MWC: Mozilla will mobiles OS „Boot to Gecko“ präsentieren

b2g_homescreen

Nachdem im Sommer letzten Jahres bekannt wurde, dass Firefox-Entwickler Mozilla an einem eigenen mobilen Betriebssystem namens „Boot to Gecko“ (B2G) arbeitet, war es bislang recht still um das Projekt. Nun teilte jedoch der technische Leiter bei Mozilla, Brendan Eich, per Twitter mit, dass B2G bereits Ende des Monats auf der MWC offiziell präsentiert werden soll.

Motivation für die Entwicklung des neuen Betriebssystem war, dass nach der Auffassung der Mozilla-Foundation aktuelle mobile Betriebssysteme den Nutzer mittels proprietärer Technologien zu sehr an die jeweilige Plattform binden würden. Diesen Systemen soll Boot to Gecko als offenes Web-Betriebssystem für mobile Geräte entgegengestellt werden.

Um Hardware-Herstellern die Arbeit mit dem neuen Betriebssystem zu erleichtern, übernimmt B2G einen Teil des Grundgerüsts von Android, wie etwa den Linux-Kernel, sowie die Programmbibliothek libusb. Dies bedeute aber nicht, dass Boot to Gecko auf Googles mobilen Betriebssystem aufbaue oder dazu kompatibel sei.

Vielmehr weise es Parallelen zu Mozillas Browser Firefox auf. So kommt unter anderem die vom Firefox bekannte Rendering-Engine Gecko zum Einsatz, welche auch namensgebend für das Betriebssystem ist. Die Nutzeroberfläche hört auf den Namen „Gaia“ und basiert komplett auf den Webtechnologien HTML und JavaScript. Aus diesem Grund ist es auch möglich, verhältnismäßig einfach Gaia jetzt schon selbst auszuprobieren.

Dafür muss man zuerst die aktuelle Gaia-Version von github herunterladen. Anschließend entpackt man das zip- oder tag.gz-Archiv und öffnet die Datei „homescreen.html“ mit Firefox. Nachdem man den Lockscreen nach oben geschoben hat, kann man nun Applikationen, wie zum Beispiel Google Maps oder den Browser, öffnen und testen. Sogar einige HTML5-Games sind enthalten. Um zurück zum Lockscreen zu gelangen, reicht es die Seite zu aktualisieren. Natürlich handelt es sich dabei noch um eine frühe Test-Version, bei welcher einiges noch nicht so funktioniert, wie es sollte.

Laut Roadmap soll das Betriebssystem bereits Ende dieses Jahres fertig sein. Mit der Präsentation auf der Mobile World Conference erhofft sich Mozilla nun wohl, einige erste Launch-Partner an Board holen zu können. Nach dem kläglichen Scheitern von HPs webOS bleibt es jedoch abzuwarten, ob der ohnehin schon gesättigte Markt tatsächlich noch ein weiteres mobiles Betriebssystem braucht.

[heise.de]

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    1. Hallo Netsurfer,
      du musst darüber einfach auf „Download as zip“ oder „Download as tar.gz“ klicken.
      Hab mich aber auch erst gewundert, als ich es versucht habe. ;)

  1. Ich verstehe nicht, wieso noch ein Unternehmen meint, ein scheinbar offenes Mobilbetriebssystem zu entwickeln: Wie schwer es ist, ein neues OS am Markt zu etablieren, zeigt nicht zuletzt Microsoft, die trotz immensem Kapitalaufwand es bisher nicht geschafft haben, dass technisch durchaus mit iOS vergleichbare WP7 in eine akzeptable Position am Markt zu bewegen. Desweiteren gibt es zig Kleinstbetriebsysteme (Tiden, Bada, Meego, Boot2Gecko, diverse Tabletableger), welche alle irgendwie auf einem Linux/Android-Kernel basierend sowie über eine HTML5-Oberfläche verfügend meinen, sich Alleinstellungsmerkmale sichern zu können.
    Scheinbar gibt es für diese aber keinen Bedarf! Android erfült mit seiner „halboffenen“ Struktur schon die Bedürfnisse der Masse der Nutzer, die, die mehr Wert auf ein kongruentes Benutzererlebnis legen sind mit iOS bestens bedient.
    Ich verstehe nicht, wie eine offene Foundation wie Mozilla ihr Geld in solchen Prestigeprojekten versenken kann, und sich gleichzeitig noch die Blöße gibt Spenden einzusammeln.

  2. Aber Hallo! Da hast du mehr als Recht. Verstehe ich auch nicht. Die sollten sich auf ihre kernaufgaben konzentrieren und nicht im fremden teich fischen…

  3. Ich wünschen Mozilla von ganzem Herzen ähnlich viel Glück und Geschick wie mit der Browser-Entwicklung. Vielleich bin ich ein wenig altmodisch und nutze aus Gründen meiner Datenauthorität nur Linux/Debian. Eine Handhabung nach android-Manier wäre schon sehr interessant und könnte mich durchaus für aktuelle smart-/tablett-Geräte begeistern. Aber keinesfalls mit propritäten Betribssystemen, die ihren Quellcode und Schnittstellen nicht offenlegen.
    gruß, hu

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