Kurztest: Nachtsichtgerät FLIR Scout TS-Series

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Welche Superkräfte der Comic-Helden hättet ihr gerne? Die Fähigkeit, in der Nacht zu sehen, gehört zu den populärsten Wünschen. Mit einem Nachtsichtgerät lässt sich dieses Feature nachrüsten. Wir haben das FLIR Scout TS-Series ausprobiert.

Der FLIR Scout TS-Series ist keines der üblichen Nachtsichtgeräte, mit dem man nur grünliche Strukturen erkennen kann. Das Gerät erinnert optisch an ein Fernrohr und kann auch die Wärme der Objekte in Falschfarben optisch hervorheben. Sie erscheinen je nach Einstellung wahlweise rot, weiß oder schwarz im Display.

Der Einsatzzweck eines Nachtsichtgeräts geht von der Überwachung aus Sicherheitsgründen hin bis zur Jagd. Der FLIR Scout TS-Series wirkt wie ein militärisches Gerät. Das Gehäuse ist extrem robust gebaut, wasserfest und kann sowohl von Links- als auch von Rechtshändern bedient werden.

Leider ist die Ergonomie mit leichten Schwächen behaftet. Die Knöpfe lassen sich nur sehr schwer drücken und das System-Menü erinnert in keinster Weise an eine Digitalkamera: Es ist extrem unergonomisch und unverständlich, so dass ein Blick in die Bedienungsanleitung erforderlich ist.

Mit dem FLIR Scout TS-Series kann man auch im Stockdunkeln sehen. Mehrere Visualisierungsmodi erlauben es, die Darstellung den Erfordernissen anzupassen. Von den schlecht gemachten Knöpfen und den unübersichtlichen Menüs einmal abgesehen hat das Gerät noch einen großen Nachteil. Es frisst Batterien geradezu auf.

Für den Batteriewechsel ist ein Schraubendreher erforderlich. Das ist doppelt ärgerlich auch wenn man so etwas vielleicht am Taschenmesser mit sich trägt, denn so häufig wie der Akkuwechsel notwendig ist, nervt er bald.

Wer will, kann warme Gegenstände in weiß, schwarz oder rot hervorheben können. Zwischenstufen ermöglichen eine feine Filterung, so dass sich sogar frischer Tierkot von der Umgebung abhebt. Für Jäger sicherlich eine nicht ganz unwichtige Eigenschaft. Außerdem kann man mit dem Gerät verlorene elektronische Gegenstände recht gut aufspüren, wenn sie noch etwas Restwärme vom Betrieb aufweisen.

Die Aufnahmen können als Fotos oder Videos auf der SD-Karte gespeichert werden, die in das Gerät eingesteckt wird. Leider liegt die Auflösung bei maximal 320 x 240 Pixeln und das ist schon sehr schwach.

Das Okular ist mit einer Gummikappe versehen, durch die Streulichteinfall verhindert wird. Man muss den Gummiring an den Kopf pressen, damit das Konzept funktioniert. Bis man sich daran gewöhnt hat, vergeht einige Zeit.

Fazit

Ob man mit dem Gerät etwas anfangen kann, hängt von den Einsatzzwecken und dem Geldbeutel jedes einzelnen ab. Ist man Jäger, erscheint es eine lohnenswerte Investition zu sein. Top-Sicherheitsleute werden das FLIR Scout TS-Series auch gut gebrauchen können. Aber der durchschnittliche Geek dürfte angesichts des Preises von 4.000 US-Dollar zu Recht abgeschreckt werden.

FLIR Scout TS-Series – Technische Daten

Objektiv: 19 mm Brennweite mit 24 Grad Blickwinkel. Optional 2fache Vergrößerung oder ein alternatives Objektiv mit 65 mm Brennweite und 7 Grad Blickwinkel.

Akku: 4 x AA

Fotos und Videos: 240 x 180 oder 320 x 240 Pixel

Die amerikanischen Kollegen haben zum Nachtsichtgerät ein Video veröffentlicht, in dem die Bildqualität beurteilt werden kann. [Brent Rose / Andreas Donath]

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