Sensation: Tonaufnahmen von Otto von Bismarck aufgetaucht

Otto_von_Bismarck

Man darf getrost von einer historischen Sensation sprechen. So wie es Ulrich Lappenküper, Direktor der Bismarck-Stiftung, gegenüber der New York Times auch getan hat. Denn fast 114 Jahre nach seinem Tod sind Tonaufnahmen von Otto von Bismarck aufgetaucht – wahrscheinlich die einzigen überhaupt.

Aufgenommen wurde die Stimme des „Eisernen Kanzlers“ 1889 mittels eines Phonographen auf eine Wachswalze. Diese entdeckten Forscher nun in den Hinterlassenschaften von Thomas Edison, dem Erfinder der Glühbirne, in seinem alten Labor in New Jersey.

Zur Aufnahme kam es im späten 19. Jahrhundert, als Adelbert Wangemann, ein deutschstämmiger Mitarbeiter Edisons, nach Friedrichsruh bei Hamburg reiset und Bismarck einen Phonographen vorführte. Edison war einer der Erfinder dieses Gerätes zur Aufnahme von Schallwellen auf Wachwalzen.

In der ziemlich schwer verständlichen Aufzeichnung (s. unten) soll Bismarck aus dem amerikanischen Volkslied „In Good Old Colony Times“, dem Gedicht „Kaiser Rotbart lobesam“ von Ludwig Uhland und dem Studentenlied „Gaudeamus Igitur“ zitiert haben. Außerdem soll er – und das war für die damalige Zeit äußerst pikant – die ersten Zeile der französischen Nationalhymne zitiert haben. Dabei war das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland zu dieser Zeit alles andere als gut.

[via nytimes.comfaz.net]
Bild: Bundesarchiv, Bild 183-R68588 / CC-BY-SA

 

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