Der E-Book-Reader Kobo Touch im Test

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Der kanadische Hersteller Kobo macht seit Juli dieses Jahres Amazon in den USA und Kanada Konkurrenz. Nun will das Gemeinschaftsunternehmen verschiedener Buchhändler mit seinem E-Reader Kobo Touch auch den deutschen Markt erobern. Wir haben den Kindle-Konkurrenten auf Herz und Nieren geprüft.

Für unseren Test wurde uns die US-Version des Kobo Touch zur Verfügung gestellt. Über den finalen Lieferumfang und die Firmware des deutschen Readers können wir daher noch keine Angaben machen. Die Packung des US-Readers kommt allerdings mit schlichtem Inhalt daher. Neben dem Reader selbst, der mit Maßen von 165 x 114 x 10 Millimetern relativ kompakt geblieben ist, finden in dem Karton lediglich ein Micro-USB-Kabel, Aufkleber sowie eine Kurzanleitung Platz. Sowohl für einen Einband als auch für ein Netzteil wird der Leser noch einmal zusätzlich in die Tasche greifen müssen.

So geht’s
Um den Reader in Betrieb zu nehmen, muss der Leser zunächst die Kobo-Software auf dem Computer installieren. Da die Datenübertragung nur im Schneckentempo vonstatten geht, sollte für die Installation ordentlich Zeit mitgebracht werden. Nach dem Setup kann der User per WLAN seine Nutzerdaten und die Bibliothek verwalten. Die digitale Literatur kann entweder über den Kauf im Kobo-eigenen E-Book-Shop oder via USB-Verbindung aus der eigenen elektronischen Bibliothek beschafft werden. Unterstützung finden dabei die Textformate ePub, PDF,TXT, HTML, RTF und MOBI. MOBI-Dateien mit DRM, wie bei Amazon angeboten, können auf dem Kobo Touch nicht angezeigt werden. Des Weiteren lassen sich PDFs wegen der fehlenden PDF-Reflow-Funktion lediglich via Zoom vergrößern – schade. Für die eigene Bibliothek stehen dem Nutzer 1400 MB freien Speicher zur Verfügung, der bei Bedarf aber per Speicherkarte um bis zu 32 GB erweitert werden kann. Die aufgespielten Texte werden in die vorgegebenen Kategorien Bücher, Zeitungen und Magazine, Leseproben und Favoriten eingeordnet. Auf Multimediafeatures muss der Leser leider komplett verzichten, da weder Audio- noch Videoformate auf dem Kobo-Reader abgespielt werden können.

Schlichte Ausstattung, einfache Bedienung
Das Gerät selbst wirkt fast Apple-typisch minimalistisch. Vorderseitig befindet sich neben dem 6 Zoll-Touchscreen-Display über das die meisten Einstellungen vorgenommen werden können, lediglich ein einsamer Home-Button. Dieser ist leicht versenkt angebracht, wodurch seine Bedienung zwar etwas erschwert, zugleich aber die Gefahr der versehentlichen Eingabe gebannt wird. Auf der linken Seite finden Nutzer außerdem einen MicroSD-Slot und an der Unterseite einen MicroUSB-Anschluss für die Verbindung mit einem Computer. Auf der Oberseite sitzt zudem ein Schieberegler zum Ein- und Ausschalten des Readers.
Die gummiartige und auf der Rückseite gesteppte Hülle des Geräts ist ordentlich verarbeitet und sorgt dafür, dass der E-Book-Reader gut in der Hand liegt. Dazu trägt auch das geringe Gewicht von 168 Gramm bei.

Lesen auf dem Kobo Touch
Der Touchscreen arbeitet mit derselben Infrarot-Technik, die auch bei den aktuellen Sony-Readern Verwendung findet. Auf Eingaben reagiert der berührungsempfindliche Bildschirm daher sehr rasch und zielgenau. Langsamer geht hingegen der Ladevorgang bei der Auswahl eines Buches vonstatten. Ist das Buch erst geöffnet, sorgt der Freescale i.MX508 Prozessor unter der Oberfläche aber für eine zügige Navigation. Zum Blättern wird einfach rechts beziehungsweise links auf das Display getippt. Hier werden einige Leser aber mit Sicherheit die Knöpfe zum Umblättern vermissen, da die durch den Touchscreen bedingte Halteposition auf Dauer unbequem werden kann.
Ein Fingerzeig in die Mitte führt zum Menü. Hier kann sich der Leser das Inhaltsverzeichnis ansehen, Lesezeichen setzen, Ausdrücke im vorinstallierten Wörterbuch nachschlagen sowie zwischen den verschiedenen Kapiteln wählen. Außerdem glänzt der Reader durch eine Vielzahl an Leseoptionen. So kann zwischen sieben verschiedenen Schriftarten und 17 Schriftgrößen gewählt werden. Darüber hinaus sind Zeilenabstand, Ränder und die Ausrichtung variabel einstellbar. Dem minimalen Ghosting-Effekt, der beim Umblättern in der Standardeinstellung zu sehen ist, kann durch die Umstellung des Page Refresh auf eine Seite entgegengewirkt werden.

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