Richard Stallman: „Ich bin froh, dass er (Steve Jobs) nicht mehr da ist“

Stallman

Eine kurze Bemerkung auf dem Blog des Gründers und Chef der Free Software Foundation sorgt derzeit für ordentlich Furore. Denn Stallman leitet seinen „Nachruf“ zu Jobs Tod mit den Worten ein: „Ich bin nicht froh, dass er tot ist, wohl aber darüber, dass er nicht mehr da ist.“ Ein Abgesang der anderen Art.

Mit der Einleitung zitiert Stallman den Chicagoer Bürgermeisters Harold Washington, der einst so den Tod seines korrupten Vorgängers, Richard Daley, kommentierte.

Stallman findet jedoch auch eigene Worte. Steve Jobs sei ein Pionier, der „den Computer zu einem ‚coolen‘ Gefängnis gemacht hat, das Idioten von der Freiheit abhält“, heißt es weiter im Blog, „Niemand verdient es zu sterben – nicht Jobs, nicht Mr. Bill, nicht einmal Leute, die noch größeres Übel in die Welt gebracht haben. Aber wir alle verdienen es, von Jobs unheilvollem Einfluss auf die Computernutzung befreit zu werden. Bedauerlicherweise wird dieser Einfluss trotz seiner Abwesenheit erhalten bleiben. Wir können nur hoffen, dass diejenigen, die sein Erbe antreten, weniger erfolgreich bleiben.“, so Stallman.

Was für die einen berechtigte Kritik ist, grenzt für andere an Gotteslästerung. Für seine Meinung muss Richard Stallman deshalb eine Menge Kritik, sowohl von Presse als auch Geschäftspartnern, einstecken. Larry Cafiero hat sich sogar dazu entschlossen, seine Mitgliedschaft bei der Free Software Foundation zu beenden. Seine Entscheidung begründete der Open-Source-Aktivist damit, dass er mit Stallmans „takt- und herzloser“ Reaktion auf Steve Jobs Ableben nicht konform gehen könne.

Apples Gedenkfeier zu Ehren Steve Jobs findet im Hauptsitz des Unternehmens am 19. Oktober 2011 statt.

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  1. ohne scheiss so über jmd zu öffentlich zu reden, der vor kurzem gestorben ist, GEHT GARNICHT.
    Egal ob der herr die Apple Politik nicht mag, doch das geht eindeutig zu weit…

    1. Nein, es geht nicht zu weit!
      Denn mit Jobs Arbeit muss man nicht einverstanden sein, nur weil er jetzt verschieden ist. Und das hat Stallman gesagt.

      Niemand muss Jobs wie einen Heiligen verehren, der es nicht will.
      Ich tue es auch nicht – für mich war Jobs Charakter nie akzeptabel und die Firmenpolitik seines Unternehmens auch nicht, auch nicht die Art wie sie die Kunden bevormunden und sie ausnehmen.
      Ich hoffe auch, dass ohne Jobs in Zukunft die Firma weniger erfolgreich sein wird als bisher, weil der Gruppe jetzt ihr irrational verehrter Prophet abhanden gekommen ist.

      Dass man Stallman jetzt durch weglassen von Teilen seines gesagten Textes so zitiert, dass es schlimmer klingt als es war, ist eine sich niemals ändernde miese Charaktereigenschaft der Pressefuzzies, die es schon immer gab. Aber ich denke das kennt Stallman bereits und damit hat er gerechnet.

  2. es ist keine gotteslästerung. denn kritik war auch schon vorher da- da schliesse ich mich selbst nicht aus.

    ich denke auch, dass der einfluss von Steve Jobs auf die computerwelt vielleicht ein plus an coolness war, aber ganz sicher nicht mehr freiheit.

    und wer das immer noch nicht versteht, den möchte ich fragen, weshalb es ein Apple touchcomputer mit Mac OS gibt. es liegt ganz sicher nicht daran, dass es nicht technisch machbar ist.

    1. Nei das liegt daran, dass ein Desktop Computer mit Touchscreen einfach sinnlos ist. Wenn ich schon an die HP Touch Smart denke…. Und wer die Freiheit will, kann sie haben und Open Source Software nutzen. Ich mache das grösstenteils nicht, das war aber meine freie Entscheidung.

    1. weil Apple es anscheinend nicht für sinnvoll hält, bzw. dass es noch nicht die reife zeit dafür ist.
      Brauchst du denn einen touchcomputer??? Und Windows bringt auch erst mit windows 8 nen touchfähiges Betriebssystem…und du weißt ja nicht, was apple so in Zukunft geplant hat

  3. Ja da Jo echt Recht schon Snow Leopard sollte Touch(-screen) kompatibel sein und dass Lion mit den neuen Scrollleisten (Stichwort: Back-to-the-Mac) auch nicht standartmäßig mit Touchscreens ausgeliefert wird stöst bei mir auf unverständnis…

    PS: Microsoft ist schneller als Apple?!

  4. Ganz einfache Sache, Apple will computer einfacher machen und das ipad soll Jeder benutzen könne und das kann auch jeder (eigene Erfahrung). Nur verstehen das manche Leute einfach nicht. Das sind die die immer meckern, natürlich hat Apple Fehler und steve jobs auch. Aber warum erwarten wir von Apple Freiheit also ich zumindest nicht. Ich erwarte von Apple vielmehr Produkte die einfach funktionieren die einfach zu bedienen sind und Produkte die einfach innovativ, wertig und elegant sind. Und das sind apple Produkte ohne frage wenn ich Freiheit will gehe ich zu Linux und lasse mir auch nicht den Massenmüll aller Microsoft zukommen. Auch hier hat Bill Gates großes geleistet auch wenn ich persönlich seine Produkte nicht mag. Es ist doch einfach so das ein keiner zwingt Apple Hardware zu kaufen und ein Mac ist in keinster weise eingeschränkt es, OS X ist sogar freeware mit Ausnahme des GUI. Und wer das nicht will sollte einfach nichts von Apple benutzen und kaufen. Aber so etwas zu schreiben ist einfach nur geschmacklos. Mann kann Denken was man will aber in so einer Situation so einfach unangebracht ist.

  5. Klar ist es nicht schön jemanden zu kritisieren der gerade gestorben bin aber ich finde es noch wiederlicher wenn man dann anfängt so zu tun als wäre man beste Freunde gewesen.
    Und mal ganz ehrlich: was hat er denn schlimmes gesagt? Hat er ihn beschimpft? Nein!
    Er hat die guten Dinge gewürdigt aber hat auch gesagt was er an der Politik von Jobs schei**’* fand.
    Ich finde es aufrichtig.

  6. …weil es keiner braucht und will. Computer sind Arbeitsgeräte, keine Spielzeuge. Das sehen andere PC-Hersteller übrigens auch so :D

  7. @jo: ach gottchen wie süss beschränkt du doch zu sein scheinst. Es gibt auch kein tablet mit bluraylw obwohl technisch möglich, kein handy mit Trackball, kein Toaster mit Silikon griff, kein auto mit 2 ersatzreifen obwohl platz genug wäre und nun verrat ich dir was süßer: nicht jobs allein hat interne abläufe und markttaugliche produkte entwickelt, sondern der ganze vorstand mitsamt der belegschaft inkl. nicht zu unterschätzendem Einfluss der Aktionäre
    und berater entscheiden was auf den Markt kommt. Bin ich eigentlich der einzige deutsche blogkommentarabgeber der das verstanden hat oder wieso liest man in 99% aller apple Kommentare nur unqualifizierten Müll

  8. „den Computer zu einem ‚coolen‘ Gefängnis gemacht hat, das Idioten von der Freiheit abhält“

    Und wer ist schuld? Nein, nicht die SPD sondern B.G. ;-)

  9. Hätte er sowas zu Lebzeiten gesagt, hätte es jeder als normale Meinungsäußerung aus einem verfeindeten Lager gewertet. Aber zum jetzigen Zeitpunkt gilt in allen Köpfen: De mortuis nihil nisi bene – Über Tote soll man nur Gutes reden.

  10. Der Witz in meinen Augen ist, dass wahrscheinlich 90% der Computer-Nutzer gar keine Freiheit wollen, brauchen oder eventuell sogar haben sollten. Wäre dem so, wäre Linux das meistbenutzte Betriebssystem überhaupt, nicht Windows – und OS X bzw. iOS wären nicht so auf dem Vormarsch.
    Der durchschnittliche Nutzer möchte, dass er sein System hochfährt und es dann einfach funktioniert, so dass er damit seiner Arbeit nachgehen kann. Genau das macht Windows und genau das wird wohl bei Apple versucht noch einfacher zu gestalten. Wollte der Benutzer wirklich volle Kontrolle, dann würden wir auch keine Installer benutzen, sondern schön alles über eine Konsole selbst kompilieren, modifizieren und sorgsam in das eigene System einpflegen. Aber bis auf „Nerds“, so zu sagen, will das eigentlich kein Mensch machen.
    Hinzu kommt, dass Freiheit nicht unbedingt eine gute Idee sein muss – je mehr Kontrolle ein durchschnittlicher Nutzer über sein System hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er es zum Absturz bringt oder gar komplett zerschießt. Klar, ein erfahrener Nutzer profitiert davon, wenn er am Dateisystem/der Registry rumschrauben kann und damit vielleicht mehr Möglichkeiten mit seinem System hat, aber der 08/15-Nutzer, der ein wenig im Netz surfen, seine Mails überprüfen, vielleicht ein wenig mit Office-Software rumhantieren und ein Spiel spielen möchte, der braucht keine wirkliche Kontrolle über sein System bzw. keine Freiheit in dem Sinne.

    Und wie wir alle wissen: mit kleinen Kniffen kann man sich auch in „eingeschränkten“ Systemen vergnügen (man muss halt wissen wie), aber für einen durchschnittlichen Nutzern sind diese Bereiche eben gesperrt, so dass er prinzipiell keinen Schaden anrichten kann.

    Kurz gesagt: prinzipiell ist Freiheit in Betriebssystemen toll, aber es ist nicht so, als würde man dem Otto-Normal-Nutzer dadurch etwas wegnehmen, worauf er nicht verzichten könnte (falls er es überhaupt merkt).

    1. Naja – dass die 08/15 Nutzer keine Freiheit brauchen sondern nur die Nerds kann man doch nicht so stehen lassen.
      DIe 08/15 Nutzer bekommen von allen Seiten (MS, Apple) immer nur gesagt, dass Linux so kompliziert sei, was ja gar nicht stimmt.

      Einfach die Ubuntu live CD downloaden, auf der eigenen Hardware testen ob die bestandteile erkant werden und wenn JA (das war bei mir bei 80% der getesteten PCs und Laptops der letzten Zeit so) hat man innerhalb von maximal 40 Minuten inkl. Webupdate ein funktionierendes System mit Office-Paket installiert.

      Vorteil: Man braucht nicht 4 Stunden mit Webupdate dazu wie bei MS, muss kein teures Office Paket kaufen, braucht keinen ressourcenfressenden Virenscanner und im Vergleich zu Apple geht auf fast jeder Hardware, man wird nicht für heisse Luft ausgenommen wie eine Weihnachtgans und keine Firma hat die Hände bis über die Ellbogen in deinen privaten Angelegenheiten. Und der Support in den OpenSource-Communities ist zig Mal besser als bei MS und Apple.

      Aber wie gesagt – die MS und Apple Marketing Angst-Propaganda gegen Opensource ist stark, weil die ja um ihr Geschäft fürchten. Motto – Gebt uns Eure Freiheit und wir geben Euch Sicherheit! Solche Angstmache ist eine der wichtigsten Massenstrategien der letzten 20 Jahre hier in unseren Westlichen Ländern und sie ist grundsätzlich falsch, egal wo sie auftritt.

  11. Gott sei Dank wurde ich aufgeklärt, dass mein Macbook mich meiner Freiheit beraubt…ich werf das Teil direkt aus’m Fenster!
    Was labert ihr alle von Freiheit? Schraubt euch ‚ne Mühle zusammen und klatscht Linux drauf, dann habt ihr alle Freiheiten der Welt.
    Und die ganze AngstvorOpenSource-Verschwörungs-Propaganda? Lauft ihr den ganzen Tag an den „We want YOU“-Plakaten von Microsoft und Apple vorbei?
    Aber ich kann den Frust von Stallman verstehen; wer sich noch nicht mal Shampoo leisten kann, der ist sicherlich herb gefrustet tagtäglich die Menschen mit Computern und Macs arbeiten zu seh’n, wenn man selbst auf dem V-Tech Lerncomputer rumhacken muss.

  12. Gehe da konform mit Stallman. Früher erwartete ich von einem Computer, dass er einfach fumtioniert. Heute möchte ich die größtmögliche Freiheit. Alles was mich bei der Benutzung stört will ich ändern können. Das bietet mir weder Apple noch MS. Übrigens erinnere ich mich noch an den letzten schlauen Satz von Stallman: Die Nutzer von Facebook müssten endlich verstehen, dass sie nicht deren Kunden, sondern deren Ware sind…

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