Test: Razer Blade ist das Notebook aus der Zukunft

original-5-1

Was macht ein Gamingmaushersteller, wenn er ein Notebook entwirft? Wenn man sich das Blade des Herstellers Razer ansieht, scheint es, als habe man ein futuristisches Windows-Notebook in der Hand, das sich zwar an Apple orientiert, gleichzeitig jedoch auch ganz neue Ideen wie ein Touchpad mit Display beinhaltet.

Egal ob man einen PC selbst zusammen baut oder ein Gerät von der Stange nimmt: In aller Regel hat man als Kunde die Qual der Wahl zwischen den verschiedensten Ausstattungsvarianten, was beim Razor Blade nicht der Fall ist. Es gibt nur eine Konfiguration – entweder man ist damit zufrieden oder man muss es bleiben lassen.

Selbst Ausstattungsvarianten wie ein optisches Laufwerk stehen nicht zur Verfügung. Dafür finden sich im Gerät Ausstattungselemente, die bislang kein anderes Notebook bietet. Das Multitouch-Trackpad aus Glas ist zum Beispiel ein kleines Display.

Im Betrieb

Wenn man mit verbundenen Augen den Blade anfasst, spürt man zunächst sein Aluminium-Unibody-Gehäuse und denkt unweigerlich, dass es sich dabei um ein MacBook Pro handelt. Selbst wenn man durch die Maskierung hindurchblinzeln kann, dürfte man noch den Eindruck gewinnen, dass es sich um ein Apple-Notebook handelt, das nur irgendwie bösartiger aussieht. Es ist ungefähr so dick wie ein 17-Zoll großes MacBook Pro, aber mit ungefähr 2,9 Kilogramm auch recht schwer.

Auch wenn das Notebook von außen toll aussieht, beim ersten Start wundert man sich dann doch, dass nur ein ganz gewöhnliches Windows 7 Home Premium darauf läuft. Man muss wie üblich einige Windows-Updates installieren und kann sich dann über die Cloudanwendung Razer Synapse mit dem Herstelle verbinden. Die Cloudanwendung ist dafür gedacht, Einstellungen, Tastenkürzel und Gerätkonfigurationen von einem auf das andere Gerät zu übertragen. Natürlich dient die Speichermöglichkeit auch als Backup. Das ist auch sehr gut, weil es schon recht aufwändig ist. die 10-Switchblade-Knöpfe mit eigenen Ions und Makros zu versehen.

Da Razer mit Mäusen und Tastaturen einige Erfahrungen besitzt, ist es kein Wunder, dass die Tastatur des Notebooks auch wirklich gut ist. Dazu kommt das Multitouch-Glasstrackpad, mit dem man dank seines darunter liegenden Displays zum Beispiel Twitter, Facebook, Google Mail, Youtube und sogar den Internet Explorer gut bedienen kann, der darin abgebildet wird.

Der Razer Blade kostet knapp 3.000 US-Dollar. Er soll das erste wirkliche Gamingnotebook sein, behauptet sein Hersteller. Der Behauptung sollte man auf den Grund gehen. Mit dem mitglieferten Nvidia-Treibern erreichten wir durchschnittlich 65 fps bei 1.920 x 1080 Pixeln Auflösung und maximalen Details bei Team Fortress 2 und ungefähr 60 bei Left4 Dead 2.

In Rage mit 2xAA und der anisotroper Filterung auf “low” erreichte das Notebook bei voller Auflösung rund 35 bis 40 fps. Bei Battlefield III in den Medium-Einstellungen und einer Auflösung von 1.600 x 900 Pixeln konnten 25 bis 27 Bilder pro Sekunde erzielt werden. Bei den “Low”-Einstellungen und 1920 x 1.080 Pixeln erreichten wir 30 bis 32 fps.

Die Akkulaufzeit lag bei 49 Minuten in Tram Fortress 2 mit 50prozentiger Helligkeit und hintergrundbeleuchteten Tasten. Ein Videostream lief 2 Stunden und 5 Minuten, bevor der Akku leer war.

Was uns gefällt

Das Design, die Materialauswahl und die Konstruktion lassen erkennen, dass sich die Entwickler von Razor wirklich Gedanken gemacht haben beim Bau dieses Notebooks. Es gibt nicht viele Rechner, die das erkennen lassen. Die hohe Bildauflösung von 1920 x 1080 Pixeln steht dem Notebook sehr gut. Der winzige Stromadapter sorgt für eine gute Portabilität und die Bauhöhe von einem Zoll passt perfekt. Und natürlich begeistert auch das Touchpad mit Displayhintergrund.

Was uns nicht gefällt

Abseits des guten Hardwaredesigns nervt es einfach, wenn man Updates einspielen und sich mit Treibern herumschlagen muss (Nvidia), die eingespielt werden wollen. Egal wie gut Razor die Hardware gemacht hat – mit den Softwareproblemchen verliert das Gesamtpakets etwas. Es handelt sich eben nicht um eine Spiekonsole sondern um einen ganz normalen Windows-Rechner.

Die mangelnden Aufrüstbarkeit stellen außerdem die Eignung als Spielerechner etwas in Frage. In kurzer Zeit wird es Spiele geben, die für die Hardware des Notebooks einfach nicht mehr geeignet sind und angesichts des hohen Preises für das Notebook dürfte das besonders schmerzlich sein. Da hilft auch die schnelle und große SSD nicht viel. Schön wäre es, wenn die Grafikeinheit austauschbar wäre, doch das ist wie bei allen Notebooks unmöglich.

Unabhängig davon gefiel und die Platzierung des Trackpads am rechten unteren Rand neben der Tastatur nicht,. Die Maustasten haben zudem die unangenehme Eigenschaft, keinen richtigen Widerstand zu bieten.

Fazit

Das Gerät wirkt verlockend. Es ist Razers Vision eines neuen Gaming-Rechners und die ist aufgrund der interessanten Hardware auch durchaus gelungen. Nur sagt einem das Bauchgefühl, dass die nächste Generation noch einmal deutlich besser sein wird, und man den Erstling lieber nicht kaufen sollte.

Razer Blade Spezifikationen

OS: Windows 7 Home Premium
CPU: 2,8 GHz Intel Core i7 2640M
RAM: 8 GByte 1333MHz DDR3 RAM
Grafik: Nvidia GeForce GT 555M, 2 GByte GDDR5 Speicher
Bildschirm: 17,3 Zoll, 1920×1080 LED Display
Festplatte: 256 GByte SSD
Gewicht: 2,9 kg
Akku: 60Wh
Preis: 2800 US-Dollar
Ranking: 3,5 von 5 Sternen

Die US-Kollegen haben übrigens noch ein sehr schönes Video des Razer Blade auf ihrer Website veröffentlicht, dass ihr nicht verpassen solltet. [Matt Buchanan / Andreas Donath]

Tags :
  1. Es ähnelt nicht nur in Punkto Haptik einem Macbook… Auch Razor hat wohl erkannt, dass man für Mittelklassekomponenten (GT 555M und der 2640M) horrende Preise verlangen kann.

  2. der ein/aussschalter ist grottig hässlich, dieses komische touchdisplaydings auch hässlich integriert, überhaupt ist der innenteil einfach nur bäh, die konstruktion ein macbook imitat, und der preis könnte beweisen, dass man hochwertige komponenten (z.B. unibody gehäuse) wirtschaftlich nur zu hohem Preis verkaufen kann.

  3. Ich habe da mal ein kleines Script für Greasemonkey (Firefox) bzw. Tampermonkey (Chrome) zusammengebaut, das eine halbwegs vernünftige Galerie bei Gizmodo einbindet. Das Gejammer hier nach einer vernünftigen Galerie dauert ja schon ewig, aber es tut ja bei Gizmodo keiner was. Da muss man sich halt selber helfen. Zu finden unter

    userscripts.org/scripts/show/127153

    Viel Spaß damit…

  4. Die Daten sind übelst veraltet, und lesen sollte man auch mal können. Es heisst RAZER NICHT RAZOR (facepalm)

    Ich spreche aus eigener Erfahrung. Der Laptop ist der Hammer

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising