Lenkrad übernimmt Gesundheitscheck während der Fahrt

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Ein Sensor im Autolenkrad soll künftig den Gesundheitszustand des Fahrers während der Fahrt überwachen. Das Gerät kann Vitalparameter wie Herzfrequenz, Hautwiderstand und Sauerstoffsättigung im Blut über einfache Sensoren ermitteln.

Forscher von BMW und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) haben ein Autolenkrad entwickelt, mit dem Vitalparameter des Fahrers während der Fahrt gemessen werden können.

Die Forschung unter der Leitung von Professor Tim C. Lüth am Lehrstuhl für Mikrotechnik und Medizingerätetechnik (MiMed) der TU München haben ein System entwickelt, das ohne aufwändige Verkabelung des Fahrers auskommt.

Ein Sensor sendet Infrarotlicht aus, das die Finger beleuchtet. Aufgrund des reflektierten Lichts wird die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung gemessen. Der zweite Sensor misst den elektrischen Widerstand der Haut. Über den Hautleitwert des Fahrers lässt sich nun beispielsweise erkennen, ob dieser unter akutem Stress steht oder der Blutdruck einen kritischen Wert übersteigt.

Die Messwerte werden per Funk an den Bordrechner weiter gegeben, der sie auf dem Autodisplay anzeigen kann.

„Unsere Vision ist, dass das Fahrzeug merkt, wenn der Fahrer sich nicht mehr wohl fühlt und dann geeignete Maßnahmen einleitet“, so Professor Lüth. „Wird eine Stresssituation mittels des Hautleitwerts erkannt, können beispielsweise Anrufe automatisch blockiert oder die Lautstärke des Radios selbständig reduziert werden. Bei schwerwiegenderen Problemen könnte das System auch die Warnblinkanlage einschalten oder die Geschwindigkeit reduzieren, bis hin zur automatischen Notbremsung.

Die Ergebnisse entstanden im Rahmen des Forschungsprojekts Fit4Age in der Gruppe der „Assistenzsysteme für die älter werdende Gesellschaft“ und wurden von der Bayerischen Forschungsstiftung (BFS) gefördert. [Andreas Donath]

[Foto: Jakob Neuhäuser / TUM]

[Via ATZonline, Gizmag]

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  1. Definitiv eine gute Sache.
    Konnte man nicht über die Haut auch Alkohol und Drogen nachweisen?

    Ich habe letztens erst von einem Unfall gehört, wo der Fahrer einen epileptischen Anfall bekommen hat und letztendlich mit seinem Wagen in einer Menschenmenge gerauscht ist.

    Sowas hätte das System sicherlich verhindern können.

    1. einerseits natürlich ne super sache!

      nur eine frage stellt sich mir:

      situation > ehefrau/kinder o.ä. haben einen unfall und man will diese direkt ins krankenhaus fahren. da es sich um familie handelt wird man da auch nich grad im besten zustand sein etc. wie könnt man dann verhindern das es auto z.b. ne notbremsung durchführt … das sind so sachen wo ich skeptisch bin

      1. Das System soll ja bei Stress keine Notbremsung durchführen, sondern lediglich die Geschwindigkeit begrenzen, was auch in Notsituationen durchaus nicht verkehrt ist, da z.B. wenn man das eigene Kind ins Krankenhaus fahren muss, man oft über sein können hinaus geht und einen Tunnelblick bekommt, sodass man drohende Gefahren gar nicht mehr wahrnimmt. Wenn das System dann den Fahrer etwas ausbremst, sorgt das lediglich dafür, dass sie überhaupt im Krankenhaus ankommen.
        Ansonsten ist es eigentlich immer Ratsamer lieber einen Krankenwagen zu rufen und sich Vorort um die Erste Hilfe zu kümmern, statt durch die Stadt zu rasen und durch das durchschütteln und die mangelnde Versorgung alles noch schlimmer zu machen.

    2. Ich finde ehrlich gesagt schon die CafetassenLED in manchen Autos nervig. Das Auto soll machen, was ich will und mich dabei nicht bevormunden. Man stelle sich vor, das gewünschte Fahrziel ist noch 10 Fahrminuten entfernt, der Bordcomputer pocht nun aber darauf, nach den 5 vorangegangenen Fahrstunden unbedingt eine Pause einzulegen. Für die letzten 10 Minuten kommt also ein weiterer Stressfaktor hinzu. Studien zufolge passieren die meisten Unfälle in Gegenden, die dem Fahrer eigentlich bewusst sind (gerade weil sie ihm bekannt sind, nimmt die Aufmerksamkeit ab). Jetzt nervt noch ein Bordcomputer, der unentwegt eine Pause fordert => Unfall vorprogrammiert. Ich finde, das Auto sollte nicht bevormundend sein. Anders wäre das bei LKWs, die den Fahrer dazu leiten, seine gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeiten einzuhalten.

      1. Warum nicht weiter denken? Bordcomputer weiß, dass du in 10 Minuten zuhause bist und sagt dann einfach nichts? Wenn du darauf kommst, wieso sollte man den Bordcomputer nicht so einprogrammieren? Das gute bei Technik ist die Kritik darauf, denn solche Fälle können dann miteinbezogen werden.

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