Internet Explorer 6: Leichenschmaus für einen siechenden Browser

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Dass sich Software-Entwickler über Ableben eines ihrer Produkte freuen, ist doch recht ungewöhnlich. Aber genau aus diesem Grund hatten sich ein paar Microsoft-Mitarbeiter zu einem kleinen Leichenschmaus getroffen. Dabei ist das, um was es geht, noch gar nicht richtig tot. Oder besser gesagt, nicht richtig tot zu kriegen: Der Internet Explorer 6.

Konkreter Anlass für die Torte mit der Aufschrift „Goodbye IE6“ waren die aktuellen Statistiken von Net Applications. Demnach ist der Marktanteil des über zehn Jahre alten Browsers in den USA auf unter ein Prozent gefallen. Damit spielt er dort faktische keine Rolle mehr, was vor allem Webdesigner erleichtern dürften, die ihre Internetseiten oft noch speziell an den IE6 angepasst haben. Da dieser aber viele aktuelle Webstandards gar nicht unterstützt, war das immer mit viel Arbeit verbunden. Außerdem ist der IE6 nicht gegen neue Viren- oder Hacker-Angriffe gewappnet und gilt also sehr unsicher.

Zu früh sollten sich die Microsoftler und Web-Entwickler aber nicht freuen: Denn weltweit liegt der Anteil des Browser-Opas noch immer bei ordentlichen 7,7 Prozent. Damit liegt er sogar noch vor den aktuellen Versionen von Safari und Opera. In Deutschland liegt der Anteil übrigens bei 1,3 Prozent. Sorgenkind der Entwickler dürfte aber China sein. Hier setzt noch jeder vierte User den Internet Explorer 6 ein.

[via windowsteamblog.com]

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  1. In China ist es nicht nur direkt IE6, sondern ein Browser names 360 (Logo ist eine gruene IE-version; mit westlichen Google Versionen findet man den gar nicht). Hatte mal das Vergnügen für Chinesen dafür zu programmieren und ob man’s glaubt oder nicht: der 360 ist sogar noch schlimmer als der IE6!! In niedrigeren Versionen ist es eine irgendwie portierte IE6-engine die sich teilweise als IE7 tarnt (so dass nichtmal uebliche tricks zum ausschließen des IE6 funktionieren) und in hoeheren mal eben was von webkit/chrome geklaut… Die Hölle!!

  2. Wenn MS den wirklich loshaben will, müssten sie zunächst aktuelle Browser für Windows 2000 und XP anbieten. Anschließend erzwingt man das per Windows Update. :)

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