter 200 Dollar kostet das Tablet des amerikanischen Versandhauses nämlich weniger als halb so viel wie Apples günstigstes iPad oder Samsungs Galaxy Tab 10.1. Während einige potenzielle Tabletkäufer bisher noch von einem Kauf aufgrund des hohen Preises und der Unsicherheit des tatsächlichen Nutzens abgesehen haben, ist der niedrige Preis bei Amazon sicher sehr verlockend für etwaige Interessenten.

Doch auch wenn sich der Kindle Fire als absolutes Verkaufswunder herausstellt, bleibt die Hardware für Amazon ein Verlustgeschäft. Jedoch ist Amazon auch kein Hardwarehersteller, sondern ein Versandhaus, und macht die größten Gewinne durch den Verkauf von Produkten. Durch einen eigenen Android AppStore, einen MP3 Store und den sehr erfolgreichen Kindle Store mischt das Versandhaus inzwischen auch auf dem digitalen Sektor sehr erfolgreich mit. Dass ein auf den Konsum ausgerichteter Tablet-PC hier schnell zur Gelddruckmaschine wird, ist daher selbstverständlich.

[via iSuppli]

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    1. Sollte der Europreis wirklich höher sein, verlieren sie meiner Meinung nach aber den psychologischen Effekt vom 199 Preispunkt. Dieses „unter 200 Dollar/Euro“ ist ein ziemlich starker Punkt für den Kindle Fire!

      1. Ich glaube er meinte eher, dass das Kindle Fire für 199€ in Deutschland verkauft wird. Somit wären wir bei einem Dollarpreis von rund 265.

        1. An das sind wir Europäer aber ja schon gewöhnt. Leider! Egal ob technische Geräte, Filme oder Games. Es ist doch eh immer das selbe Spielchen mit Dollarpreis=Europreis. Real hat recht. Die 10 Dollar Verlust sind beim Europreis sicher passé.

  1. Das Kindle Fire wird in Deutschland komplett floppen – warum? Weil der Amazon Cloud Music Service (oder wie auch immer das heißt), der Amazon-eigene Androidappstore und so ziemlich jeder weitere Dienst der ein Interesse an dem Gerät wecken könnte bei uns einfach nicht verfügbar ist.
    Außerdem gehe ich davon aus, dass es mit den Updates für das Gerät genauso mau aussieht, wenn Amazon seine Haltung gegenüber dem deutschen Markt beibehält.

    1. Ihr vergisst das in den USA alle Preis ohne Tax angeben werden ;-). Die ist Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich hoch, daher werden die Preise immer Netto angeben.

  2. Kauf ich mir es halt über amazon.com oder amazon.co.uk.. Hat beim Kindle ohne Probleme geklappt, Warum nicht auch beim Fire. bei co.uk gibts auch kein Stress mit der Märchensteuer und es wird eh aus Bad Hersfeld verschickt. Anders kann ich mir nicht erklären warum das Kindle bei mir nach ~24 Stunden daheim war, obwohl bei co.uk bestellt.

    Und das war vor dem Verkaufsstart des letzten Kindles in Deutschland.

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