Lytro: Lichtfeld-Fotografie für jedermann

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Groß war die mediale Aufregung, als das US-Startup Lytro im Sommer dieses Jahres sein Konzept von einer Kamera ohne Fokus vorstellte. Auf den Fotos des Geräts würde sich, dank einer speziellen Technologie, im Nachhinein auf verschiedene Objekte scharf stellen lassen. Jedoch war es unsicher, ob es dieses Projekt auch über den Prototypstatus hinausschaffen würde. Nun ist es jedoch so weit und die erste Lichtfeld-Kamera ist in den USA vorbestellbar.

Im Gegensatz zu einer konventionellen Kamera, erfasst eine Lichtfeld-Kamera nicht nur die Position und die Intensität eines Lichtstrahls, sondern auch die Richtung, mit welcher dieser auf den Bildsensor fällt. Dies wird durch ein Gitter aus mehreren Mikrolinsen ermöglicht.

Das Konzept der Lichtbild-Fotografie exisitiert bereits seit mehreren Jahren. Jedoch war diese Art der Fotografie bisher immer mit einem großen Aufwand verbunden. „Einst war Lichtfeld-Fotografie nur im Labor möglich, mit 100 Kameras und einem Supercomputer“, sagte Lytro-Gründer Ren Ng bei der Ankündigung der ersten Kameras am Mittwoch. Nun würde sie jedoch für jeden zugänglich werden. „Unser Ziel ist es, die Art, wie Menschen Bilder aufnehmen und erleben, für immer zu verändern.“

Die handliche Kamera besitzt eine Optik mit acht Zoom-Stufen und einer konstanten Blende von f/2, was auch in Szenen mit etwas weniger Licht für eine relativ kurze Verschlusszeit sorgen sollte. Wichtig ist die große Blendenöffnung jedoch auch im Hinblick darauf, dass bei der Kamera kein Blitz verbaut wurde. Auf der Rückseite befindet sich ein 1,46 Zoll großer Touchscreen, über welchen man seine eben geschossen Lichtfeld-Fotos sofort interaktiv betrachten kann.

Bezüglich der Auflösung spricht man bei Lytro nicht von klassischen Megapixeln, sondern von elf Millionen eingefangenen Lichtstrahlen, oder „11 Megarays“. Auf der Webseite des amerikanischen Start-Ups, beschreibt man die Qualtität der Bilder jedoch lediglich mit „HD-Qualität“, was auf eine nicht allzuhohe Auflösung schließen lässt. Foto-Experten wiesen bereits im Vorfeld darauf hin, dass diese neue Funktionalität auf Kosten der Auflösung gehen kann. Wie diese „Living Pictures“ denn nun aussehen, kann man sich hier ansehen.

Das günstigste Modell mit 8 GByte internem Speicher, die ungefähr für 350 Bilder reichen sollen, kostet in den USA 399 Dollar. Die größere Version fasst um die 750 Bilder auf 16 GByte und kostet 499 Dollar. Die zum Bearbeiten der Bilder benötigte Software werde es zunächst nur für den Mac geben. Erst im Laufe des Jahres soll dann die Windows-Version folgen. Später soll es dann ebenfalls ein Programm geben, mit welchem man auf 3D-tauglichen Displays auch dreidimensionale Bilder mit veränderbarem Fokus anzeigen kann. Ziel sei es jedoch, dass künftig auch Standard-Programme die von der Kamera erstellten .lfp-Dateien verarbeiten können.

[Lytro]

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