Kurztest: Kindle 4 ist schlank, spricht deutsch und bedient sich schlecht

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Der Kindle 3 war so ein bisschen wie ein guter, alter Schuh. Nicht der schönste, aber bequem und vertraut. Der neue Kindle 4 (ohne Touch) hingegen sieht zwar cool aus, aber im Test machte er uns nicht so richtig glücklich.

Technische Daten

Der Amazon Kindle 4 misst 15 cm (6 Zoll) in der Diagonale und ist mit einem E-Ink-Display ausgestattet, das eine Auflösung von 600 x 800 Pixel bei 167 dpi erreicht und 16 Graustufen abbilden kann. Das Gerät misst 166 mm x 114 mm x 8,7 mm und wiegt 170 Gramm. Der Speicher ist 2 GByte groß, wobei 1,25 GByte frei sind. Ein WLAN-Modul ist eingebaut. Ein UMTS-Modell ist nicht erhältlich.

Gut

Mit dem Kindle 4 liefert Amazon erstmals einen Kindle mit deutschsprachiger Menüführung aus. Allein das dürfte die Anschaffung für viele potentielle Kunden interessant machen.

Zum ersten Mal hat man beim Einschalten eines Kindle nicht mehr den Eindruck, als ob man eine mächtige Buchlesemaschine anwirft. Geschrumpfte Abmessungen, ein insgesamt sehr schlankes Design – der Kindle 4 fühlt sich wie der legitime Nachfolger des Taschenbuchs an. Dank der kleineren Maße passt der Kindle 4 nun auch recht bequem in größere Jacken- oder Hosentaschen. Das ging zwar auch bisher, irgendwie, sah aber blöd aus. Jetzt könnt Ihr den Kindle auch gut mitnehmen, wenn Ihr keinen Rucksack, keine Handtasche oder ähnliche Transportmittel mit Euch führt.

Beim Blättern durch Bücher geht der Kindle 4 deutlich schneller zu Werke als sein Vorgänger, wenngleich er nicht mit dem Nook Simple Touch mithalten kann. Ob mir die neuen Wallpaper zusagen, kann ich noch nicht beurteilen, aber sie sehen zumindest erst mal nett aus.

Schlecht

Hinsichtlich der Ergonomie muss sich der Kindle 4 dem Kindle 3 geschlagen geben, und zwar deutlich. Am meisten nerven die Knöpfe, mit denen man blättert. Sie sitzen sehr nah beieinander und sind so unglücklich positioniert, dass man den Kindle zwangsläufig recht bescheuert hält. Eher holt man sich einen Krampf, als dass es einem gelingt, den Kindle 4 gescheit zu halten und dabei noch bequem umzublättern. Hier folgt die Funktion dem Design – und nicht umgekehrt, wie es eigentlich sein sollte.

Wer den Kindle häufig nutzt, um Texte einzugeben, der wird die von Amazon gestrichene Tastatur besonders vermissen. Schlimmer aber wiegen die mittig angebrachten Knöpfe für Navigation, Auswahl, Menü und Zurück. Beim Kindle 3 waren sie rechtsbündig angebracht, wodurch man insbesondere als Rechtshänder sehr bequem lesen und über die Navigations-Taste auch mal schnell ein Wort nachschlagen konnte. Durch die mittige Position werden die Tasten nun niemandem so richtig gerecht, weder den Rechts- noch den Linkshändern. Das Problem verschärft sich noch dadurch, dass wichtige Infos wie die Seitenzahl erst nach Drücken des Menü-Knopfes eingeblendet werden.

Kaufen?

Auf der Habenseite kann der Kindle 4 die deutschsprachige Oberfläche, die höhere Geschwindigkeit und die kompakteren Abmessungen sowie das gesunkene Gewicht für sich verbuchen. Doch die Abstriche, die man gegenüber dem Kindle 3 bei der Ergonomie hinnehmen muss, sind so erheblich, dass das ältere Gerät längst nicht völlig uninteressant ist. Schaut Euch das Gerät in Ruhe an, lest ein wenig damit und entscheidet danach, ob Euch die Bedienung liegt. [Tim Kaufmann]

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  1. Noch zwei Punkte:
    – der Kindle 4 hat den deutlich schwächeren Akku
    – der Kindle 3 hat Lautsprecher und Kopfhöreranschluss, kann auch MP3´s und Hörbücher

    Da sind die 20 € Preisunterschied garnicht so viel.

  2. Hi, ich kann Deine Meinung für die Bewertung leider nicht ganz teilen. Durch die fehlende Tastatur, und damit geringere Bauhöhe des Kindle 4 reicht die Hand beim Lesen etwas weiter nach oben. Das Cursorfeld dann auf die Rechte Seite zu setzen wäre selbst für einen Rechtshänder unpraktisch. Beim Lesen an sich wechsele ich ein Buch, oder ebenn auch den Kindle gerne mal von der rechten auf die linke Hand, obwohl ich Rechtshänder bin. Mir kommt die symmetrische Anordnung der Buttons somit sehr entgegen.
    Da ich zu 99 % mit dem Kindle nur lesen möchte, und ggf. Mal eine Passage markiere, bringt die fehlende Tastatur für mich nur den Vorteil, dass der Kindle dadurch kleiner und leichter ist. Um mal eben ein Wort im Buch zu suchen, dafür reicht mir die Bildschirmtastatur völlig aus. mit den Tasten zum Blättern komme ich übrigens von der Ergonomie nach wie vor hervorragend aus, und das bei einer Handschuhgrösse von 11!
    Ich finde Amazon hat hier alles richtig gemacht. Verglichen mit anderen Geräten auf dem Markt ist der Preis ein absoluter Hammer und somit eine absolute Kaufempfehlung.

    Übrigens: Ich hatte beim direkten Displayvergleich des Kindle 3 zum 4’er das gefühl, dass der 3’er geringfügig schärfer und kontrastreicher wirkte. Das Award für mich ein echtes Rückgabeargument gewesen. Nachdem ich aber direkt das Firmwareupdate auf 4.0.1 aktualisiert hatte, konnte ich das nicht mehr feststellen.

    Und eines noch. Da ich mit dem kleinen Kindle wirklich nur lese, und zum Musikhören anderes Equipment wie iPhone o.ä. verwende, fehlt mir da auch keine Audiobuchse :-)

  3. Also ich hatte mich auf das neue Kindle sehr gefreut da ich mir schon immer eins holen wollte aber nicht unbedingt interesse daran hatte das ding mit Tastatur zu kaufen. Was mich aber jetzt komplett vom Kauf das neuen Kindle abgeschreckt hat ist einfach der Preis, in den USA 79$ und in DE 99€ habe ich da was nicht mit bekommen oder wird man da über den Tisch gezogen?

  4. @Helvete:
    In den USA wird der Kindle unter dem Preis mit Werbeeinblendungen verkauft. Will man diese nicht sehen, muss man 30$ drauf legen.
    rechnet man dann die Mwst. auf die $ ist man schnell beim gleichen Preis wie hierzulande.

  5. ich empfehle jedem, der sich für einen ereader interessiert, sich mit dem nook simple touch auseinander zu setzen – den gibts in der usa über ebay und da er auf android läuft und WIRKLICH easy gerootet werden kann, kann man so auch kindle (app) nutzen, nur mit ner wesentlich mächtigeren hardware :-)

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