Angry Brides: Facebook-Spiel kritisiert Mitgift-Tradition

angry-brides

Angry Brides? Ihr habt richtig gelesen: Es geht hier nicht um Vögel, sondern um wütende Bräute. Der Spieler schlüpft in die Rolle einer Braut und bewirft den Zukünftigen mit verschiedenen Schuhen. Die indische Softwareschmiede shaadi will mit dem Facebook-Spiel gegen die Tradition der Mitgift protestieren.

Wie die Entwickler auf Facebook (dort kann man Angry Brides auch spielen) erklären, ist es in Indien durchaus noch üblich, dass die Familie der Braut dem Bräutigam bei der Hochzeit eine teils sehr hohe Mitgift zukommen lässt. Kann die Familie die geforderte Summe nicht aufbringen, wird die Braut oft gefoltert oder gar getötet. Das führt sogar häufig dazu, dass werdende Eltern das ungeborene Kind abtreiben, wenn sie wissen, dass es ein Mädchen wird. Das hat in einigen Gegenden ein starkes Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern zur Folge.

Mit dem Spiel und die Anlehnung an das bekannte Angry Birds möchte shaadi auf die Problematik der Mitgift aufmerksam machen. Im Spiel bewirft man die Ehemänner – einen Ingenieur, Arzt und Piloten – mit Schuhen. Für jeden Treffer erhält man das geforderte Geld zurück, das in einen Anti-Mitgift-Fond fließt.

[via derstandard.at]

Tags :
  1. Na und wie schauts in unserem modernen Westen aus?
    Gibts denn auch diese Variante in dem Spiel?

    Variante “western world” – male game settings:
    ===========================
    Für emanzipierte Frauen gibts bei ihren Vätern seit Jahren keine Mitgift mehr hier bei uns im Westen. Also muss der designierte Ehemann die Hochzeitskosten selbst tragen und trotzdem für eine dreistellige Anzahl von ihren Freunden und Familie eine representative Hochzeit ausrichten. Denn die Prinzessinnen haben alle gerne den Prinzen mit Geld, guten Job und eigenem Haus und die Ansprüche im täglichen Zusammenleben werden danach (ungeachtet dessen, ob es ihr eigenes Einkommen rechtfertigt) immer höher geschraubt. Und kann er irgendwann nicht mehr, so wird die gesetzlich verankerte Scheidungsmaschinerie angeworfen. Dann kommt es bei der Trennung so, dass diese emanzierten Frauen gar nicht mehr gleichberechtigt handeln und sich gesetzlich gedeckt gleich mit seinen Kindern, dem Haus und einer stattlichen Alimenteausstattung aus dem Staub machen in ein gemachtes Leben mit gesichertem Einkommen und die gesamte Existenz und Lebensplanung des Mannes den Bach runter geht und er bis zum Umfallen hackeln darf für alle seine Verpflichtungen und Schulden. Und wenn Glück hat, holt ihn der Herzinfarkt nicht bevor seine Kinder unabhängig und selbstständig werden…

    Vielleicht sollte man in allen Gesellschaften für etwas mehr echte Gleichberechtigung sorgen?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising