Facebook zur schnellen Erkennung von Depressionen?

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In einem Artikel der New York Times wird vorgeschlagen, dass bestimmte Statusmeldungen bei Facebook zur Früherkennung einer Depression Beachtung finden sollten.

In einer Studie wurden die Statusupdates von 200 Studenten der University of Washington beobachtet. Hierbei wurde festgestellt, dass 30 Prozent der Studenten Inhalte veröffentlichten, die nach den Kritierien der American Psychiatric Association als Symptome einer Depression zu werten sind. Vor allem zählten hierzu Gefühle der Wert- oder Hoffnungslosigkeit, Schlaflosigkeit, zu viel Schlaf und Konzentrationsprobleme.

Dr. Megan A. Moreno, eine der an der Studie beteiligten Forscherinnen, sieht so hohes Potential darin, bei Facebook Jugendliche und junge Erwachsene auszumachen, die davon profitieren könnten, sich klinisch untersuchen zu lassen. Die Frage hier ist natürlich, welche Updates wirklich auf Probleme hinweisen und welche harmloser Natur sind. Unabhängig davon werden Statusupdates vermehrt von Klinikern neben den herkömmlichen Methoden genutzt. Dr. Gregory T. Eells, der Leiter des psychologischen Services der Universität, sieht so die Posts auf Facebook meist nur als Art des Dampfablassens – aber häufig finden sich auch alarmierende Statusmeldungen.

Natürlich muss die Medizin sich schrittweise an die Nutzung von Facebook zur Diagnose von psychischen Krankheiten herantasten und häufig werden wohl falsche Annahmen gemacht werden. Aber obwohl die Analyse eines Facebook Status wohl niemals die zwischenmenschliche Kommunikation ersetzen kann, können so sicher für die Diagnose hilfreiche Informationen gesammelt werden. [New York Times]

[Oliver Schwab /Jamie Condliffe]

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