HP will Zeitschriften direkt an den Drucker liefern

HP

Zweimal falsch ergibt nicht einmal richtig, das habe ich schon als Vierjährige gelernt. Offenbar haben HP und Condé Nast diese wichtige Lektion übersprungen, denn sie planen jetzt die Kombination zweier vom Aussterben bedrohter Dinge: privater Drucker und gedruckter Zeitschriften. Der HP-Drucker zu Hause soll genutzt werden, um ganze Zeitschriften auszudrucken.

Es klingt wie aus den Artikeln von The Onion, aber es ist wahr. Condé Nast-Magazine wie Wired, Details, Glamour, Golf Digest usw. werden an die HP-Drucker der Kunden nach Hause „geliefert“, so dass sie diese lesen können, ohne an den Zeitungsstand gehen zu müssen. Man plant selbst ein, wann man die Magazine lesen möchte und der Drucker beginnt die Seiten auszuspucken. Ich nehme an, man muss nach dem Drucken die Seiten auch selbstständig zusammenheften.

Diese Strategie kann bestimmt in einer Welt ohne Smartphones, Tablets, Laptops oder Computer funktionieren, doch in solch einer Welt leben wir nicht. Stattdessen leben wir in einer Zeit, in der die Menschen ihre Drucker schnell loswerden wollen, da sie immer nutzloser werden. Dazu wird privat kaum noch gedruckt, da die Druckertinte fürchterlich teuer ist und die Printmedien am Aussterben sind.

Doch HP meint es wohl ernst. Sie möchten dem Drucker neues Leben einhauchen und ihn als eine Art Nachrichten-Hub wiederbeleben, wobei sie hierfür einen Abonnement-Service für Druckertinten-Lieferung eingerichtet haben. Es ist wie Netflix, nur mit Druckertinte!

Die Abonnements für HP Instant Ink werden je nach Produkt zwischen umgerechnet 4 und 8 Euro pro Monat liegen, inklusive Versand. Das kann ja gar nicht gut enden. [Casey Chan/Helene Gunin]

[via HP]

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  1. Zu behaupten das „die Printmedien am Aussterben sind.“ halte ich für ein wenig überzogen.
    Das mag vielleicht auf Zeitungen und Magazine zutreffen. Ich glaube aber nicht das jemals in der Menschheitsgeschichte so viel gedruckt wurde wie heutzutage.
    Was denkt ihr?

    1. Ob aktuell mehr gedruckt wird als jemals zuvor, kann ich nicht beurteilen, ich glaube aber, dass die Luft für gedruckte Zeitungen und Zeitschriften arg dünn wird – wenn sie es nicht schon ist. Sie werden sicher nicht alle Leser verlieren, aber einen großen Teil, der Inhalte lieber am Rechner, auf dem Tablet oder Smartphone, auf dem Smart-TV oder was weiß ich wo konsumiert. Und mit den Lesern wandern auch die Werbekunden ab, was dann zu Sparmaßnahmen und weiterem Leserschwund führt. Eine Spirale nach unten, der noch einige Zeitungen und Zeitschriften zum Opfer fallen dürften.

      Sicher wird es auch viele Überlebende geben, doch ich denke, Geld verdienen die Verlage künftig eher mit anderen Angeboten. Zeitungen und Zeitschriften haben halt den großen Nachteil, dass für Druck und Vertrieb noch Kosten anfallen. Das macht es nicht leichter…

  2. Muss dir rechtgeben Dr.Who! Nur weil es jetzt immer mehr Tablets und E-books gibt und ein Herausgeber ihre Zeitschriften zusätzlich digital anbieten, heißt das noch lang nicht die Printmedien seien am Aussterben. Der „Artikel“ liest sich mehr als Kommentar oder Leserbrief. Wer will denn die Meinung irgendeines Einzelnen lesen? Ich fände Newsreport lediglich mit den Fakten (diese dafür detaillierter) schöner. Ich finde es sinnvoller sich eine „analoge“ Zeitschrift oder Buch zu kaufen, besonders in anbetracht darauf dass nicht alles digital sein muss. Ein buch hat man gegebenenfalls über mehrere Jahre(zehnte) hinweg. Und es fallen beim benutzen auch, abgesehn bei der Produktion, keine Stromkosten an. Stichwort: Atomausstieg!
    Ps: Ich zumindest möchte keineswegs meinem Drucker loswerden und genutzt wird er ebenfalls so gut wie täglich.

    1. Stimmt. Die Idee von HP ist trotzdem absolut überflüssig. ;)
      Ich finde überhaupt das bedrucktes Papier und Verpackungen jeglicher Art viel stärker besteuert werden müssten… Stellt euch nur mal vor Kunststoff und mit Kunststoff veredeltes Papier wären stärker besteuert. Dann würde sich die Industrie endlich Mühe geben und auf 1000 mal eingeschweisste MonCheri verzichten.

      Denn das Zeug ist schließlich nicht wiederverwertbar und landet auf der Mühlkippe oder als grünerpunkt getarnt im Brennkessel.
      Ich bin zwar Produktdesigner, aber würde mich dafür stark machen das vorallem Lebensmittel durch Qualität auffallen und nicht durch aufwändig beschriftete Verpackungen. Meinen Job würde ich trotzdem nicht verlieren.

  3. Na wenn das die erste Entscheidung von Meg Whitma ist, dann sieht es echt düster für die Zukunft von HP aus … wie wäre es, wenn sie die Zeitschriften auf 3,5“ Disketten per Post verschicken? Dann kann HP noch mit der Produktion von Disketten Umsatz machen!

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