Sechs Foto-Hosting Websites im Vergleich

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Facebook. Flickr. Picasa. Photobucket. Selbst diejenigen, die das Internet als Teufelswerk bezeichnen, kennen diese Namen. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass der eine oder andere eine der genannten Websites zum Veröffentlichen von Fotos verwendet. Aber es gibt noch viele andere Dienste zum Hosten von Fotos. Wir wollen einige davon mitsamt ihren Vor- und Nachteilen vorstellen.

500px

Die Zahlen: 6 Millionen Seitenabrufe, 3 Millionen Unique Visitors, 200.000 Mitglieder, 2003 gegründet.

Die Website wurde 2003 ins Leben gerufen und 2011 neu gestaltet. Erst seit kurzem erhält 500px die Aufmerksamkeit, die das Angebot verdient. Man kann über 500px nicht nur Fotos präsentieren sondern auch verkaufen, wenn man den kostenpflichtigen “Awesome Account” nimmt, aber der Fokus liegt in der Präsentation von Fotos.

Viele hochkarätige Fotografen veröffentlichen auf 500px erstklassige Aufnahmen, so dass eure Fotos dagegen gegebenenfalls ziemlich abfallen. Laut Mitbegründer Ian Sobolev veröffentlichen viele Anwender Hunderte von Fotos auf Flickr und wählen dann die Top 10 davon aus und präsentieren sie auf 500px. Schaut man sich das Angebot an, scheint er damit durchaus recht zu haben.

Kosten: Die Basis-Mitgliedschaft beinhaltet unbegrenzte Uploads und den vollen Zugriff auf die Communitybereiche. Wer die eigenen Bildergalerien anpassen und eine benutzerdefinierte Domain will, braucht den Awesome-Account für 50 US-Dollar im Jahr.

500px.com

Am besten geeignet für: Etablierte, erfahrene Fotografen und Hobbyfotografen mit guten Bildern.

deviantART

Die Zahlen: 13 Millionen registrierte Mitglieder, 35 Millionen Unique Visitors pro Monat, im Jahr 2000 gegründet.

Warum sollte man seine Bilder auf einer Website veröffentlichen, deren Mitglieder sich als “Abweichler” bezeichnen? Wir wissen nicht genau, wie das Unternehmen zu seinem Namen kam, aber bei der Foto-Hosting und- Sharing-Website deviantART finden sich tatsächlich viele Künstler ein.

deviantART ist folglich in erster Linie für den Künstler und weniger für den Profi-Fotografen konzipiert. Hobbyfotografen sind willkommen und können sich auf der Website so richtig ausleben. deviantART ist bekannt für seine relativ freizügige Art und gelegentlich sind auch Nackt- und Gewaltfotos dort zu sehen. Echte Pornografie ist natürlich verboten. Auch wenn die Website als jugendfrei gilt, sollte man kleine Kinder lieber nicht darauf loslassen.

deviantART lebt von der Kommunikation seiner Mitglieder. Sie werden ermutigt, Kommentare zu hinterlassen und sich an Diskussionen und Umfragen zu beteiligen. deviantART bietet auch die üblichen Annehmlichkeiten einer normalen Foto-Hosting-Website. So gibt es zum Beispiel einen “Printshop” in dem man Bilder an- und verkaufen kann.

Kosten: Die Basismitgliedschaft ist kostenlos. Die Premium-Mitgliedschaft schaltet die Werbebanner ab, zeigt eine bessere Übersicht über die Bilder und bietet zahlreiche weitere Vorteile. Sie kostet 4,95 US-Dollar im Monat bzw. 29,95 US-Dollar im Jahr.

Am besten geeignet für: Kreative Menschen, die sich gerne mit Gleichgesinnten austauschen und eine liberale Einstellung haben.

deviantART

Razzi

Razzi wurde erst 2010 gegründet und begeistert vor allem durch seinen simplen Uploadmechanismus, der mit Drag & Drop Fotos in Sekundenschnelle online stellt. Im Vergleich zu einigen anderen Diensten ist der Vorgang bei Razzi ein Kinderspiel.

Leider kann man die Bilder online weder bearbeiten noch Abzüge bestellen. Auch eine Anpassung der eigenen Galerien ist unmöglich. Die Werbung lässt sich weder für Geld noch gute Worte abschalten. Die Benutzer können jedoch mit Hilfe von Googles AdSense Werbeeinnahmen auf ihren Seiten generieren.

Doch auch ohne die AdSense-Anbindung wirkt Razzi recht sympathisch. Die Website ist einfach zu bedienen und bietet Annehmlichkeiten wie einen unlimitierten Upload und einen Schutz von Fotos vor “Rechte-Maustaste”-Downloadern. Sogar eine iPhone-App wird angeboten.

Kosten: Razzi bietet zwei Modelle an. Beim kostenlosen Account erhält der Anwender 50 Prozent der Werbeeinnahmen, während der Pro-Account für 6,95 US-Dollar im Monat 100 Prozent der Werbeeinnahmen sichert.

Am besten geeignet für: Anwender, die eine einfache, leicht zu bedienende Foto-Hosting-Lösung suchen und mit ihre Fotos ein bisschen Geld verdienen wollen.

razzi.me

SmugMug

Die Zahlen: 1,5 Milliarden Fotos, 91 Mitarbeiter, im Jahr 2002 gegründet, unabhängig.

SmugMug ist trotz des sehr seltsamen Namens bei professionellen Fotografen beliebt. Ein Grund dafür ist mit Sicherheit die sehr individuelle Kundenberatung, die Fragen per E-Mail oft innerhalb weniger Minuten beantwortet. Die Galerien sehen sehr gut aus und die Abzüge gelten als günstig und gut. Das User-Forum ist randvoll mit hilfreichen Tipps und dennoch gibt es ein Problem:

SmugMug ist nicht gerade der ideale Ort für Foto-Sharing. Obwohl die Website diese Funktion unterstützt, liegt Flickr mit seinem Funktionsumfang in diesem Punkt weit vorne. Außerdem ist der Service nicht gerade preiswert. Wer seinen eigenen Domainnamen verwenden will, zahlt sogar saftige 150 US-Dollar pro Jahr. Dennoch halten wir von SmugMug recht viel. Die super-bequeme Integration in Fotobearbeitungsprogramme wie Adobe Lightroom ist klasse und die SmugMug-Galerien sehen so aus, als hätte man Lightroom gar nicht verlassen.

Kosten: SmugMug bietet 3 verschiedene Varianten an. Keine davon ist kostenlos. Das Basisangebot mit unbegrenztem Speicherplatz kostet 5 US-Dollar pro Monat oder 40 US-Dollar im Jahr. Der Power-Plan mit Video-Unterstützung und einem Schutz vor einfachen Download-Methoden kostet 8 US-Dollar pro Monat oder 60 US-Dollar im Jahr. Professionelle E-Commerce-Funktionen werden für 20 US-Dollar im Monat bzw. 150 US-Dollar im Jahr angeboten.

Am besten geeignet für: Semiprofessionelle und professionelle Fotografen, die mit ihren Bildern Geld verdienen wollen und wenig Wert auf Sharing legen.

Smugmug.com

Webshots

Die Zahlen: 7 Millionen Besucher monatlich, 520 Millionen gespeicherte Fotos, im Jahre 1995 gegründet, gehört zu American Greetings.

Die Website Webshots gibt es schon seit weit mehr als 10 Jahrten. In dieser Zeit wurde eine beträchtliche Kundenbasis aufgebaut und natürlich Unmengen von Fotos gespeichert.

Webshots ist ein guter wenngleich unspektakulärer Dienst, der durch die große Zahl von Werbebannern und eine wenig elegante Oberfläche auffällt. Bemerkenswert sind die hochgradig anpassbaren Glückwunschkarten-Funktionen. Das kommt nicht von ungefähr – der Betreiber von Webshots ist American Greetings. Die neue Rubrik “Project Exposure” zeigt Postkartenmotive von Anwendern, die tatsächlich an Kiosken verkauft werden. Die neue Funktion “Picture Shows” ermöglicht es, kleine, mit Musik untermalte Videos zu produzieren, in denen eure Fotos vorkommen. Diese Videos lassen sich in wenigen Minuten erstellen.

Kosten: Webshots bietet drei unterschiedliche Varianten an. Die kostenlose Option ist mit Werbung durchsetzt und ermöglicht lediglich 1.000 Fotos hochzuladen, während die Gold-Version für knapp 20 US-Dollar im Jahr ohne Werbebanner auskommt und 5.000 Uploads erlaubt. Die Platin-Variante für knapp 30 US-Dollar ermöglicht den Download der Picture-Show-Videos. Auch hier ist der Upload auf 5.000 Bilder begrenzt.

Am besten geeignet für: Anwender, die vornehmlich auf Grußkarten Wert legen und kein Geld für das Fotohosting ausgeben wollen.

Webshots.com

Zenfolio

Die Zahlen: Das Unternehmen wurde im Jahr 2004 gegründet und ist unabhängig.

Wenn man in Foto-Diskussionsforen fragt, welche Hosting-Sites etwas taugen, wird man vermutlich über SmugMug und Zenfolio stolpern. Wer sich als Profi oder Semiprofi versteht, der ist zweifellos bei Zenfolio oder Smug Feature an der richtigen Stelle. Beide Dienste ähneln sich in vielerlei Hinsicht. Keiner beinhaltet ein kostenloses Benutzerkonto und beide erlauben eine weitgehende Personalisierung der Website.

Zenfolio arbeitet mit der Druckerei MPix zusammen, die für ihre guten Abzüge bekannt ist. Für professionelle Fotografen mag der unendliche Speicherplatz, den Zenfolio außer im Basistarif allen Anwendern zur Verfügung stellt, wichtig sein. Wie bei SmugMug ist auch bei Zenfolio die Sharingfunktion sehr spartanisch aufgebaut.

Kosten: Zenfolio ist grundsätzlich kostenpflichtig. Die 100 US-Dollar im Jahr, die der Premium-Account kostet, beinhalten eine E-Commerce-Lösung, mit deren Hilfe man seine Fotos verkaufen kann. Das ist gemessen an anderen professionellen Lösungen ziemlich günstig. Der Basistarif für 25 US-Dollar im Jahr enthält lediglich ein Speichervolumen von 2 GByte und einen eigenen Domainnamen.

Am besten geeignet für: Anwender, die mit ihren Bildern Geld verdienen wollen. Für Gelegenheitsfotografen ist Zenfolio allerdings Overkill.

Zenfolio.com

[Gord Goble / Andreas Donath]

[Via Maximum PC]

[Titelbild: Nayu Kim / (CC BY 2.0), sonstige Bilder: Maximum PC]

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  1. schöne sache, gefällt mir, dass ihr mal wieder einen Websitevergleich anstellt, Links in den Titeln währen schön: Zum Beispiel finde ich zu Razzi nur razziphoto.com. Deren Website gleicht der im screenshot vom Design her kein stück. Also entweder Aktuel Screenshots oder Verlinkungen! Danke

    1. …fotocommunity.de… eher so für die Knipser und Leute ,welche sich die alleralbernsten Kommentare gefallen lassen.
      Der Umgangston dort ist unterirdisch und die meissten
      zahlenden Kunden (Opa Alfred) ist dort nur wegen dem +18 Bereich.
      Es ist gut, dass FC vergessen wurde.

      hans

  2. Das Hauptproblem für mich in Deutschland sind die rechtlichen Fallstricke, die man als Verkäufer beachten muss, um nicht abgemahnt zu werden.
    Alleine dir sich ständig verändernden Anforderungen an die AGBs, die Widerrufsbelehrung, dne Disclaimer, etc. übersteigen bei weitem das, was ich als Nicht-Jurist leisten kann.
    Von daher wäre es interessant auch über diesen Aspekt zu berichten.
    Welche Anbieter übernehmen beispielsweise diesen Part?
    Whitewall bietet zB an, die Fotos zu verkaufen und wickelt alles selbst ab. Dafür muss man natürlich ein ordentliches Stück des Gewinns abgeben und auf der Rechnung steht nicht der eigene Name, sondern der von Whitewall. Dafür ist man aber nicht mit einem Bein im Gefängnis, weil sich irgend ein Winkeladvokat eine goldenen Nase damit verdienen kann, dass er arglose Shopbetreiber abmahnt.
    (ja, ist polemisch aber das Thema treibt einen zur Verzweiflung :-)

  3. Hi,

    sehr Interessanter Artikel. Ich finde nur das man auch erwähnen sollte das es Dienste gibt wo man Bilder einfach nur so Hochladen kann um Sie Freunden und bekannten zu Zeigen ohne große Dateien via E-Mail zu Verschicken.

    Eine solche Webseite die ich gerne nutze ist: http://www.img-load.de/ gerade weil auch die Bilder nicht Verkleinert werden und daher auch nicht an Qualität verlieren.

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