Entwicklungshilfe: OLPC stellt 100-Dollar-Tablet vor

100-Dollar-Tablet

Das Konzept ist ehrenwert, die Umsetzung vielversprechend: Die Organisation One Laptop per Child (OLPC) präsentiert auf der CES 2012 ihre ersten 100-Dollar-Tablets. Mit dem Projekt soll die Bildung von Kindern in Entwicklungsländern verbessert werden.

Bereits vor zwei Jahren kündigte OLPC das Tablet-Modell an, das nun unter dem Namen XO-3 vorgestellt wird. In puncto Ausstattung versprechen die Macher große Spielräume. So könnten Großabnehmer, wie Staaten oder Hilfsorganisationen, das Gerät individuell zusammenstellen und so den Bedürfnissen der Kinder anpassen. Es stehen beispielsweise Touchbildschirme mit acht Zoll und LCD-Technik oder teurere Displays von Pixel Qi zur Wahl.

Außerdem können Akkus mit unterschiedlichen Kapazitäten verbaut werden. Diese lassen sich mit einer Handkurbel oder mit Hilfe von Solarzellen aufladen. Herzstück des Tablets ist ein ARM-Chip des kalifornischen Elektronikriesen Marvell. Als Betriebssystem kommt entweder Android oder eine Linux-Version zum Einsatz.

Auf exakte Preise für das XO-3 wollten sich die Verantwortlichen im Rahmen der CES nicht festlegen lassen. So dürfte die Bezeichnung 100-Dollar-Tablet lediglich Rückschlüsse auf einen groben Richtwert zulassen. Schließlich lagen auch die Kosten für den 100-Dollar-Laptop, dem ersten Projekt von OLPC, in der Vergangenheit höher als zunächst versprochen.

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  1. Fast alle Initiativen im EZA (Entwicklungszusammenarbeit) – Bereich sind ehrenwert. Die Frage der praktischen Auswirkung im lokalen Bereich wird so gut wie nie hinterfragt. Welche Folgen sich ergeben – im Positiven als auch Negativen.
    Eine sichtbare, differenzierte Transparenz der Folgen der Investitionen werden sicher nicht bekannt. Nehmen wir das das aktuelle Beispiel. “Großabnehmer”, Hilfsorganisationen und Staaten werden die PR Maschine anwerfen. Diese werden die 100-Dollar-Tablets, wie sie im Bericht erwähnen, sich zusammen stellen lassen. Wahrscheinlich werden, um Billig zu produzieren, in anderen Ländern, Menschengruppen ausgebeutet, so wie es in diesem Erzeugungsbereich üblich ist. Vom wichtigsten überhaupt, welche Software mit welchen Ziel eingesetzt wird, davon wissen wir überhaupt nichts. Man liest von Bildung, welche Bildung, werden die Kinder lernen Mindestmaße an Hygiene, der landwirtschaftlichen Selbstversorgung, des Hinterfragens ihrer Situation und die Möglichkeit diese zu ändern lernen. Oder lernen Sie, Lesen, Schreiben, Rechnen um dann mit einem Minimum an „Wissen“, ihr Land zu verlassen. Scheinbar vergessen wir, das eine Bestimmte “Bildung” für die Zustände der jetzigen Entwicklung – und dessen Zustandes – dafür verantwortlich ist. Darum mehr Transparenz und keine verwaschenen Ziele.

    Gerhard Karpiniec
    Laxenburg/Österreich

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