Raygun: Pentagon mottet Laser-Flugzeug ein

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Auf den ersten Blick hört sich das Konzept verrückt an: Eine Boeing 747 mit einem riesigen Laser an Bord schießt Raketen aus dem Himmel. Aber das US-Militär hat tatsächlich 16 Jahre lang versucht, dieses Konzept umzusetzen. Nun wird das "Airborne Laser Test Bed" in Rente geschickt.

Das Konzept des Airborne Laser (ABL) wird angeblich nicht mehr weiter verfolgt. Das Flugzeug wird auf der Air Force Maintenance and Regeneration Group übergeben, wo das Flugzeug zwar konserviert wird, aber vermutlich nie mehr fliegen, sondern als Ersatzteillager genutzt wird. Die Air Force hat an gleicher Stelle rund 4.200 andere Flugzeuge eingelagert. Teilweise werden sie auch für Filmaufnahmen oder Museen genutzt, aber in der Regel sind sie pure Ersatzteilspender.

Das Pentagon hatte im Rahmen seiner Budgetplanungen für das Jahr 2013 massive Einsparungen vorgenommen, denen offenbar zahlreiche Zukunftsprojekte zum Opfer gefallen sind. Auch am Personal wird deutlich gespart.

Das ABL sollte Amerikas „Lichtschwert“ werden – aber das Projekt hatte von Anfang an große Schwierigkeiten zu überwinden. Zum einen ist das System enorm groß und musste deshalb in die langsame und schwerfällige 747 eingebaut werden. Zum anderen fallen im Betrieb große Mengen giftiger Substanzen an. Der Laser war außerdem zu schwach, um auf große Distanz Raketen bekämpfen zu können. Darüber hinaus gab es Schwierigkeiten mit der Treffergenauigkeit, die durch atmosphärische Störungen entstanden.

Für das Projekt wurden bis 2009 über vier Milliarden US-Dollar ausgegeben. Damals war es schon 8 Jahre hinter dem Zeitplan. Jede Flugstunde kostete 92.000 US-Dollar. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurde der Plan für ein zweites Airborne-Lasersystem aufgegeben. 2010 feierte man jedoch den ersten erfolgreichen Abschuss einer Rakete mit dem Laser-Jet. Die Schuss-Distanz lag bei rund 80 Kilometern. Zur Belohnung gab es 40 Millionen Dollar zusätzliche Forschungsgelder. Ganz umsonst war die Forschung allerdings wohl nicht. Denn ein Einsatz der Technik auf kleineren Plattformen sei in der Zukunft durchaus denkbar, gab der ehemalige Technikchef des Pentagon, Zach Lemnios, zu verstehen. [Katie Drummond / Andreas Donath]

[Via Wired]

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