War auch Conficker eine Waffe gegen das iranische Atomprogramm?

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Dass es sich bei Stuxnet um eine Waffe der USA und Israels gegen das iranische Atomprogramm handelt, gilt als ausgemachte Sache. Nun weist ein US-amerikanischer Sicherheitsexperte darauf hin, dass auch der Conficker-Wurm Teil der Abwehrmaßnahmen gewesen sein könnte.

John Bumgarner ist ein Aufklärungsbeamter der US-Armee und Leiter der gemeinnützigen U.S. Cyber Consequences Unit. Er sagt, dass Conficker eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Stuxnet auf iranische Atomanlagen gespielt habe. Obwohl frühere Forschungsergebnisse gegen diese Theorie sprechen gab sich Bumgarner nicht damit zufrieden und ging der Sache selbst auf den Grund. Reuters berichtet:

„Zunächst fiel Bumgarner auf, dass beide Malwares von beispielloser Qualität sind. Deshalb nahm er an, dass sie aus der selben Quelle stammen. Zudem bemerkte er, dass die Infektionsraten im Iran deutlich über denen in den USA lagen und dass beide Schädlinge die selbe Windows-Sicherheitslücke ausnutzten. Er verglich mehrere Zeitstempel im Code von Conficker und Stuxnet und stieß dabei auf Korrelationen – entscheidende Datums bei Entwicklung und Veröffentlichung überschneiden sich. So wurde er darauf aufmerksam, dass der Angriff am 1. April 2009 begann, dem 30. Jahrestag der Ausrufung der islamischen Republik Iran durch Ajatollah Khomeini.“

Ein Problem war, die Schädlinge auf den iranischen Rechnern zu installieren, sind diese doch nicht mit dem Internet verbunden. Bumgarner glaubt, dass die US-Regierung die Schädlinge über eine Website in den Iran brachten und dass sie von dort aus durch einen Mitarbeiter per USB-Stick auf die zu infizierenden Rechner übertragen wurden. Dann konnte Stuxnet mit der Zerstörung der Zentrifugen beginnen, die der Urananreicherung dienen.

Die ganze Story gibt’s drüben bei Reuters. Sie liest sich ziemlich spannend. [Adrian Covert / Tim Kaufmann]

[Reuters, The Verge]

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