Neuartige Touch-Sensoren mittels alter Technik

tdr

Mit dem “Time Domain Reflectrometry”-Verfahren werden schon seit über 50 Jahren unter anderem Positionen von Bruchstellen in Unterseekabeln ermittelt. Wissenschaftler an der LMU München und am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) haben diese Technologie weiterentwickelt und sehen in ihr die Zukunft der Touchscreens.

Das Grundprinzip von Time Domain Reflectometry ist einfach: Um zum Beispiel die Position einer Bruchstelle in einem Unterseekabel zu ermitteln, sendet man einen kurzen elektrischen Impuls durch das Kabel und wartet, bis dieser Impuls reflektiert wird. Kennt man nun die eigentliche Laufgeschwindigkeit des Signals, kann man, gemeinsam mit der Zeit, die es tatsächlich braucht um zurückzukommen, mittels eines Algorithmus die genaue Position eventueller Schäden bestimmen.

Bereits in den 60er Jahren hatten Ingenieure erkannt, dass man mithilfe von TDR ebenso feststellen kann, ob ein Kabel berührt wird oder nicht. Durch die stetige Weiterentwicklung des Verfahrens, lassen sich heute auch bei sehr kurzen Distanzen, kleinste Abweichungen in der Laufzeit eines Impulses präzische bestimmen. Dadurch ist die Technologie nun auch interessant für interaktive Anwendungen geworden.

Besonders hervorzuheben sei bei dem System die unkomplizierte Implementierung, so Raphael Wimmer von der LMU. Heutige kapazitive Touchscreens verwenden eine Matrix aus Drähten, welche dann an beiden Seiten des Displays zu einem Controller hingeführt werden. “Man muss sie auf eine bestimmte Art zu einem Controller verlegen und das ist ziemlich kompliziert”, meint Wimmer. Diese technische Herausforderung würde bei der Verwendung von TDR wegfallen.
Ein weiterer Vorteil sind die neuen Anwendungsmöglichkeiten der Touch-Technologie. So wäre es zum Beispiel denkbar ein einfaches Kopfhörerkabel als Touch-Sensor zu nutzen. Derzeit versuchen die Forscher das System so zu verkleinern, dass es in einen Chip passt. Wann die Technologie reif für die kommerzielle Nutzung sein wird, bleibt wohl erstmal abzuwarten.

[Technology Review]

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  1. Bei kopfhörerkabel wäre das interessant (aufwärtsstreichen=lauter einmal antippen=Pause usw…) – wenn’s durch die Isolierung funktioniert.

      1. genauso, wie dein touchscreen-telefon auf berührungen deiner hosentasche, oder deine handschuhe reagieren… den rest zu deinem kommentar spar ich mir mal…

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