Zukunftsmusik: Der Aufzug ins All

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Klingt wie Stoff aus einem Science-Fiction Film, und solange nicht wenigstens unsere Wolkenkratzer deutlich höher in den Himmel ragen, wird es das für mich auch bleiben: Das japanische Bauunternehmen Obayashi Corp will bis 2050 Menschen mittels eines Aufzugs ins All befördern. Als wäre eine solche Ankündigung noch nicht genug, geht das selbstsichere Unternehmen auch noch ins Detail: Für den Aufzug ist der Einsatz von Carbon geplant, was nicht nur 20 mal stärker als Stahl ist, sondern die Menschen schlappe 36.000 Kilometer über die Erde befördern soll. Für die notwendige Stabilität des Aufzugs sorgt ein 96.000 Kilometer entferntes Gegengewicht, gereist wird in Fahrzeugen für bis zu 30 Personen bei einer angenehmen Geschwindigkeit von 200 Km/h.

Dass die Kosten für einen derartigen Bau natürlich ins Unermessliche steigen, dürfte jedem bewusst sein. Solange dabei aber tatsächlich ein Aufzug ins All herausspringt, wäre es den Einsatz mehr als wert. [Jamie Condliffe / Johannes Geissler]

[The Daily Yomiuri; Bild: Michael Evans]

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  1. Seid ihr sicher, dass die Zahlen stimmen? Wenn man 36.000 Km mit einer Geschwindigkeit von 200 Km/h absolviert braucht man dafür 180 Stunden (!), dass kommt mir etwas lange vor…

  2. Die Idee eines Aufzuges ins All ist schon ziemlich alt.

    Es ist in Science Fiction Romanen der Ansatz einer einfachen und im Betrieb günstigen Lösung für Reisen ins All, wenn es keine Möglichkeit zur Manipulation der Schwerkraft gibt (wofür es bisher keinerlei Ansatz in der realen Wissenschaft gibt).

    Das Hauptproblem an der Idee war schon immer das dafür nötige Material, weil zB Stahl bei den nötigen Längen schon unter dem Eigengewicht reissen würde.

    Die Angabe “Carbon” der Firma ist dabei wohl auch nur eine Abkürzung für einen Werkstoff aus den erst seit kurzem herstellbaren Kohlenstoff Nanoröhrchen. Denn erst die versprechen bisher überhaupt einen Ansatz die nötige Festigkeit möglicherweise zu erreichen.

    In einigen Science Fiction Romanen hat man diese Idee sogar wortwörtlich weitergesponnen. Warum nur ein einzelner Strang ins All, wenn man dann mit der gleichen Technologie auch ein ganzes Netz um die Erde spannen kann.

    Die Reisegeschwindigkeit von 200 Km/h und ca. 1 Woche Reisedauer für eine Richtung sind im Vergleich zu Raketen natürlich langsam und lang. Aber der nötige Energieeinsatz würde nur einen kleinen Bruchteil betragen.

    Lohnen würde sich so etwas durch die bestimmt gigantischen Herstellkosten aber dennoch eventuell erst nach Generationen.
    Auch die Bauzeit dürfte wohl länger sein als bis 2050. Denn zum einen ist die nötige Materialentwicklung noch bei Weitem nicht abgeschlossen und zum anderen müssen wohl (gering geschätzt) mehr als 100 Millionen Kubikmeter Baumaterial in Fabriken erschaffen werden, die es heutzutage noch nicht einmal auf dem Reissbrett gibt.

  3. ich glaube das soll eher Meter heißen und nicht Kilometer. Dann ist man auch in 10 Minuten oben. Für 36000km gibts doch garnicht genug Menschen die das bauen könnten :D

  4. Immer wieder hört man vom Aufzug ins All – dieser soll endlich mal gebaut werden.
    Wäre dann auch effizienter den Aufzug zu nehmen als eine Rakete.

  5. Oha, ist ja unglaublich, da soll man dann wirklich ne Woche hochfahren .. ich check nur nicht, wie man sowas bauen will, vom Material und den Kosten her.. und wieviele Leute gibts die im Weltraum arbeiten können.. Naja ich bezweifle, dass das so schnell gebaut werden kann .. kostet dann wahrscheinlich auch ungefähr ne Trilliarde Milliarden. Klingt wirklich eher nach ganz viel Theorie, wenn auch interessante Theorie :)

  6. Die eigentliche Frage ist doch – “Und dann” ?
    Dann ist man im All. Wo? Auf einer Aussichtsplattform?
    Da steht dann so ein Fernglas, wo man dann einen Euro, für 20 Sekunden gucken, rein stecken muss?! ^^

  7. Der alte Traum der Animefabriken (grinz) . Die Idee ist sicherlich nicht schlecht. Aber haben die Leute auch bedacht was beim runterfahren passiert ? Die Bremsklötze möchte ich nicht tauschen müssen und selbst dann, wenn man die Dinger wie bei einer Seilbahn baut. Ich möchte nicht dabei sein, wenn man dann die Seile auf deren Materialermüdung überprüfen muss.

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