Blick ins Spiel: Release der PC Version von L.A.Noire

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Spätestens seit Mai dieses Jahres dürfte den meisten Spielefans L.A.Noire, die letzte Arbeit des Entwickler Team Bondi, ein Begriff sein. Inzwischen musste das Studio seine Pforten aufgrund finanzieller Schwierigkeiten leider dicht machen. Eine PC Version des Spiels gibt’s trotzdem noch – und ist seit heute als Complete Edition mit überarbeiteter Grafik und Nvidia Vision im Handel. Wir haben im Vorfeld schon mal reingesehen.

Im Hause Rockstar Games durften wir in das Hollywood der 40er-Jahre eintauchen – und zwar in der Haut des LAP-Detective Cole Phelps. Der hat nicht nur einige Probleme mit seiner Vergangenheitsbewältigung, sondern sieht sich in über 20 spannenden Kriminalfällen einer recht aktiven Unterwelt gegenüber. Uns zeigte das Studio den Zusatzinhalt „Nicholson Galvanisierung”.

An die Arbeit…
Gleich zu Anfang des Brandfalls „Nicholson Galvanisierung” stehen wir vor einem rauchendem Trümmerhaufen. Schuld daran ist eine Explosion in Nicholson Galvanisierungsanlage, die Downtown in den Morgenstunden einen ganzen Häuserblock in Schutt und Asche gelegt hat. Zurückgeblieben sind ein paar verstreute Hinweise und die große Frage, was zur Hölle eigentlich passiert ist.

Um das herauszufinden, nehmen wir natürlich zuerst unsere Umgebung unter die Lupe. Wie in jedem Fall in L.A. Noire sucht Phelps zunächst am Tatort, hier dem Schauplatz der Explosion, nach Hinweisen. Wem die Spurensuche im Alleingang zu anstrengend ist, der kann sich übrigens mittels Piano-Ton auf wichtige Fundorte aufmerksam machen lassen. Gefundenes trägt der gewissenhafte Held zur späteren Verwendung in sein Notizbuch ein. Sobald alles untersucht und eingesammelt ist, ziehen wir mit unserer Ausbeute – und natürlich einem ganzen Sack an Fragen – los, um den ersten Verdächtigen, Fred Nicholson, den Besitzer der ehemaligen Fabrik Rede und Antwort stehen zu lassen – und stellen dabei fest: Der Kerl lügt uns doch tatsächlich an! Bei dem Wort Industriespionage wird er allerdings doch hellhörig und schickt uns weiter zu dem nächsten Hinweis. Und schon beginnt für Cole Phelps ein weiteres Abenteuer, das ihn bis zu Howard Hughes‘ berühmtem Flugzeug „Spruce Goose“ führt.

Obwohl Verfolgungsjagden und Schießereien einen Schuss Abwechslung besteuern, liegt der Fokus des Spiels, wie bei einem Adventure zu erwarten, auf der Detektivarbeit. So gilt es vor allem Tatorte nach Spuren abzusuchen und Verhöre mit Zeugen und Verdächtigen zu führen. An dieser Stelle krankt das Game bei längerer Spieldauer leider an einem Mangel an spielerischer Abwechslung. Dass sich L.A. Noire trotzdem von anderen Krimi-Adventures positiv abhebt, verdankt es vor allem der MotionScan-Technologie und der gewissenhaften Recherche seiner Entwickler. Die haben sich nämlich bemüht, das Los Angeles der 40er Jahre möglichst akribisch wiederzugeben – mit Erfolg wie ein Blick auf L.A. Noires frei begehbare Spielewelt zeigt.

Grandiose Atmosphäre und realistische Gesichtsanimationen
Wer sich auf L.A. Noires Straßen wagt stellt schnell fest, dass bei der Nachbildung des 40er Jahre L.As selbst auf kleine Details geachtet wurde. Da rauschen Oldtimer durch die Straßen, Plakate werben für inzwischen eingestampfte Produkte und Zeitungsstände warten mit einer verblüffenden Produktvielfalt auf. Für nostalgisches Flair sorgen auch Dialoge, Filmsequenzen und Sound, die direkt den 40er Jahren entsprungen sind. Wie grandios den Machern von L.A. Noire ihr Werk gelungen ist, könnt ihr euch in folgendem Video ansehen.

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Das eigentliche Highlight des Spiels sind aber die durch MotionScan-Technologie entstandenen konkurrenzlos guten Gesichtsanimationen. Rund 300 reale Schauspieler hat sich das Studio vor die Kamera geholt, um ihren Protagonisten einen bis dato unerreichten Grad an Realismus ins Gesicht zu zaubern. Dazu fingen insgesamt 32 High-Definition-Kameras jede noch so kleine Gesichtsregung der Schauspieler ein. Im Game erlaubt es das feine Minenspiel der Protagonisten dem Spieler einzuschätzen, welche Emotionen sein Gegenüber gerade bewegen – und ihn gegebenenfalls der Lüge zu überführen. Zusätzlichen Realismus gewinnen die NPCs durch professionelle englische Sprecher. Abstriche wie das Fehlen einer deutschen Sprachausgabe muss der Spieler dafür allerdings in Kauf nehmen. Ein großer Minuspunkt für alle die des Englischen nicht mächtig sind – denn wer auf das Lesen der Untertitel angewiesen ist, verpasst leider die verblüffende Mimik seines Gegenübers.

Veraltete Grafik trotz schöner Details
Obwohl die einzigartigen Animationen bereits beim Release der Konsolenversion für ordentlich Furore gesorgt haben, stolperten Medien und Spieler neben dem Mangel an Abwechslung vor allem über die veraltete Grafik. Mit der Portierung der Konsolenversion auf den PC hat sich das Studio daher vorgenommen ein wenig an der Optik des Thrillers zu schrauben. So geht die PC-Version mit zusätzlicher Schärfe und optionalem 3D-Modus an den Start. Wer allerdings hofft, mit zeitgemäßer Grafik verwöhnt zu werden, wird leider enttäuscht, denn manche Texturen fallen noch immer sehr vereinfacht aus.

Von der Konsole auf den PC
Dafür steht die PC-Fassung aber als Complete Edition im Regal. Während Konsolen-User für die Zusatzinhalte Nicholson Galvanisierung (Brandermittlung), Kifferwahnsinn (Sitte), Die Nackte Stadt (Sitte), Falsche Papiere (Verkehrsdezernat) und Der Wagen des Konsuls (Verkehrsdezernat) noch extra hinlegen mussten, bekommen sie PC-Spieler im Komplettpaket gleich mitgeliefert.

Den Launch-Trailer zur PC-Version gibt’s übrigens hier:

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Systemanforderungen:

• Betriebssystem: Windows 7 / Windows Vista Service Pack 1 / Windows XP Service
Pack 3
• Prozessor: Intel Dual Core 2.2GHz bis Quad Core 3.2GHz / AMD Dual Core 2.4Ghz bis Quad Core 3.2Ghz
• RAM: 2GB bis 8GB
• Festplattenplatz: 16GB
• Grafikkarte: NVIDIA GeForce 8600 GT 512MB bis NVIDIA GeForce GTX 580 1536MB / Radeon HD 3000 512MB bis Radeon HD 6850 1024MB

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