Kurztest: EVIL-Kamera Panasonic Lumix GX1

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Die Lumix DMC-GX1 ist Panasonics neue Micro Four Thirds-Digitalkamera und wir haben uns einmal angesehen, was sie leistet und ob man keine DSLR mehr benötigt, wenn man diese Kamera besitzt.

Mittlerweile gibt es seit drei Jahren Systemkameras mit Micro Four Thirds-Sensor und Bajonett. Die GX1 hat das Retrodesign der GF1 geerbt und von der G3 den 16- Megapixel-Sensor erhalten. Der Touchscreen stammt von der GF2.

Im Betrieb

Die GX1 fühlt sich stabil an, bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten und erinnert nicht gerade an eine Kompaktkamera. Sie ist so groß wie die alten Messsucherkameras und füllt die Hand voll aus. Wie bei DSLRs auch sind zahlreiche Bedienknöpfe und Rädchen am Kameragehäuse zu finden, die den Anwender vielleicht erst einmal abschrecken. ISO, Serienbildfunktion, Autofokus-Modi und der Weißabgleich lassen sich über Knöpfe auf der Rückseite einstellen.

Ein Klickrad reguliert Blendenöffnung und Belichtungszeit, wenn man die entsprechende Teilautomatik oder den rein manuellen Modus aktiviert. Man fragt sich natürlich unweigerlich, wie mit einem Rad zwei Parameter verstellt werden können. Ganz einfach: Das Rad kann auch wie ein Knopf gedrückt werden, und so schaltet man zwischen Blende und Zeit um.

Darüber hinaus gibt es zwei frei belegbare Funktionsknöpfe, doch die benötigt man eigentlich nicht, weil die Touchscreenbedienung der Kamera hervorragend gelöst wurde. Die meisten Einstellungen können vollkommen ohne die zusätzlichen Hardwarebuttons vorgenommen werden. Wie beim LCD der GF3 kann man auch den Fokuspunkt mit einem Fingerzeig auf das Display verändern und sogar den Auslöser betätigen. Die Fokusveränderung funktioniert auch im Videomodus ganz hervorragend.

Leider ist die Kamera nicht gerade die schnellste, aber der Autofokus regiert auch in schlechten Lichtsituationen noch ausreichend schnell. Die Auslöseverzögerung ist minimal. Beim Serienbildmodus werden maximal 4,2 Bilder pro Sekunde gemacht – und nach 7 Fotos im Rohdatenmodus muss die Kamera eine Speicherpause einlegen, bis sie wieder fotografieren kann.

Was uns gefällt

Wie die Vorgängermodelle von Panasonic macht die Kameras bei Tageslicht sehr gute Bilder und die erhöhte Sensorauflösung erleichtert Ausschnittsvergrößerungen. Die Kamera ist sehr einfach zu bedienen und die Einstellungen sind auch von Anfängern recht leicht zu finden. Die HD- Videofunktion produziert akzeptable Filmchen – aber für wirklich gute Videos sollte man eine andere Kamera verwenden.

Was uns nicht gefällt

Wie bei allen Micro Four Thirds-Kameras sind die Bilder ab ISO 800 ziemlich verrauscht, wobei bei besonders schlechtem Licht schon ab ISO 400 Rauschartefakte in der Vergrößerung zu sehen sind. Die Kamera könnte einen schnelleren Bildprozessor gebrauchen, um eine höhere Serienbildgeschwindigkeit zu erreichen und ein größerer Zwischenspeicher, mit dem mehr RAW-Bilder in Folge aufgenommen werden können, wäre auch nicht schlecht gewesen.

Die restliche Beschwerdeliste ist klein, aber fein. Der Touchscreen funktioniert zwar wunderbar, doch die Menügestaltung hätte durchaus ansprechender sein können. Das Klickrädchen wirkt winzig und scrollt nicht so gut, wie man es von anderen Kameras gewöhnt ist. Das führt dazu, dass man manchmal das Rad eindrückt anstelle es zu drehen.

Unser Testmuster wurde mit dem Objektiv 14-42mm ausgeliefert, das einen motorbetriebenen Zoom beinhaltet. Das ist bei Videos nützlich, aber im Fotobetrieb absolut überflüssig. Für diese Zielgruppe gibt es auch ein Kit mit manuellem Zoom.

Fazit

Wer keine große DSLR mit sich herumschleppen will und dennoch Objektive wechseln und Zubehör wie Blitze anstecken will, sollte sich die Kamera ansehen und sie ausprobieren. Trotz des vergleichsweise großen Gehäuses sind die Objektive ein stückweit kompakter als die einer APS-C-Kamera.

Perfekt ist die GX1 jedoch nicht. Der Sensor sollte weniger rauschen. Bei schlechten Lichtverhzältnissen sind die Sony-Systemkameras NEX C3 und NEX-5N deutlich besser. Auf Flickr haben wir eine kleine Beispielbildersammlung veröffentlicht.

Technische Daten Panasonic Lumix GX1

Sensor: 16 Megapixel, 17,3 x 13,0 mm LIVE MOS

Bildgröße: 4.592 x 3.448

Video: 1.920 x 1.080/60i

Bildschirm: 461.000 Bildpunkte, 3 Zoll TFT-LCD

Preis: Gehäuse ab 600 Euro, mit 14-42 mm Powerzoom ca. 900 Euro, mit 14-42 mm ca. 800 Euro.

[Mario Aguilar / Andreas Donath]

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  1. Ich finde der Preis für die Kompakten ist nicht gerechtfertigt. 200-300 wäre noch ok. Für 600-900 bekommt man aber schon eine vernünftige Einsteiger DSLR. Natürlich ist die größer und lässt sich nicht mal eben in der Jackentasche verstauen. Man darf aber auch nicht die Nachteile einer kompakten gegenüber einer DSLR vergessen. Abgesehen vom Freistellen und den Problemen des kleineren Sensors, ich habe gestern Abend erst jemanden mit so einer kompakten gesehen der versucht hat Nachts zu fotografieren. Der Blitz den der drauf gesteckt hat war größer als die Kamera. Das sah ziemlich abenteuerlich aus als er versucht hat, die Kamera ruhig zu halten.
    Aber irgendwie scheint es ja ein Markt für diese Kameras zu geben, sonst wären die nicht so erfolgreich.

    1. all deine bedenken ließen sich mit der samsung nx 100 auflösen. die bekommt man mittlerweile teilweise für 250 euro, der sensor hat aps-c größe, somit also genauso groß wie die sensoren der einsteiger dslrs und somit auch die gleichen freistellmöglichkeiten. gut mit großem externen blitz siehts wirklich abenteuerlich aus und ich frag mich jedes mal, wie es die kamera aushält, aber ich hatte noch nie probleme damit. womit sie leider große probleme hat, ist die dunkelheit…also ab 800 iso kann man es eig vergessen, wenn man etwas wert auf bildquali legt. also all deine bedenken sind damit wahrscheinlich nicht gelöst, aber ich kann sie nur wärmstens empfehlen

  2. Jau, nicht nur einen Markt, sondern einen großartigen Anwendungsbereich:

    Ich war letzte Woche mit kleinem Gepäck unterwegs. Die GF2 (Vor-vorgängermodell) passt mit 4 Objektiven und externen Blitz in eine kleine Fototasche, die meine Canon 5d mit der 50 mm Linse komplett ausfüllt. Mit knackigen Festbrennweiten (z. B. Olympus 45 mm/1.8) schlägt die EVIL praktisch jede Kamera mit typisch kleinem Sensor in der Bildqualität. Diese Kameraklasse ist ein großartiger Kompromiss zwischen Bildqualität und Größe.

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