Neue Vorwürfe gegen Apple und seine Zulieferfirmen

iPhone-4s

Schon früher wurde Apple vorgeworfen, sich bei Aufträgen nicht groß um die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferfirmen zu scheren. Nun berichtet die New York Times, dass Apple an einer Serie von teils tödlichen Arbeitsunfällen mitverantwortlich sein soll.

“In China, Human Costs Are Built Into an iPad” (zu Deutsch: “In China werden iPads auf Kosten der Menschen gebaut”) titelt die Times. Schnell und billig produzieren – so soll Apples Devise lauten. Dass diese Art der Produktion zu Lasten der Arbeiter geht, scheint der Hersteller dabei völlig außer Acht zu lassen. Bestätigt wird diese Aussage von mehr als drei Dutzend, teils ehemaligen, Mitarbeitern und Vertragspartnern von Apple, die der Zeitung für Interviews zur Verfügung standen.

So wirft Foxconn-Manager Li Mingqi Apple vor, „kein Interesse am Wohl der Arbeiter“ zu haben. Auch ein ehemaliger Apple-Manager meldete sich gegenüber der Times zu Wort: „Wir wissen seit über vier Jahren von Arbeitsmissständen in einigen Zulieferfabriken und sie laufen weiter. Warum? Weil sich dieses System für Apple lohnt.“ Laut der Times arbeitete in rund 93 Einrichtungen mindestens die Hälfte der Arbeiter über 60 Stunden wöchentlich. Dazu kommen unzureichende Unterkünfte, ungesicherte Arbeitsplätze und vor allem der Umgang mit gefährlichen Substanzen.

So war auch der Arbeitsunfall in Chengdu, bei dem vier Menschen getötet und 77 verletzt wurden, keine große Überraschung für den Hersteller. Schuld war eine Explosion von Aluminiumstaub in dem Werk, in dem Apple das iPad 2 produzieren ließ. Nur wenige Wochen vor der Explosion hatte ein Forschungsbericht, der sowohl dem Werk selbst, als auch Apple vorlag, auf die gravierenden Sicherheitsmängel in dem Werk hingewiesen. Laut dem ehemaligen Apple-Manager wäre es ein Leichtes für den Hersteller, diese Zustände zu ändern: „Die Zulieferer würden schon morgen alles ändern, wenn Apple es verlangen würde, weil sie keine andere Wahl hätten.“

Selbstverständlich gibt es auch im Apple-Management Bestrebungen, die Arbeitsbedingungen bei den Auftragsherstellern zu verbessern. „Wir versuchen wirklich, Verbesserungen durchzusetzen“, so ein ehemaliger Apple-Manager. „Aber die meisten Leute würden trotzdem sehr verstört reagieren, wenn sie wüssten, wo ihr iPhone wirklich herkommt.“

[Via: New York Times]

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  1. Who cares ? Was ist schon ein Menschenleben für 13 Mrd gewinn im Quartal ?

    Garnicht´s… zumindest für Fanboy´s.

    Wen Interessiert ein toter Chinese ? Da wo die herkommen, gibts genug davon.

    An irgendwas muss Apple ja sparen um solche Gewinne zu schreiben.

    Traurig….

  2. Und beim Kauf von Produkten anderer Hersteller hast du ein besseres Gefühl? Warum? Nur weil die Medien darüber nicht berichten?
    Xbox, Wii, DS, PlayStation.. Alle werden sie bei Foxconn hergestellt. Die werden mit großer Sicherheit unter den selben Arbeitsbedingungen zusammengebaut. Genauso wie viele andere Handys, Router, Tablets, Notebooks.. Ja sogar Intel lässt Mainboards bei Foxconn produzieren.
    Und selbst wenn Produkte bei anderen chinesischen Unternehmen im Auftrag zusammengebaut werden, werden auch diese unter ähnlichen Bedingungen hergestellt. Mir fallen im Elekronikmarkt spontan lediglich die FritzBox Router der Firma AVM ein, die hierzulande hergestellt werden, alles andere in China, Taiwan und Umgebung..

  3. Danke Foat du spricht mir aus der seele. Sicher ist das nicht toll aber 90% produzieren zu solchen umständen und warum? Weil so die Wirtschaft funktioniert. Traurig aber wahr also an alle hater schaut mal auf das „made in …“ schild dann wisst ihr dass ihr auch an den „Morden der Chinesen“ Schuld seid.

  4. ihr müsst wissen apple Produkte Besitzer sind dumm und PC Besitzer sind klug, denn wie alle wissen werden PCs und alle nicht apple Produkte aus nachwachsendem bio Hanf der von glücklichen sehr reichen Chinesen geerntet wird, gebaut.
    und verbrauchen kein Strom und gehen nie kaputt da sie zum Glück nicht aus billigem Plastik und schlecht verarbeitet sind.

  5. und Hauptsache das wahnsinnig kluge wort fanboy eingebaut. weiß ja nicht was so ein Ventilator junge macht, aber gratulation das macht dich total nerdig….

  6. finds auch schwachsinn, dass immer nur gegen apple geschossen wird…
    will die situation da nicht gut heißen, keineswegs, aber warum sollte das samsung smartphone, dass 20 meter weiter produziert wird besser sein?!

  7. warum ist das wohl so?
    weil apple sich als ewiger machtmonopolist aufspielen möchte.
    weil man seine analysten gern mit noch höheren gewinnen überraschen möchte.
    weil man als unternehmen apple kein interesse an menschen oder arbeitsbedingungen hat.
    weil apple grundsätzlich niemals etwas für andere menschen getan hat.

    und genau aus diesem grund stürzen sich die medien auf apple. und dies zurecht.
    ich will garnicht wissen wieviel geld bill gates in seinem leben bisher gespendet hat oder aber sich für etwas gutes engagiert hat.

    steve und die firma apple nie. und dass, obwohl geld nicht die rolle spielen sollte.

    zumal es sich auch so verhält, dass apple hier die wirklich mitunter miesesten bedingungen für seine mitarbeiter hat.
    medien sind auch nur schlagzeilenhungrig. würde man eine derartige schlagzeile über ein anderes großes unternehmen bringen können, würden die medien dies auch tun.

    im übrigen legen die hersteller selbst fest, unter welchen bedingungen gearbeitet wird.
    es wäre ein lechtes hier besserung zu schaffen…..dem entsprechend sind tode der mitarbeiter, unfälle und selbstmorde von apple anscheinend erwünscht und schon mit einkalkuliert.

  8. Naja, hier gehen die Emotionen wieder einmal hoch wegen der verschiedener Ansichten zu Marken. Dabei sollten die Emotionen hochgehen, weil Menschen zu diesen Bedingungen arbeiten müssen.

    Wie dem auch sei, klar ist, dass es in Summe 5 große Contract Manufacturer gibt, die im wesentlichen den Elektrokram für die unterschiedlichsten Marken herstellen. Von den Marken kommt das Design und manchmal auch die Spezifikation, den Rest besorgt die unbekannte Bude sonstwo auf der Welt. Fakt ist auch, dass all diese „Hersteller“ Niederlassungen in den USA und anderen Ländern dieser Welt haben. Sicherlich finden wir dort andere Bedingungen als in Asien.
    Ein Schild „Made in ….“ schützt leider auch nicht, da dies nur heißt, dass der letzte Schritt zum Produkt in dem jeweiligen Land erbracht wurde.

    Was also tun? Nichts mehr kaufen?
    Um etwas zu ändern muss man das tun, was wir hier gerade machen. Die Info teilen und sich aufregen oder eben nicht. Schaden am Image, dass bewegt Firmen. Rückmeldungen warum man etwas gekauft oder eben nicht gekauft hat, dass kann etwas bewegen. Je weiter die Probleme in der Lieferkette vom Basishersteller weg liegen, desto geringer ist der direkte Einfluss.

    Also Info teilen und was dazu sagen. Ansonsten betrifft es alle Marken.

    Aber wie schon richtig gesagt wurde, was anderes ist es, was man dann mit seinem Gewinn macht. Man mag Bill Gates mögen oder nicht, aber er hat für wohltätige Zwecke sicherlich mehr getan als Steve Jobs.

    Im übrigen, wer sich zu vielen Aspekten seiner Produkte informieren will (auch den sozialen), dem sei dieser Link empfohlen. Die dehnen die Infos jetzt auch nach Europa aus.

    http://www.goodguide.com/

  9. Schon ulkig wie man Kritik zurückweist mit dem Argument das es die Konkurenz genauso macht. Da hilft auch kein FLA Werbeschnickschnack. Man könnte ja auch mal mit gutem Beispiel voran gehen, aber dann würde der Gewinn beim iphone sinken und das passt der Führungsetage wieder nicht.

  10. Ich hab keine Appleprodukte. Und bin kein Fanboy :)

    Warum werden hier gegen Apple die Steien geworfen?
    Apple ist der Auftraggeber. Die Chinesen arbeiten nicht für Apple. Der Arbeitgeber ist Foxcon. Und der Arbeitgeber ist für seine Arbeiter verantwortlich, nicht der Auftraggeber.
    Foxcon muss sich um bessere Arbeitsverhältnisse kümmern. Nicht Apple.

    1. und eben genau, dass stimmt nicht.
      apple und nur allein apple legt die arbeitsbedingungen fest.
      da bringt alls abstreiten nix und schönreden kann man sich das thema ebenfalls nicht.

      1. In wie fern hat Apple Foxcon was zu sagen???

        Ist genauso wenn ich jetzt als IT Supporter von einem Auftraggeber 100PCs bestellt bekomme. Und der Auftraggeber sagt, wenn Deine Mitarbeiter die PCs zusammenschrauben, sollen die nackt sein.

        Ist doch schwachsinn!

      2. mann mann mann wie tu schon sagte apple muss nicht foxconn sagen wie die arbeiter was wie machen das ist immernoch foxconn und apple hat sehrwohl bereits geld gespendet aber natürlich nicht soviel wie andere und ich denke das ganze was steve gemacht hatte mit spenden und arbeitsbedingungen wird tim cook ändern lasst ihm doch mal zeit und wie heir schon mehrmals gesagt so viele firmen produzieren bei foxconn auch mein alter acer war von da und nur weil es so hohlköpfe gibt die immernoch das gefühl haben apple ist der teufel oder was auch immer schreiben die zeitungen nur apple hin weil es dann mehr leute lesen ihr seid doch alle dumm geht in ne ecke und steht da paar tage

      3. @CJ:
        Das Beispiel mit den 100 PCs musst du dir so denken:
        -Du Verkaufst im Jahr 120 PCs.
        -Es gibt nur wenige andere Kunden, bei denen du nicht mehr Aufträge bekommst.
        -Aber noch 5 andere Anbieter für PCs.
        -Und schwupp stehst du nackt neben deinen Arbeitern und machst männchen vor dem Kunden.
        That’s Real Live ;)

        PS: Einige hier sollten mal dort vorbeischauen: http://www.das-dass.de/

  11. Wenn die Anzahl der Selbstmorde Rückschlüsse auf die Arbeitsbedingungen zuläßt, sieht es bei der Firma, in der ich hier in Deutschland arbeite, nicht gut aus: 1-3 Selbstmorde/Jahr, bei knapp 10,000 Mitarbeitern. Hochgerechnet auf 1 Mio. Arbeiter, die Foxconn angeblich hat, wären 100-300 Selbstmorde pro Jahr bei gleichen Arbeitsbedingungen wie hier „normal“. Die Rechnung gefällt mir zwar nicht, ich sehe aber meinen Denkfehler auch nicht. Übrigens sollten mal alle Firmen analog wie hier Apple durchleuchtet werden. Ach ja, immer häufiger höre ich hier in Deutschland: Wir sind keine Beschäftigungsgesellschaft, um Leute in Lohn und Brot zu halten, wenn es woanders billiger geht, dann sollten wir das „ernsthaft“ überlegen dorthin zu gehen …

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