Kim „Dotcom“ Schmitz: „Ich bin kein Piratenkönig“

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Kim Dotcom, Älteren noch unter dem Namen Kim Schmitz bekannt, hat ein Interview zu seinen Verstrickungen in den Fall Megaupload gegeben. Er selbst, so viel sei jetzt schon verraten, sieht sich definitiv nicht als Pirat.

Gewohnt großspurig schlägt Dotcom erst einmal den weiten Bogen: „Es ist wie mit den Massenvernichtungswaffen im Irak. Wenn man jemandem etwas in die Schuhe schieben will und ein politisches Ziel verfolgt, dann ist man bereit, zu sagen, was dafür notwendig ist.“

Aber nicht alles ist schräg. Durchaus nachvollziehbar ist Dotcoms Ansicht zum Thema Piraterie: „Woher kommt Piraterie? Piraterie kommt zum Beispiel von Leuten in Europa, wo Filme erst später erscheinen als in den USA. Wenn das Geschäftsmodell so aussähe, dass jeder gleichzeitig Zugang zu allem hätte, dann gäbe es keine Piraterie. In meinen Augen beschützt die US-Regierung ein aus der Zeit gekommenes, monopolistisches Geschäftsmodell, das in Internet-Zeiten einfach nicht mehr funktioniert.“

Etwas zu einfach macht es sich Schmitz unserer Meinung nach, wenn er sagt: „Ich bin kein Piratenkönig. Ich habe online Speicherplatz angeboten und Bandbreite“. Seine nächste gerichtliche Anhörung findet im August 2012 statt. [Jamie Condliffe / Tim Kaufmann]

[Via The Guardian]

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  1. “Ich bin kein Piratenkönig. Ich habe online Speicherplatz angeboten und Bandbreite” … wer Bilanzen gefälscht hat und Anleger um Milliarden brachte hat der macht es einem schwer das zu glauben.
    Neuer Markt, Schmitz – pufff – Seifenblase

  2. Ja er kann es drehen und wenden wie er will.
    Er hat eine Platzform erschaffen auf der nerben Legalen Daten auch illegale Daten ihr zuhause gefunden haben.
    So gesehen kann er das Unschuldslamm spielen ;-)
    Nur wo wären wir heute wenn man nur die Preview oder den Schnippsel an Vorschau sehen könnten, dann würde man ins Kino gehen weil die Vorschau für einen Film so toll war und dann müsste man sich im Nachhinein ärgern weil der Film völliger Müll ist.
    Also ich bekenne mich, dass ich schon viele Filme im vorraus angesehen habe, sie mir so gefallen haben das ich trotzdem ins Kino bin.
    Denn in schlechter Qualität gedownloadetes Material ersetzt noch lange nicht den Sound und die geniale Wiedergabe in einem Kino.
    Da gebe ich gern Geld aus um den Film zu genießen.
    Aber bei so manch einem „Blockbuster“ hätte ich mich im nachhinein geärgert wenn ich nicht die Möglichkeit gehabt hätte ihn vorher zu sehen ;-)

    Also in meinen Augen ist Kim nur ein Opfer der wegen seiner Internetplatform angeklagt wird, der aber in meinen Augen einen guten Dienst geleistet hat, denn er hat verhindert das man in manch so toll mit Werbung und zusammen geschnippselten Filminhalten vermarkteten Film gegangen ist, der sich sonst als totalen Mist herausgestellt hätte.

    Also in meinen Augen ist es als ob da gerade mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird nur um ein Exempel statuieren zu können.

    Grüsse
    Baba

  3. Naja, da kann man sicher stundenlang drüber streiten.
    Du könntest ja dann zu McDo gehen und nen Burger – natürlich kostenlos – verputzen. Wenn er die geschmeckt hat dann kaufst du (vielleicht) nochmal einen.
    Oder dein Chef kommt zu dir und möchte das du erstmal eine Woche im Monat Arbeitest damit er entscheiden kann ob du es Wert bist dich dann doch den restlichen Monat voll zu bezahlen.
    Ich denke da hätten die meisten was dagegen.

    1. Deine beiden vergleiche sind doch nun wirklich schon fast Standart. Welches neue gericht wird nicht in probier größen gratis verteil oder zumindest extrem günstig um leute anzufixen?
      Und 1-3 monate unbezahltes Praktikum machen sehr viele menschen und 1-2 wochen ist schon fast standart.

      Es gibt doch schon studien und umfragen das die großen downloader auch die großen käufer sind, sobald sie geld zum kaufen haben. Auch gibts studien die belegen das man keine 3% mehr leute ins kino bekommt wenn es keine online möglichkeit gäbe gratis direkt filme zu sehen. bei uns in europa sind es wohl etwas mehr aber nur weil hier filme später erscheinen und teilweise die film liebhaber lieber original ton sehen.

      1. Baba schreibt das mehr oder weniger aller Filme vorher geschaut werden. Das käme also einem regelmäßigem umsonst Arbeiten gleich und nicht wie von dir angesprochen „mal“ ein Praktikum.
        Letzten Endes liegt evtl. eine Lösung darin das Medium (Film, Musik o.ä.) zu vernünftigen Preisen anzubieten.
        Denn niemand möchte ernsthaft für seine Leistung/Arbeit die er erbringt nicht vergütet/entschädigt werden.
        … aber Software-, Musik- und Filmindustrie sollen genau das tun. Das geht für mich irgendwie nicht auf.

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