Bye Bye Microsoft: Steve Ballmers letzte Keynote auf der CES

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Inspirierende Reden, ein mitgerissenes Publikum und ein überraschendes Produkt-Highlight zum Schuss. So stellt man sich in der Regel eine gelungene Eröffnungs-Keynote auf der CES vor. Steve Ballmer lieferte in diesem Jahr nichts davon. Denn Microsofts letzte Keynote glich eher einem Schuss aus dem Betäubungsgewehr.

Nachdem Microsoft unter der Führung von Bill Gates und später von Steve Ballmer seit nunmehr 15 Jahren alljährlich in Las Vegas die Eröffnungs-Keynote der Elektromesse gehalten hat, ist Schluss. 2013, so der Plan, wird Microsoft nicht mehr auf der Messe vertreten sein. Umso größer war wohl auch die Erwartungshaltung, als der Fernsehmoderators Ryan Seacrest bei Steve Ballmer nachhakte, was bei Microsoft wohl als Nächste anstehe. Die Antwort fiel allerdings eher dünn aus: „Windows 8“. Denn dessen neueste Betaversion will Microsoft Ende Februar unter die Leute bringen.

Die aktuelle Version Windows 7 soll hingegen im Herbst dieses Jahres nicht nur PCs, sondern auch Note- und Ultrabooks zieren. Einen Abgesang auf den klassischen PC hält Ballmer allerdings nicht für nötig: „Mehr als 1,3 Milliarden Windows-PCs sind im Einsatz, das ist das populärste intelligente Gerät überhaupt.“ Schützenhilfe bei seinem Loblied auf Windows im Allgemeinen und Windows 8 im Besonderen bekam der CEO dabei von seiner Marketingchefin Tami Reller, die das bereits im Herbst präsentierte Betriebssystem erneut vorführte. Wann genau Windows 8 final erhältlich sein wird, blieb dennoch unerwähnt. Zum Trost durften wir einen Blick in den neuen App-Store werfen, der ab Ende Februar Apps in über 120 Sprachen bereitstellen wird.

Ballmer selbst zeigte außerdem zwei neue Smartphone-Modelle, das Nokia Lumia 900 und das HTC Titan II. Die Spracheingabe des Handy-Betriebssystems durfte hingegen Derek Snyder vorführen. Der erledigte seinen Job allerdings nur mit mäßigem Erfolg, denn das Windows-Phone machte aus seinem kurzen Satz: „Sounds Great“ kurzerhand einfach „Sound“.

Gnädiger zeigte sich die Gestensteuerung für Kinect, die in Zukunft nicht nur für die Xbox 360, sondern auch für Windows-Computer eingesetzt werden soll und in der Vorführung fehlerfrei funktionierte. Vermutlich sehr zur Freude der mehr als 18 Millionen Käufer, die sich die Kamera- und Mikrofon-Aufsätze laut Ballmer bereits ins Wohnzimmer geholt haben. Von solchen Umsatzzahlen optimistisch gestimmt, verabschiedete sich der Microsoft Chef von der CES.

Nach elf Auftritten von Bill Gates und vier von ihm selbst, wird nächstes Jahr zum ersten Mal kein Microsoft-Chef die Messe eröffnen. Vielleicht ist das aber kein allzu großer Verlust. Schließlich hat Steve Ballmer dieser Tage nur eines im Kopf, nämlich: „Metro, Metro, Metro…Windows, Windows, Windows“.



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